Für den kleinen Geldbeutek ist Apples neue Smartwatch nicht wirklich gedacht: Drei Modelle bietet Apple an: Die Apple Watch Sport sitzt in einem Aluminiumgehäuse, die Apple Watch kommt mit edlem Edelstahlgehäuse daher und die Apple Watch Edition bietet ein Gehäuse aus Gold. Preislich bewegen sich Apples Uhren zwischen 399 und 1.149 Euro. Überraschungen bei den Funktionen gibt es nicht: Die Apple Watch kommt wie erwartet.

Wer die neue Apple Watch benutzen möchte, der braucht auch ein iPhone – und zwar ein modernes, eins der fünften oder sechsten Generation. Die Watch kommuniziert mit dem iPhone, tauscht Daten aus und geht über das iPhone auch online. Wer mag, kann mit seiner Apple Watch auch telefonieren. Dann muss man wie James Bond ins Handgelenk quatschen.

Damen und Herren haben unterschiedlich große Handgelenke, daher gibt es von jedem Apple-Watch-Modell gibt es eine Version mit 38 Millimeter breitem Gehäuse, für schmale Handgelenke, sowie eine mit 42 Millimeter breitem Gehäuse. Drei breite Uhr kostet jeweis 50 Euro mehr. Herren müssen daher mindest 449 Euro investieren, um eine Apple Watch sein eigen nennen zu können.

Es geht noch dekadenter: Die aus 18 Karat Gold hergestellte Apple Watch Edition ist ein purer Luxusartikel. Wer die Bonzenvariante haben will, muss ab 11.000 Euro hinblättern, das obere Ende der Preisskala liegt bei Sage und Schreibe 18.000 Euro. Wohl nur etwas für Menschen mit Apple-Aktien im Depot.

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Die Apple Watch spricht vor allem sportliche Zeitgenossen an. Das war zu erwarten, da Apple schon seit Monaten vor allem mit sportlich aktiven Menschen für die Apple Watch wirbt. In der Tat scheint mir das auch der einzige gute Grund zu sein, eine Smartwatch zu tragen: Man überwacht seine Aktivitäten. Gehen. Laufen. Joggen. Radfahren. Ich vermesse mich selbst.

Das können andere Fitness Tracker freilich längst – und auch andere Smartwatches. Wer eine Apple Watch trägt, kann seine Fitnessdaten aber der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, über das neu gestartete Research Kit. Aber ob das jeder will, auch wenn Apple versichert, dass die Daten anonymisiert sind?

Auch Apple Pay eingebaut

Klar, die Apple Watch bietet den für Apple typischen Chic, die Anbindung an iPhone oder iPad und mehr Sensoren als andere Modelle. Natürlich kann man mit der Apple Watch auch das neue Bezahlsystem Apple Pay benutzen. Einfach die Uhr hinhalten und bezahlen – davon verspricht sich Tim Cook gerade besonders viel. Und auch das Telefonieren ist über die Apple Watch möglich. Aber der Wow-Effekt will sich trotzdem nicht einstellen.

apple pay

Die Konkurrenz ist nervös – Apple aber auch

Auch Google scheint ein wenig nervös. Wenige Stunden, bevor Tim Cook Details über seine Apple Watch loswerden konnte, hat Google bereits einen Android Wear Commercial abgefeuert: Der kurze Spot zeigt hippe Leute mit knallbunten Smartwatches – alle tragen eine andere. “Be together. Not the same.” Die Message ist klar: Man teilt die Leidenschaft, aber bleibt individuell. Die Apple Watch wird es zwar auch in verschiedenen Modellen geben, aber lediglich das Drumherum wie das Armband unterscheidet sich, weniger die Uhr selbst.

Aber auch Apple ist nervös. Denn Apple braucht endlich ein neues Zugpferd. Das iPhone spült jede Menge Geld in die Kassen des Konzerns und ist ein Mega-Erfolg. Aber: Wie lange noch? Andere Produkte wie das iPad oder die Mac-Rechner laufen ordentlich, aber ohne Wachstum zu liefern.

Ein Unternehmen, das wachsen will, braucht aber Umsatzgaranten – und Apple gleich doppelt. Denn von Apple ist man das “Wow” im Produkt gewohnt. Das klappt bei der Apple Watch nur sehr bedingt. Ein Erfolg scheint mir nicht sicher. Mehr kann ich dazu sagen, wenn ich die Apple Watch mal ausprobiert habe. Das werde ich in jedem Fall tun.


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