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Windows wird 30: Von Klötzchen-Grafik zur Hololens

20.11.2015 | Von Jörg Schieb

Tipps

Vor genau 30 Jahren wurde Windows 1.01 vorgestellt. Damals als „grafische Benutzeroberfläche“ bezeichnet und verkauft – weil Windows auf das bestehende Betriebssystem MS-DOS aufgesattelt wurde. Anfangs konnte man mit Windows nicht viel anfangen, doch die Art der Bedienung wurde damit radikal verändert..

Als die erste Version von Windows auf den Markt kam, wurden PCs noch mit MS-DOS bedient, dem Betriebssystem von Microsoft, das durch Eingabe von Befehlen gesteuert wurde. Windows war der erste Versuch, die Bedienung einfacher zu machen. Rank Xerox und Apple hatten es vorgemacht. Microsoft hat mit Windows eine eigene Interpretation geliefert – und die Maus zum Standard auf jedem Schreibtisch gemacht.

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Ich war anfangs skeptisch

Ich bin schon so lange dabei, dass ich Windows 1.01 nicht nur aus den Geschichtsbüchern oder dem Museum kenne, sondern damals hautnah erlebt habe – als Neuigkeit. Als neue Idee, wie man den PC steuern und bedienen könnte.

Mein erster Gedanke: „Ganz ntt – aber irgendwie überflüssig!“. Klar, schließlich kannte ich damals alle DOS-Befehle auswendig und konnte keinen wirklichen Vorteil darin erkennen, Dateinamen auf dem Bildschirm anzuklicken. Es hat ewig gedauert, bis die grafische Benutzeroberfläche geladen war, zum anderen konnte man nicht viel damit anstellen.

Aus heutiger Sicht war der Funktionsumfang lächerlich: Man konnte sich eine Uhr anzeigen lassen, Daten hin und her schieben oder Reversi spielen. Mehr aber auch nicht. Das hat damals nicht gereicht, um einen eingefleischten PC-Fan vom Hocker zu hauen. Aber rückblickend muss ich sagen: Windows war auch nicht für mich gedacht. Sondern für ganz normale Menschen, die an den PC herangeführt werden sollten.

 

Windows hat viele Menschen für PCs begeistert

Microsoft Windows hat die Bedienung vereinfacht und vielen Menschen die Angst vor dem PC genommen. Mit Windows 3.0/3.1 ist das besonders gut gelungen. Der Durchbruch kam dann mit Windows 95, das vor genau 20 Jahren vorgestellt wurde. Windows 95 war das erste Windows, das nicht mehr auf MS-DOS aufgesattelt wurde, sondern als eigenständiges Betriebsystem gilt.

Was waren alle entzückt: Die Welt der Computer wurde plötzlich bunt und durfte auch Spaß machen. Damals gab es Schlangen vor den Geschäften: Ab Mitternacht wurden die ersten Boxen von Windows 95 verkauft. Zuerst in New York City. Die ersten Käufer wurden bejubelt und fotografiert – wie nach der Einführung eines neuen iPhones im Apple Store.

Windows 10

Viele Fehler gemacht

Danach hat Microsoft einige Fehler gemacht. Es gab Windows-Versionen, die alles andere als gelungen waren. Windows Me zum Beispiel – und Windows Vista. Damit hat Bill Gates Unternehmen viele Kunden vor den Kopf gestoßen. Gewinner dieser Flops waren Linux und der Apple Mac.

Ich bin sicher: Apple wäre nicht so groß wie es heute ist, wenn Microsoft damals nicht so viele Fehler gemacht hätte. Auch Windows 8 hat vielen nicht gemundet, obwohl technisch sehr ausgereift und für moderne Geräte mit Touchscreen ideal. Doch die Art der Bedienung hat viele gestört – und das wurde von Microsoft unterschätzt. Erst mit dem neuen Windows 10 wird es wieder besser. Ansehen und die Zufriedenheit nehmen wieder zu.

Viel Geld mit Windows verdient

Windows hat sich zu einem der wichtigsten Umsatzträger für Microsoft entwickelt – und mit weitem Abstand zum wichtigsten Produkt. Da Windows auf so vielen Geräten vorinstalliert war und ist, konnte Microsoft so bequem auch andere Produkte aus seinem Haus verkaufen, ob der Internet Explorer (Browser), Microsoft Office (Büro-Software), die eigene Suchmaschine Bing oder die hauseigenen Cloud-Dienste, um nur einige Beispiele zu nennen.

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In den 90er Jahren konnte Microsoft Hardware-Hersteller ohne weiteres unter Druck setzen – was juristisch belangt wurde und dem Unternehmen ebenfalls Ansehen gekostet hat. Heute steht Microsoft im starken Wettbewerb zu Apple, Google, Facebook und anderen – hat aber mit Windows nach wie vor ein wichtiges Produkt im Angebot. Das zwar nicht mehr so wichtig ist wie es in den 90er und 00er Jahren mal war, aber immer noch bedeutend.

Windows 10 ist die aktuelle Version von Windows. Die Versionsnummer soll sich angeblich nicht mehr ändern. Updates und Aktualisierungen werden automatisch eingespielt. Mal sehen, wie Windows in 30 Jahren aussieht – und ob es das dann noch gibt.

 

 




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