Ein osteuropäischer Hersteller hat einen Router entwickelt, der mit OpenSource-Software ausgestattet ist. Sicherheitslecks sollen von der Community innerhalb kürzester Zeit gefixt und Updates eingestellt werden. Das bedeutet die totale Kontrolle über das Gerät für den User – anstatt der vollständigen Kontrolle über das Gerät durch den Provider, wie häufig der Fall.

Router sind ungemein wichtige Geräte: Sie verbinden alle Geräte zu Hause oder im Büro mit dem Internet, drahtlos oder drahtgebunden. Sie erledigen eine Menge Arbeit und sind wichtig für die Sicherheit. Trotzdem werden Router in der Regel nicht sonderlich beachtet. Man stellt sie irgendwann auf, installiert sie – und von da an machen verrichten sie klaglos ihren Dienst. Oft jahrelang.

Hier liegt das Problem: Die meisten Router sind ein Sicherheitsrisiko. Denn sie sind 24h am Tag mit dem Netz verbunden, verbinden alle Geräte im Haushalt mit dem Netz und werden kläglich vernachlässigt. Die Software im Gerät ist meist hoffnungslos veraltet. Und das bedeutet in der IT-Welt: Sicherheitslecks klaffen und warten darauf, ausgenutzt zu werden.

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Sicherheitslecks werden schnell geschlossen

Sicherheitslecks im Router sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Es kommt immer wieder vor, dass Router kritische Sicherheitslücken aufweisen. Leider lassen sich die meisten Hersteller eine Menge Zeit, bis sie die Lecks stopfen. Anders als bei Software im Rechner oder bei Apps im Smartphone werden die User auch nicht über Lecks oder Updates informiert. Die meisten Router werden nie aktualisiert. Einzige Ausnahme: Router, die vom Povider ferngesteuert werden. Die werden gelegentlich aktualisiert. Allerdings oft erst sehr spät.

Eine Lösung für dieses wirklich große Problem ist eine neue Generation von Router. Der Turris Omnia Router ist ein Router mit quelloffener Softwate im Inneren. Das Erklärvideo der Macher aus der Tschechoslowakei ist witzig gemacht, bringt aber das Problem auf den Punkt: Nur wenn Sicherheitlecks im Router schnell geschlossen werden, hat man einen sicheren Router. Die Macher versprechen, die Open-Source-Software im Inneren des Routers immer auf dem neusten Stand zu halten. Sicherheitslecks sollen unberzüglich geschlossen werden. Und da die Software OpenSource ist, kann sich jeder davon selbst überzeugen.

Sicherheitslecks werden schnell geschlossen

Noch gibt es den Router nicht zu kaufen. Doch das Crowdfunding-Projekt wird sicher an den Start gehen, denn die Macher haben genügend Startkapital beisammen. Hinter dem Konzept stecken Profis: Eine Non-Profit-Organisation, die sich normalerweise um die Verwaltung der tschechischen Top-Level-Domain .cz kümmert.

Jetzt gehen die Jungs der Truppe (in dem Promovideo sind kaum Frauen zu sehen) mit einem eigenen Router an den Start. Ich muss sagen: Die Idee fasziniert mich, denn einen Router mit OpenSource-Software anzubieten, das ist eine wirklich gute Idee.

Wer die Crowdfunding-Kampagne unterstützt, bekommt den Router nach Ablauf der Finanzierungsrunde für 189 Dollar plus Versand und Steuern. Allerdings muss man bis April 2016 warten, erst dann werden Gerät und Software fertig sein. Anfangs sicher erst mal eher für Techies interessant, doch es könnte der Beginn eines neuen Trends sein.