Gute Software kostet in der Regel Geld. Manchmal zahlt man nur wenige Euro für eine App, etwa für kleine Games auf dem Smartphone, für Profi-Software aber mitunter auch schon mal mehrere hundert Euro. Doch immer öfter haben wir die Wahl: Mieten oder Kaufen? Man zahlt einen monatlichen oder jährlichen Betrag für die Nutzungs-Rechte.

Warum der Trend zur Miete?
Eine monatliche Miete bedeutet eine deutlich geringere Einstiegshürde, die Kosten sind niedrig und transparent. Man kann eine Software oder App ausprobieren und im Cloud-Prinzip jederzeit Funktionen dazu buchen, die man braucht, und das wieder abbestellen, was man nicht mehr braucht. Das bedeutet mehr Flexibilität. Gleichzeitig bindet das die Kunden aber auch stärker an die Anbieter, denn wer bei Miet-Software wechseln möchte, muss hohen Aufwand betreiben: Oft sind zumindest Teile der eigenen Daten auf den Cloud-Servern der Anbieter gespeichert und nicht auf der eigenen Festplatte, damit man von jedem Rechner darauf zugreifen kann. Da fällt ein Wechsel nicht so leicht.

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Welche Vorteile bietet die Miete von Software oder Apps?
Es gibt verschiedene Vorteile: Zum einen kann man passende Software nur für einen bestimmten Zeitraum mieten, so lange man sie braucht. Die Anschaffungskosten sind niedrig. Eine spezielle Software zur Bildbearbeitung oder Videoschnitt zum Beispiel kann schnell mehrere Hundert Euro im Kauf kosten – oder man zahlt 20 EUR im Monat dafür, als Miete. Das kann sich lohnen. Im Zweifel auch nur, um auszuprobieren, ob die Software dauerhaft für einen etwas ist.

Wer Software mietet, verwendet in der Regel automatisch immer die neuste Version. Das ist bei gekaufter Software in der Regel nicht der Fall: Da hat man Anspruch auf Sicherheits-Updates, aber nicht auf neue Versionen mit neuen Funktionen. Wer eine Software oder App mietet, bekommt automatisch immer die neueste Version zur Verfügung gestellt. Außerdem kann man viele Miet-Apps auf mehreren Rechnern einsetzen.

Auf wie vielen Rechnern können gekaufte oder gemietete Apps verwendet werden?
In der Regel darf man gekaufte Software nur auf einem Rechner verwenden, manchmal auf zwei oder drei. Da man bei Miet-Software immer eine Onlineanbindung hat, man muss auch also einloggen, hat der Anbieter der Software mehr Kontrolle darüber und ist deshalb auch großzügiger. Man darf die Software auf mehreren Rechnern installieren und benutzen.

Wer zum Beispiel Office 365 mietet, für 100 EUR im Jahr, der kann Word, Excel, Powerpoint, Outlook und Co. auf bis zu fünf(!) PCs/Mac, fünf Tablets und fünf Smartphones nutzen und bekommt darüber hinaus auch noch Online-Speicherplatz zur Verfügung gestellt. Mitunter gibt es auch noch kostenlos Webversionen der Software, die man ohne Installation auf jedem Rechner benutzen kann. Das ist schon ein gutes Angebot.

 

Welche Vorteile sind denn mit dem Kauf von Software verbunden?
Man hat nur einmalige Kosten, die sind zwar höher, aber eben nur einmal. Wer eine Softwareversion drei, vier oder fünf Jahre benutzt, ohne Updates, der spart bei einer Kauf-Software in der Regel. Außerdem gibt man keine Daten aus der Hand und nutzt auch keine Cloud-Dienste des Anbieters. Der Kauf von Software ist also diskreter. Manche Apps wie Outbank, eine populäre Banking App für Tablets, bekommt man aber gar nicht mehr im Kauf, sondern nur nur als Jahres-Abo.

 

Welche Methode sollten Nutzer wählen?
Das ist nicht zuletzt auch eine Geschmacksfrage. Aber sehr oft ist es günstiger, die Software zu mieten. Microsoft Office kostet in der Miete ab 70 EUR im Jahr, dafür bekommt man Word, Excel, Powerpoint, Onenote und Outlook als Paket – und kann die Software auf fünf Rechnern und auch Mobilgeräten einsetzen. Der Kauf eines Pakets kostet in der Regel mindestens 150 EUR – für einen(!) Rechner. Wer mietet, ist also flexibler und spart Geld. Das gilt für andere Anbieter ganz ähnlich. Allerdings beliefert man den Hersteller mit mehr Daten. Wer das nicht mag, sollte den Kauf vorziehen.