Facebook ist längst mehr als ein Soziales Netzwerk: Facebook ist ein Imperium. Mit der Facebook-Plattform, dem Facebook Messenger, WhatsApp und Instagram dominiert Mark Zuckerbergs Konzern den Markt der digitalen Kommunikation.

Einmal im Jahr lädt Facebook Entwickler ein, damit sie schöne neue Projekte und Dienste entwickeln für diese Facebook-Welt. Mark Zuckerberg persönlich hat die Entwickler eingeschworen auf seinen 10-Jahres-Plan, die „Roadmap“ des Konzerns. Er will eine Schnittstelle zwischen Unternehmen und Nutzern werden.

 

Welche Pläne hat Mark Zuckerberg denn auf der Entwicklerkonferenz vorgelegt?

Mark Zuckerberg möchte, dass wir nur noch Facebook nutzen – oder wenigstens die Apps, die zum Facebook-Imperium gehören. Artikel sollen wir direkt bei Facebook lesen, Videos nicht bei YouTube schauen, und Webseiten sollen wir eigentlich auch nicht mehr ansteuern, denn seine Kommunikations-Apps sollen viele Aufgaben übernehmen.

Plaudern, Suchen, Kaufen, Buchen: Alles soll Kommunikation werden. Zuckerberg will, dass wir seine Kommunikationsdienste Facebook, Facebook Messenger, Instagram und WhatsApp noch öfter benutzen, nicht nur, um mit Freunden zu plaudern, sondern auch, um mit Unternehmen in Kontakt zu treten oder um Informationen aus dem Netz zu holen.

Damit das keine Mitarbeiter aus Fleisch und Blut machen müssen, war ein Schwerpunkt auf der Konferenz das Thema Bots. Das sind Computerprogramme, die in der Lage sind, mit dem Nutzer in Kontakt zu treten, mit ihm zu „reden“. So etwas gibt es natürlich längst, auch in anderen Welten, aber Facebook wird die Bots stark fördern.

facebook-monitore

 

Mit Bots berbirgt man ja bislang eher unangenehme Erfahrungen: Bots, die versuchen, die politische Meinung zu verändern oder Umfragen zu manipulieren oder Kunden an der Nase herumzuführen. Wie muss man sich da Facebooks-Bots vorstellen, was können die, was sollen die können?

Es soll Bots geben, die zum Beispiel Fragen zum Wetter beantworten oder die User mit Nachrichten versorgen. Das sind die einfacheren Vertreter. Dann gibt es Bots, die beim Buchen eines Hotelzimmers helfen, Flüge raussuchen, Preise ermitteln oder überhaupt beim Buchen von Reisen helfen sollen. Auch sollen Bots Fragen in Onlineshops beantworten, etwa, ob ein paar Schuhe in einer bestimmten Farbe oder Größe da sind.

Es soll möglich sein, mit dem Anbieter in den Dialog zu treten und nicht nur Optionen anzuklicken wie auf einer Webseite. Alltagsaufgaben sollen dialogischer abgewickelt werden – und vor allem allen die Leute die Facebook-Apps nichts mehr verlassen, das ist ein Ziel von Zuckerberg.

Bot Bots

 

Setzt nur Facebook auf diese Chat-Automaten, diese Bots?

Facebook ist nicht alleine, auch Microsoft hat auf seiner Entwicklerkonferenz, die vor 14 Tagen stattgefunden hat, das Thema Bots vorangetrieben. Auch Microsoft will, dass Bots entwickelt werden – für den Digitalen Sprachassistenten Cortana, der in Windows 10 und in Windows-Mobilgeräten eingebaut ist.

Da können die User dann sogar mit den Bots reden, weil die Sprache ja umgewandelt wird. Die Aufgaben sollen ganz ähnlich sein. Später wird man digitale Assistenten in Form von Avatare auch sehen können, in Skype oder mit der Ocolus Ruft Brille von Facebook.

cortana

Klingt doch eigentlich praktisch für die Benutzer – aber sich gibt es auch einen Haken?

Ich sehe zwei Haken. Zum einen entstehen neue Sicherheitsprobleme: Wie stelle ich fest, ob der Bot, mit dem ich gerade kommunizieren, „echt“ ist? Ist es wirklich der Bot meiner Bank, mit dem ich da gerade spreche – oder hat ihn ein Hacker bereitgestellt? Wenn ich offen und ehrlich Fragen beantworte und vielleicht auch sensible Daten rausgebe, ist das ein Thema. Darum wird man sich kümmern müssen, wie sich die Sicherheit gewährleisten lässt.

Außerdem bekommen natürlich auch Facebook und Microsoft mehr Daten und Informationen über die User, wenn die Gespräche mit den Bots über sie laufen. Sie lernen uns besser kennen. Und wir bleiben länger in den Welten der Anbieter verhaftet, das wollen sie natürlich. Jeder versucht so ne art eigenes Internet zu schaffen, dass man sich nur bei ihm aufhält und nicht mehr kreuz und quer durchs Netz surft – da geht auch vielfalt verloren.

 

Zuckerberg hat ja auch angekündigt, Menschen, die noch offline sind in der Welt künftig mit dem Internet verbinden zu wollen. Wie das?

Das hat er ja schon lange vor. Auf der f8 hat er noch mal ausdrücklich gesagt: Allein in den Entwicklungsländern in Afrika und Asien gibt es vier Milliarden Menschen, die noch offline sind. Um die will er sich kümmern. Er will kostenlose Onlinezugänge anbieten, aus der Luft, aus dem All.

Drohnen und Satelliten sollen sie gratis mit dem Netz versorgen. Aber natürlich vor allem mit Facebook-Diensten. Das kritisieren viele, denn natürlich ist das nicht das „richtige“ Internet, sondern nur ein kleiner Ausschnitt. Doch das schnelle Internet braucht Facebook, damit all die neuen Dienste, vor allem rund um die VR-Brille Ocolus Rift, weltweit Interesse findet.

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