Der norwegische Browser-Anbieter Opera setzt derzeit verstärkt auf das Thema Daten-Schutz durch VPN: Die neueste Version des Browsers ist Serienmäßig mit einem kostenlosen VPN ausgerüstet. Jetzt hat Opera auch noch eine VPN-App für iOS veröffentlicht, die ebenfalls kostenlose VPN-Nutzung ermöglicht – nicht nur im Browser.

Der einst vor allem bei In-Sidern so populäre Opera-Browser, eine Software aus Norwegen, wird heute kaum noch genutzt. Doch die Opera-Macher geben nicht auf: Vor wenigen Tagen haben sie ihren Browser mit einer integrierten VPN-Funktion ausgestattet. Wer den blauen Button im neuen Opera-Browser anklickt, setzt sich quasi eine Tarn-Kappe auf und aktiviert das kostenlos integrierte VPN.

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Eigene App: Komfortable Hand-Habung

Besonders praktisch ist die neue VPN-App, die das Surfen im Virtual Private Network ohne Browser erlaubt. Zunächst gibt es die VPN-App erst mal nur für iOS: Wer ein iPhone oder iPad benutzt, kann die App kostenlos laden. Später sollen auch Versionen für Android und Windows folgen.

Die VPN-App ist interessant, weil sie ohne großen Aufwand ein Virtual Private Network einrichtet. Die Bedienung ist wirklich erstaunlich einfach: Man muss lediglich die App starten – der Rest passiert automatisch. Die App richtet selbständig das VPN im Gerät ein. Man kann jederzeit bequem das VPN ein- oder ausschalten – und vieles andere mehr. Einfacher war das Nutzen eines VPNs auf Mobil-Geräten selten. In punkto Bedien-Komfort ein dickes Lob.

Surfen wird langsamer

Allerdings wird das Surfen bei aktiviertem VPN spürbar langsamer. Eine gewisse Tempo-Bremse lässt sich nicht vermeiden, das liegt in der Natur der Sache. Doch das Opera-VPN ist langsamer als andere Anbieter. Schön, dass man auch seinen virtuellen Aufenthalts-Ort auswählen kann, um Geo-Sperren zu umgehen.

Man kann also so tun als wäre man in den USA, obwohl man gerade in Rügen am Strand liegt – und kann so auf Inhalte zugreifen, die für deutsche User sind geblockt sind. Allerdings ist die Auswahl an Regionen für das VPN sehr klein. Kommerzielle Anbieter können mit einer um ein Vielfaches größeren Auswahl punkten. Auf der anderen Seite: Für viele Situationen reicht es völlig aus, was Opera VPN bietet.

Opera sammelt Daten und erhebt Statistiken

Es gibt allerdings auch ein wichtiges Aber beim neuen Service: Opera behält sich ausdrücklich das Recht vor, Daten zu sammeln (etwa über Nutzungs-Volumen) und Statistiken zu erheben. Die Nutzung ist also nicht komplett anonym, anders als bei anderen VPN-Diensten, die dann allerdings eine monatliche Gebühr kosten. Ausserdem hat Opera angekündigt, dem User künftig gelegentlich Werbung per Push-Nachricht zuzustellen.

Auf der einen Seite verständlich, schließlich muss der kostenlos kredenzte Service auch irgendwie finanziert werden. Auf der anderen Seite stellt sich ein besserer Bei-Geschmack ein: Das VPN unterdrückt Werbung im Netz – und bezahlt das mit Werbung.

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Was man aber auf jeden Fall machen kann: Den neuesten Opera-Browser zusätzlich auf dem PC installieren. Denn einfacher war es selten, mal eben in ein VPN abzutauchen. Empfehlenswert, wenn man zum Beispiel in einem offenen WLAN online geht und seine Daten schützen möchte. Einfach zum Opera-Browser wechseln, VPN aktivieren – und man ist gut geschützt. Dasselbe gilt für die Opera VPN App: Wer ein iPhone oder iPad benutzt, kann die App kostenlos laden und jederzeit aktivieren. Wer so auf den Geschmack kommt und den Nutzen eines VPNs zu schätzen weiß, kann dann immer noch auf einen kommerziellen, deutlich leistungs-fähigeren Dienst umsteigen.