Schnelles Internet ist die Zukunft, darin sind sich die meisten Experten einig. Doch hinkt Deutschland nach Meinung vieler Beobachter in dieser Hinsicht erheblich hinterher. Wie aus einem Beitrag des Deutschland-Funks deutlich wird, kommt es dabei nicht zuletzt auf die Perspektive an.

So liegt Deutschland beim Glas-Faser-Ausbau in einem weltweiten Ranking auf dem vorletzten Platz – eine Verbesserung zum Vorjahr, in dem es die Bundesrepublik gar nicht erst in die Auflistung geschafft hatte.

Auf der anderen Seite gibt es viele Nutzer, die mit der in ihrem Haushalt verfügbaren Internet-Geschwindigkeit mehr als zufrieden sind. Doch wie schnell ist diese eigentlich im Durchschnitt und welche Unterschiede bestehen je nach Wohnlage?

landidylle

Turbo in Groß-Städten – lahme Enten auf dem Land?

Geklagt wird in Deutschland nicht nur allgemein über langsames Internet, sondern speziell über eine zu geringe Geschwindigkeit in ländlichen Gegenden. Aber stimmt diese Kritik mit der Realität überein?

Ja, meint N24. Demnach liegt das Versprechen der Bundesregierung, dass 2018 in Deutschland flächen-deckend Internet mit einer Download-Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit/s verfügbar sein soll, für viele Land-Bewohner heute noch in weiter Ferne.

Der Breit-Band-Atlas von Ende 2015 untermauert diese Ansicht. Dementsprechend präsentiert sich das Internet in Deutschland aktuell folgendermaßen:

  • In rund 65 Prozent aller städtischen Gebiete ist eine Internet-Geschwindigkeit von 50 Mbit/s und mehr verfügbar.
  • In halb-städtischen Gebieten sind es immerhin noch etwa 58 Prozent.
  • Zum Land ist der Unterschied besonders groß. Hier sinkt die Zahl auf etwa 28 Prozent.

Auch die Rang-Liste der Bundesländer zeigt, dass schnelles Internet vor allem in Groß-Städten wie Berlin oder Hamburg verfügbar ist, hier schon fast flächendeckend. Zudem hinkt der Ausbau in den neuen Bundesländern gegenüber den alten hinterher.

Es stimmt also tatsächlich: Auf dem Land präsentiert sich das Internet in Deutschland immer noch gerne als lahme Ente. Der Grund dafür liegt vor allem an der DSL-Leitung:

  • Die Signalübertragung wird umso schlechter, je länger das Kupferkabel ausfällt.
  • Ist die Strecke zwischen Hauptverteiler und Haushalt weit, sind hohe Geschwindigkeiten kaum möglich.
  • Noch langsamer wird die Übertragung, wenn sich mehrere Nutzer gleichzeitig im Netz aufhalten.

Glücklicherweise gibt es – je nach Wohnlage – schon jetzt Möglichkeiten, für Abhilfe zu sorgen und das eigene Internet zu beschleunigen. Dazu gehören das Surfen über das TV-Kabelnetz und Internet über Satellit. Auch die Nutzung von LTE kann eine Lösung sein, um in ländlichen Gebieten eine schnellere Geschwindigkeit zu genießen.

 

Was kosten Internet-Anschlüsse?

Wer auf der Suche nach einem neuen Internet-Anschluss ist, macht sich in der Regel Gedanken um die Kosten. Wie hoch diese ausfallen, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • dem Anbieter
  • der Geschwindigkeit
  • der Art des Anschlusses
  • der Verfügbarkeit
  • eventuellen Zusatz-Leistungen (zum Beispiel Sicherheits- oder Entertainment-Paket)

Die monatlichen Tarife sind entsprechend unterschiedlich. Aktuell sind bereits DSL-Internetanschlüsse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 oder 200 Mbit für rund 15 bis 20 Euro im Monat erhältlich. Wer in den Genuss von besonders schneller Glasfaser kommen möchte, muss teilweise deutlich mehr bezahlen. Auch hier hängen die Preise von Verfügbarkeit und Anbieter ab.

Dabei ist der monatliche Beitrag für einen Internet-Anschluss nicht der einzige Kosten-Punkt, den Nutzer berücksichtigen sollten. Hinzu kommen – ebenfalls abhängig vom Anbieter

  • Einrichtungs-Kosten
  • Kosten für die gestellte Hardware

Beides wird Internet-Nutzern inzwischen häufig erlassen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte allerdings genau hinsehen, bevor er einen Vertrag unterzeichnet.

Grundsätzlich handelt es sich bei Internet-Tarifen inzwischen fast ausnahmslos um echte Flat-Rates. Das bedeutet, dass Nutzer – anders als bei Handy-Tarifen – unbegrenzt surfen können, ohne dass ihre Geschwindigkeit gedrosselt wird. Die wenigen Volumen abhängigen Angebote lohnen sich in der Regel nur für Menschen, die sehr wenig Zeit im Netz verbringen.

 

Was sollten Nutzer bei der Wahl des Providers betrachten?

Die Kosten sind laut verivox.de nicht das einzige wichtige Kriterium bei der Wahl eines Internet-Providers. Aus diesem Grund stellen gängige Vergleiche heute die Möglichkeit zur Verfügung, auch bestimmte Wunsch-Leistungs-Merkmale anzugeben. Daneben sollten Nutzer noch andere Faktoren in ihre Entscheidung miteinbeziehen, vor allem die folgenden:

  • Geschwindigkeit: Nicht jeder benötigt teures Glas_Faser-Internet (falls dieses überhaupt verfügbar ist). Für den durchschnittlichen Nutzer reicht bereits eine Geschwindigkeit von 16 Mbit/s.
  • Vertragslaufzeit: Wer sich nicht auf längere Zeit binden möchte, sollte eine möglichst kurze Vertrags-Laufzeit wählen. Mittlerweile gibt es sogar schon Tarife ohne Mindest-Vertrags-Laufzeit.
  • Zusätzliche Leistungen: Internet gibt es auch im Paket mit digitalem Fernsehen oder Telefon-Flat-Rates. Eine solche Komplett-Lösung kann dazu beitragen, Kosten zu sparen.
  • Boni bzw. Geschenke: Mittlerweile ist es durchaus üblich, dass Internet-Anbieter Ihre Kunden mit Einstands-Geschenken oder Rabatten ködern. Dabei gilt es jedoch genau hinzusehen, ob diese nicht langfristig mit höheren Kosten einhergehen.

Entgegen kommt vielen, die einen neuen Internet-Anschluss benötigen, der harte Konkurrenz-Kampf zwischen den Anbietern. Er hat in der jüngsten Vergangenheit zu erheblichen Preis-Senkungen, Rabatten und Einstands-Geschenken geführt. Gerade dies kann allerdings zur Folge haben, dass man das eigene Ziel schnell aus den Augen verliert.

Wer langfristig glücklich mit seinem Tarif sein und nicht zu viel bezahlen möchte, fragt sich am besten vorab, was er wirklich benötigt.

Übrigens: Bei den angegebenen Geschwindigkeiten handelt es sich um Höchstwerte, die in der Realität meist nicht erreicht werden. 100 Mbit/s DSL sind selten wirklich 100 Mbit.

 

kabeltrommel

Der Breit-Band-Ausbau geht vor allem in städtischen Regionen voran – dies liegt an den größeren Nutzer-Zahlen! Hier lohnen sich die Investitionen in Straßen-Arbeiten und Verlegung der Kabel.

 

Der Breit-Band-Ausbau ist vor allem wirtschaftlich bedeutend

Wenn 16 Mbit/s schon genug sind, wer benötigt dann überhaupt schnelles Glas-Faser-Internet? In erster Linie die Wirtschaft. Denn hier fallen die Anforderungen deutlich höher aus als in Privat-Haushalten. Entsprechend stellt eine flächen-deckende Verfügbarkeit von schnellem Internet einen wirtschaftlichen Faktor dar, der in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird.

Das ist auch der Grund, dass der Breit-Band-Ausbau in der Bundesrepublik ein politisch gern diskutiertes Thema ist. Vielen geht er immer noch viel zu langsam. Ob diese Stimmen mit ihren Warnungen vor wirtschaftlichen Nach-Teilen Recht haben, bleibt abzuwarten.

 

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