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Signal Messenger führt Nachrichten mit Verfalls-Datum ein

13.10.2016 | Von Jörg Schieb

Tipps

Trotz Sicherheits-Bedenken und Datenschutz-Problemen nutzen die meisten immer noch WhatsApp. Dabei gibt es interessante Alternativen. Eine ist Signal: Der kostenlose Messenger überzeugt nicht nur mit einem Höchstmaß an Diskretion, sondern jetzt auch noch mit einer neuen Funktion: Nachrichten können mit einem Verfalls-Datum versehen werden.

Die Idee ist gut, auch wenn sie geklaut ist: Es war der Messenger-Dienst Snapchat, der mit der Idee von selbst-zerstörenden Nachrichten bekannt geworden ist: In Snapchat lassen sich Fotos verschicken, die zehn Sekunden nach dem Betrachten von alleine wieder vom Gerät entfernt werden.

Eine ganz ähnliche Funktion hat jetzt der Messenger-Dienst Signal eingeführt. Auch hier können nun einzelne Nachrichten oder auch komplette Chats mit einem Verfalls-Datum versehen werden: Die Nachrichten oder Chats verschwinden nach Ablauf dieser Zeit vollständig, in Gruppen-Chats auf allen Geräten, die am Chat beteiligt waren. Bei jedem User beginnt der Count-Down in dem Moment zu laufen, in dem die Nachricht geöffnet und gelesen wurde.

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Neue Funktion sorgt für mehr Ordnung

Es geht den Machern nicht im Effekt-Hascherei: Die Nachrichten gehen nicht etwa hollywood-reif effektvoll in Rauch auf, wenn die Zeit rum  ist, sondern verschwinden einfach. Ob nach wenigen Sekunden oder erst nach einigen Wochen, kann der Benutzer individuell festlegen.

Die Macher von Signal (hier der Blogpost mit der Ankündigung) sehen darin weniger eine Sicherheits-Funktion, wohl wissend, dass man vor der Selbst-Zerstörung Screenshots von Nachrichten oder Fotos machen kann, sondern eher eine Funktion der Hygiene.

Das Argument: Nur die wenigsten Nachrichten sind wirklich bedeutsam und müssen für die Ewigkeit archiviert werden. Das Meiste ist nur kurzfristig von Belang, wenn überhaupt – wenn solche Nachrichten entsorgt werden, dient das der Übersicht. Dieses Argument halte ich für zutreffend.

Ich hätte nichts dagegen, wenn sich eher belanglose Nachrichten („Zeit für Lunch?“, „Jemand hat das Licht angelassen!“, „Hier die schönsten Winter-Fotos“) von selbst wieder von meinem Gerät entfernen. Das entlastet den Speicher – und sorgt tatsächlich für mehr Übersicht. Vermissen werde ich garantiert nichts.

Sicher und komfortabel

Der Signal-Messenger ist vor allem bei Menschen beliebt, denen es auf Sicherheit und Diskretion ankommt. Whistle-Blower Edward Snowden zum Beispiel verwendet den Signal-Browser. Und dafür gibt es gute Gründe: Der gesamte Quell-Code von Signal ist OpenSource, das bedeutet, jeder kann in den Programm-Code reinschauen und sich selbst einen Eindruck davon machen, wie der Messenger funktioniert.

Signal im Web

Es gibt garantiert keine versteckten Funktionen, ganz besonders keine, die der Spionage dienen. Die Kommunikation erfolgt Ende-zu-Ende-verschlüsselt. WhatsApp hat vor einigen Wochen die Technologie übernommen.

Gleichzeitig ist Signal sehr komfortabel. Es gibt Apps für iOS und Android und mittlerweile auch eine Desktop-Oberfläche, damit man nicht immer zum Smartphone greifen muss. User können Telefon-Gespräche führen und QR-Codes verwenden, um sich gegenseitig zu identifizieren.

Ich finde: Es gibt jede Menge guter Gründe, Signal mal auszuprobieren. Und mit der automatischen Lösch-Funktion jetzt noch einen entscheidenden Grund mehr. Eine in jeder Hinsicht optimale Alternative zu WhatsApp ist also längst da. Lasst sie uns nutzen.




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