Mittlerweile macht Amazon eigene Verteilzentren in Deutschland auf und verteilt die Pakete künftig selbst. Amazon macht gerne alles selbst – und die anderen schauen in die Röhre. Viele von uns bestellen dort, weil es bequem ist. Aber bequem ist nicht immer richtig. Doch es gibt Alternativen.

Wenn es ein Unternehmen geschafft hat, die Welt des Einzelhandels, aber auch die der Versandhäuser auf den Kopf zu stellen, dann ist es Amazon. Gestartet als kleiner Laden mit Sitz in Seattle, wo man bequem Bücher ordern konnte, ist Amazon heute eines Wir-Versenden-Alles-Onlineshop, der alle plattmacht und ständig wächst.

Anfangs konnte man bei Amazon nur Bücher kaufen. Dann auch Musik-CDs. Heute gibt es fast alles per Mausklick. DVDs. Klamotten. Hightech. Elektronik. Möbel. Spielzeug. Haushaltswaren Bürobedarf. Aber auch eBooks. Onlinespeicher. Filme und Serien zum Angucken. Ein Gemischtwarenladen, der alles anbietet – und viele unter Druck setzt.

Größtes Versandhaus der Welt

Amazon ist mittlerweile das größte Versandhaus der Welt. Die Kunden bekommen alles unter einem Dach, das ist bequem – und in der Regel klappt das mit dem Bestellen und Liefern auch gut und zuverlässig.

Für Kunden besonders verlockend ist Amazon Prime: Hier bekommt man die Pakete nicht nur versandkostenfrei zugestellt, sondern auch schneller. Außerdem gibt es viele Vergünstigungen: Sonderangebote, Kostenlos Musik anhören oder Filme und Serien anschauen, ebenfalls kostenlos. Das bindet viele Kunden noch enger an Amazon – und sie kaufen nicht mehr woanders ein.

Ein Riese setzt alle unter Druck

Allerdings kann Amazon allein durch seine schiere Größe auch alle unter Druck setzen: Verlage, Musik-Labels, Lieferanten, sogar Mitarbeiter. Wer das nicht unterstützen möchte, sollte mal Alternativen nutzen – und nicht immer den einfachsten Weg gehen. Denn es gibt natürlich Alternativen.

Bestes Beispiel dafür ist fairmondo.de. Auch hier gibt es eine Menge Waren zur Auswahl. Aber es steckt kein riesiger Konzern dahinter, sondern eine Genossenschaft auf Tausenden von Leuten. Und es ist nicht ein Shop, sondern es sind ganz viele, die sich unter einem einheitlichen Dach versammelt haben.

Die Alternativen: Farimondo

Bei Fairmondo gibt es nicht so ein großes Angebot wie bei Amazon, aber doch eine Menge. Einfach mal im umfangreichen Angebot stöbern und die Preise vergleichen. Wer hier einkauft, unterstützt keinen amerikanischen Megakonzern, sondern kleine Unternehmer, die ihre Waren über die Plattform online anbieten.

Wenn es darum geht, Bücher online einzukaufen, gibt mehrere Alternativen. Ein schönes Beispiel ist buch7. Sieht vielleicht nicht so schick aus wie der Marktführer. Doch es gibt fast alles. Und auch hier bestellt man Bücher versandkostenfrei. Wichtig: Gewinne des Portals werden für gemeinnützige Zwecke gespendet.

Ganz ähnlich ist es bei fairbuch.de, eine weitere schöne Alternative. Hier bekommt man auch eBooks, DVDs und Hörbücher. Zwei Prozent des Verkaufspreises gehen automatisch an die Kindernothilfe. Auch hier: Kein Profit, der mehr oder weniger unversteuert in die USA geht, sondern guten Projekten hier zugute kommt. Es lohnt sich, das mal auszuprobieren.

Den Vertrieb übernehmen

Es ist kein Geheimnis: Amazon will nach und nach auch den Vertrieb übernehmen, also die Zustellung der Pakete. Niemand anders mitverdienen lassen – und Preise und Gehälter drücken. Das freut die Aktionäre. Der Aktienkurs von Amazon hat sich in den letzten Jahren so entwickelt: Mehr als vervierfacht.

Selbst die Zustellung der Pakete mit Drohnen wird von Amazon in Erwägung gezogen. Das funktioniert vielleicht in ländlichen Gebieten, aber ganz sicher nicht in Städten oder überhaut bei uns in Deutschland. Denn wo sollten Pakete für Mieter abgelegt werden? Aber es zeigt: Amazon will auch diesen Bereich selbst kontrollieren.

Serien und Filme woanders schauen

Wer das nicht unterstützen will, sollte Alternativen einfach mal eine Chance geben. Beispiel: Serien und Filme angucken. Es muss ja nicht immer Amazon Prime Video sein, auch wenn das bequem ist. Unter www.werstreamt.es kann man schauen, wo einzelne Filme oder Serien sonst noch laufen und als Stream angeschaut werden können. Gibt es als Webseite – und als praktische App.

Mein Tipp: Im Zweifel auch einfach mal einen Preisvergleicher wie Idealo.de ausprobieren. Da bekommt man Hinweise auf Onlineshops, die man möglicherweise noch gar nicht kennt – und einfach mal testen kann.