Das Unkenntlichmachen von Bildern gehört heute zum digitalen Alltag – ob für Datenschutz, Social Media oder journalistische Zwecke. Die gute Nachricht: Ihr braucht weder teure Software noch professionelle Kenntnisse. Moderne Tools machen es euch leicht, Gesichter, Kennzeichen oder andere sensible Bereiche zu verpixeln.
Online-Tools: Schnell und unkompliziert
Für gelegentliche Aufgaben reichen kostenlose Online-Services völlig aus. Die Webseite unkenntlich-machen.de funktioniert direkt im Browser – einfach Bild hochladen, Bereich markieren und verpixeln. Alternativ bietet auch Photopea.com eine vollständige Bildbearbeitung im Browser mit Photoshop-ähnlicher Oberfläche.
Für häufigere Nutzung lohnen sich aber Desktop-Programme oder Apps. Hier habt ihr mehr Kontrolle und eure Bilder bleiben lokal.
GIMP: Der kostenlose Alleskönner
Das Open-Source-Programm GIMP ist nach wie vor eine der besten kostenlosen Alternativen zu Photoshop. Die aktuelle Version 2.10.38 läuft stabil auf Windows, Mac und Linux.
Öffnet zunächst das zu bearbeitende Bild in GIMP. Klickt nun Werkzeuge → Auswahlwerkzeuge und wählt beispielsweise Rechteckige Auswahl. Markiert mit gedrückter Maustaste den Bereich im Bild, der unkenntlich werden soll. Danach im Menü Filter die Funktion Weichzeichnen → Verpixeln wählen. Nun lässt sich einstellen, wie stark die Verpixlung sein soll. Je höher die Zahl, desto weniger bleibt in dem markierten Bereich zu erkennen. Habt ihr das gewünschte Ergebnis erreicht, bestätigt mit OK und speichert das Bild ab.
Adobe Photoshop: Der Profi-Standard
In Adobe Photoshop ist das Verfahren sehr ähnlich: Öffnet das Bild in Photoshop und legt mit Hilfe des Auswahlwerkzeuges den Bildausschnitt fest, den ihr verpixeln möchtet. (Das Auswahlwerkzeug kann auch mit der Taste M ausgewählt werden.)
In der Programmleiste wählt ihr nun Filter → Vergröberungsfilter → Mosaikeffekt. Euch wird eine Vorschau angezeigt, die zeigt wie stark die Verpixelung ausfällt. Mit Größe der Mosaiksteine könnt ihr diese Stärke festlegen. Um die Änderungen zu übernehmen, bestätigt mit OK und speichert euer Bild ab.
Mobile Apps: Unterwegs schnell anonymisieren
Für Smartphones gibt es mittlerweile ausgezeichnete Apps. ObscuraCam (Android) wurde speziell für Datenschutz entwickelt und verpixelt automatisch Gesichter. Auf iOS leistet TouchRetouch gute Dienste, kann aber mehr als nur verpixeln.
KI-basierte Lösungen auf dem Vormarsch
2026 setzen immer mehr Tools auf künstliche Intelligenz. Programme wie Cleanup.pictures oder Remove.bg erkennen automatisch Gesichter, Personen oder Objekte und können diese gezielt bearbeiten. Das spart Zeit, besonders bei vielen Bildern.
Canva hat seine KI-Features stark ausgebaut und bietet jetzt auch automatische Anonymisierung an. Besonders praktisch: Die Integration in bestehende Workflows.
Datenschutz beachten
Bei Online-Tools solltet ihr immer prüfen, was mit euren Bildern passiert. Seriöse Anbieter löschen hochgeladene Dateien nach kurzer Zeit automatisch. Für sensible Inhalte sind Desktop-Programme oder Apps die bessere Wahl.
Profi-Tipps für bessere Ergebnisse
Statt nur zu verpixeln, könnt ihr auch andere Techniken nutzen: Weichzeichner-Effekte wirken natürlicher, schwarze Balken sind eindeutig aber weniger ablenkend. Bei bewegten Bildern (Videos) solltet ihr auf spezialisierte Software wie DaVinci Resolve oder Adobe Premiere setzen.
Für Batch-Processing vieler Bilder bietet sich ImageMagick an – ein Kommandozeilen-Tool, das hunderte Bilder automatisch bearbeiten kann.
Rechtliche Aspekte nicht vergessen
Die DSGVO macht das Unkenntlichmachen oft zur Pflicht. Bei Veröffentlichungen ohne Einverständnis müssen Personen anonymisiert werden. Das gilt besonders für Aufnahmen im öffentlichen Raum oder bei Events.
Fazit: Das Verpixeln von Bildern ist heute einfacher denn je. Für gelegentliche Nutzung reichen Online-Tools, für regelmäßige Bearbeitung lohnt sich GIMP oder eine spezialisierte App. KI-Features machen den Prozess zunehmend automatischer – aber die Kontrolle über eure Daten solltet ihr dabei nie aus den Augen verlieren.
Zuletzt aktualisiert am 02.04.2026