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Firefox verteilt Mr. Robots Werbung

20.12.2017 | Von Jörg Schieb

Software

Firefox gilt als unabhängiger und fairer Browser. Nun haben die Macher aber die Reputation des populären Browsers ramponiert, indem sie in den USA den Usern ungefragt ein AddOn untergejubelt haben, das Werbung für die Fernsehserie Mr. Robots machen soll. Die User sind verstört – völlig zu Recht.

Mit Werbung ist das so eine Sache: Auf der einen Seite ist sie nervig, auf der anderen Seite in den meisten Fällen erforderlich, um kostenlose Angebote im Web ermöglichen zu können. Ein bisschen Werbung sind die meisten von uns deshalb durchaus bereit zu erlauben.

Es ist immer eine Frage, (a) wie viel Werbung präsentiert wird, (b) welche Art von Werbung präsentiert wird (etwa laut und aufdringlich, Popup, nicht wegklickbar etc.) und (c) welche Methoden angewandt werden, um passende Werbung zu zeigen. Stichwort: Datensammelei.

Ungefragt untergejubeltes AddOn

Doch die Mozilla Foundation, der wir den kostenlosem Browser Firefox zu verdanken haben, hat mit dem gerade erst relaunchten und viel gelobten Firefox 57 in Sachen Werbedreistigkeit den Vogel abgeschossen. So hat sich die Mozilla Foundation dazu entschlossen, allen Nutzern in den USA einen Werbe-Plugin unterzujubeln.  Ungefragt wird den Leuten eine Erweiterung installiert, die unverhohlen für deine durchaus bekannte Fernsehserie wirbt. Allerdings wird die Erweiterung ungefragt installiert – ohne Nachfrage also und ohne irgendwelche Informationen.

Angeblich hat die Mozilla Foundation kein Geld für diesen ungewöhnlichen Vorgang bekommen. Ziel ist offenbar eher eine ungewöhnliche Art der Cross-Promotion: Wer die Serie über einen Hacker schaut, soll wohl zu Firefox geführt werden. Motto: Hey, die coolen Jungs benutzen Firefox – und schwupps, stehen dort dieselben Werkzeuge zur Verfügung wie in der Serie. Warum das aber quasi als Zwangs-Download erfolgen musste, fragen sich mittlerweile sogar Firefox-Entwickler.

Dreiste Methode

Diesen Schachzug als dumm zu bezeichnen, wäre wohl noch untertrieben. Es war dämlich, dreist und kurzsichtig, das zu machen. Niemand word darüber schmunzeln – alle werden sagen: Firefox? Das ist doch diese angeblich unabhängige Browser, der einem ungefragt Sachen unterjubelt. Wer weiß: Vielleicht bekomme ich nicht mal mit, wenn das nächste Mal etwas bei mir installiert wird. Die Vorgehensweise ist also unverzeihlich, man kann es nicht anders sagen.

Jetzt behauptet Mozilla zwar, es sei keine Werbung, sondern lediglich eine interne Studie – aber wer soll das glauben? Entscheidend ist, dass Mozilla gezeigt hat, wozu es fähig und bereit ist.

 




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