Excel kennt den Büro-Kalender

von | 07.02.2018 | Office

Wie lange eine Arbeit braucht, lässt sich oft nur schwer im Voraus einschätzen. Besonders dann nicht, wenn ein Monat noch jede Menge Feiertage enthält. Wer sich einen Überblick verschaffen will, fragt dazu am besten Excel – oder nutzt die entsprechenden Funktionen in Google Sheets oder LibreOffice Calc.

Denn moderne Tabellen-Programme kennen sich mit dem Kalender und Bürotagen bestens aus – möglich macht es die integrierte Funktion für Netto-Arbeitstage. In Excel und den meisten anderen Tabellenkalkulationen wird sie wie folgt genutzt:

=NETTOARBEITSTAGE(Start-Datum; End-Datum; Freie-Tage)

Werden hier nur die ersten beiden Werte angegeben, rechnet das Programm alle Bürotage in diesem Zeitraum aus. Optional kann als dritter Parameter noch ein Zellbereich mit Daten hinterlegt werden, die auf jeden Fall arbeitsfrei sein sollen. Die Software zieht diese freien Tage dann automatisch ab.

Praxis-Beispiel: Projektplanung leicht gemacht

Stellt euch vor, ihr plant ein Projekt vom 15. März bis zum 30. April 2026. Mit der Formel =NETTOARBEITSTAGE(„15.03.2026″;“30.04.2026“) erhaltet ihr sofort die Anzahl der verfügbaren Arbeitstage – ohne mühsam Wochenenden und Feiertage manuell abzuziehen.

Erweiterte Funktionen für bessere Planung

Seit den neueren Excel-Versionen (365 und 2021/2024) gibt es zusätzlich die Funktion NETTOARBEITSTAGE.INTL, die noch flexibler ist. Hier könnt ihr sogar definieren, welche Wochentage als Arbeitstage gelten sollen. Das ist besonders praktisch für Unternehmen mit ungewöhnlichen Arbeitszeiten oder internationalen Teams.

Die Syntax lautet: =NETTOARBEITSTAGE.INTL(Start-Datum; End-Datum; [Wochenende]; [Freie-Tage])

Mit dem Parameter „Wochenende“ definiert ihr, welche Tage grundsätzlich frei sind. Die Zahl 1 steht für das klassische Wochenende (Samstag/Sonntag), 2 für Sonntag/Montag, und so weiter. Ihr könnt sogar einzelne Wochentage als Textstring angeben, etwa „0000011“ für ein Wochenende von Samstag bis Sonntag.

Feiertage intelligent berücksichtigen

Besonders clever wird es beim dritten Parameter. Hier tragt ihr einen Zellbereich ein, der alle zusätzlichen freien Tage enthält – also Feiertage, Betriebsferien oder firmenspezifische freie Tage. Excel berücksichtigt diese automatisch bei der Berechnung.

Erstellt dazu am besten eine separate Liste mit allen relevanten Feiertagen eures Bundeslandes oder Landes. Diese könnt ihr dann immer wieder verwenden. Für 2026 wären das beispielsweise Neujahr (01.01.), Karfreitag (03.04.), Ostermontag (06.04.), Tag der Arbeit (01.05.) und so weiter.

Umgekehrte Berechnung: Endtermine finden

Noch praktischer ist die Funktion ARBEITSTAG bzw. ARBEITSTAG.INTL. Sie macht genau das Gegenteil: Ihr gebt ein Startdatum und die Anzahl der benötigten Arbeitstage ein, und Excel berechnet automatisch den Endtermin.

Die Formel =ARBEITSTAG(„15.03.2026“;20) sagt euch zum Beispiel, an welchem Datum ihr fertig seid, wenn ihr ab dem 15. März 20 Arbeitstage benötigt. Auch hier könnt ihr wieder Feiertage als zusätzlichen Parameter angeben.

Alternative Tools und moderne Lösungen

Während Excel nach wie vor der Standard ist, bieten auch Google Sheets und Microsoft 365 Online diese Funktionen. Der Vorteil: Ihr könnt eure Kalkulationen von überall abrufen und mit dem Team teilen. Google Sheets verwendet übrigens dieselben Funktionsnamen, nur mit englischen Bezeichnungen: NETWORKDAYS und WORKDAY.

Für komplexere Projektplanung haben sich zusätzlich Tools wie Microsoft Project, Asana oder Notion etabliert. Diese bieten noch ausgeklügeltere Funktionen für Ressourcenplanung und Abhängigkeiten zwischen Aufgaben.

Tipps für die Praxis

Achtet darauf, dass ihr Datumsangaben im richtigen Format eingebt. Excel akzeptiert sowohl direkte Eingaben in Anführungszeichen als auch Zellbezüge. Bei internationalen Teams solltet ihr das Datumsformat vorher festlegen, um Verwirrung zu vermeiden.

Erstellt euch außerdem eine Vorlage mit den wichtigsten Feiertagen eurer Region. Diese könnt ihr dann bei jeder Projektplanung wiederverwenden und spart euch viel Zeit bei der manuellen Eingabe.

Zuletzt aktualisiert am 29.03.2026