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Warum Bitcoin so viel Energie verbrauchen

25.02.2018 | Von Jörg Schieb

Internet

Alle reden derzeit über Bitcoin. Aber vor allem deshalb, weil sich damit eine Menge Geld verdienen lässt – jedenfalls bislang. Nicht, weil Bitcoin wirklich wertvoll wären, sondern weil sie ein wunderbares Spekulationsobjekt sind. Doch die meisten wissen gar nicht, wie die „Geldstücke“ entstehen – und dass sie wahnsinnig viel Energie verbrauchen. Ein zunehmendes Problem.

„Bitcoin ist also sozusagen Energie“, sagte kürzlich ein Freund, als wir uns über die Krypto-Währung unterhalten haben. Ich habe ihm erklärt, wie das mit dem Schürfen (Mining) von Bitcoins funktioniert. Dass es am Anfang (mehr oder weniger) kinderleicht war, mit einem handelsüblichen PC und der passenden Software Bitcoins zu „schürfen“, liegt in der Natur der Sache:

Es gibt eine exakt vorgegebene Anzahl an Bitcoins. Um einen neuen, bislang unentdeckten Bitcoin zu finden, müssen Rechenaufgaben bewältigt werden. Anfangs war das einfach – heute ist das aufwändig. Die Rechenaufgaben werden immer komplexer.

 

Bitcoin zu erschaffen kostet Energie

Der Rechenaufwand, einen neuen Bitcoin zu finden, ist enorm – weshalb zum Beispiel anspruchsvolle Grafikkarten, die wahre Rechenkünstler sind, ausverkauft sind. Heutzutage braucht es hochspezialisierte Serverfarmen, um neue Bitcoins zu erschaffen.

Die superschnellen Rechner knobeln und knobeln. Der enorme Aufwand lohnt sich aber trotzdem: Die Spekulationsblase lässt den Währungskurs des Bitcoin explodieren. Selbst enorme Mieten für Server sind wirtschaftlich, solange der Bitcoin derart „wertvoll“ ist.

Wer nun glaubt, das Schürfen von Bitcoins sei eine saubere Sache, weil keine Menschen in Bergwerken schuften müssen, um die Ressource zu ergattern, weil die Landschaft nicht verschandelt wird, niemand bestochen werden muss (alles ansonsten üblich), der täuscht sich – und zwar enorm. Denn der Energieaufwand zum Schürfen von Bitcoins ist extrem.

geralt / Pixabay

Hemmungslose Vergeudung von Ressourcen

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, wird in Island mittlerweile die Hälfte des Strombedarfs zum Schürfen von Bitcoins vergeudet. Das Erschaffen sinnloser Bitcoins verbraucht also bald mehr Energie als die gesamte Bevölkerung. In China ist es ähnlich dramatisch. 70% aller Bitcoins werden in China „erschürft“. Und auch da gibt es mittlerweile erhebliche Energieprobleme – weil die Bitcoin-Serverfarmen derart energiehungrig sind. In China wird über ein Verbot nachgedacht, in Island über eine Steuer.

Ja, mein Freund hat Recht: Bitcoins sind Energie. Sie verbrauchen jedenfalls viel. Zurückumwandeln in Energie geht aber nicht. Sie sind daher völlig sinnlos. Mehr als das: Sie sind gefährlich. Sie zerstören die Umwelt, kosten Ressourcen (Kohle, Gas, Öl, im Idealfall grüne Energie, die ansonsten für andere Zwecke hätte eingesetzt werden können). Und wozu? Einzig und allein zur Befriedigung der Gier. Der Bereicherung. Einen anderen Zweck haben Bitcoins nicht.

Ich finde: Der Preis für dieses Experiment ist viel zu hoch. Der Gedanke, Bitcoin zu besteuern, ist daher naheliegend und folgerichtig. Auch ein Verbot ist überlegenswert. Denn wozu werden Bitcoins eingesetzt? Als Zahlungsmittel doch nur im Darknet.




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