VPN-Funktion richtig testen: So prüft ihr eure Sicherheit

von | 22.03.2018 | Netzwerk

Mit einem VPN lässt sich auch in öffentlichen WLANs sicher surfen. Zudem ist für den Zugriff auf Firmen-Netzwerke oft ein VPN nötig, damit die übertragenen Daten geschützt werden. Ob die VPN-Verbindung hergestellt ist und funktioniert, zeigt ein einfacher Test.

Zum Schutz der Daten ist es am besten, wenn sämtliche Daten über den Tunnel geleitet werden – nicht nur diejenigen, für die der DNS-Server im VPN-Netz eine IP-Adresse kennt. Eine entsprechende Einstellung findet sich sowohl in Windows bei den Eigenschaften der VPN-Verbindung als auch in den System-Einstellungen von macOS und Linux.

Die klassische Methode: IP-Adresse prüfen

Ob die Daten tatsächlich über die VPN-Verbindung übertragen werden, könnt ihr herausfinden, indem ihr ein neues Browser-Fenster öffnet. Dann die Adresse www.wieistmeineip.de eintippen. Erscheint danach die gleiche IP-Adresse wie bei getrennter VPN-Verbindung, stimmt etwas mit den Einstellungen nicht.

Alternativ funktionieren auch Dienste wie whatismyipaddress.com oder ipinfo.io. Diese zeigen nicht nur eure IP-Adresse, sondern auch den geschätzten Standort und Provider. Ist das VPN aktiv, solltet ihr den Standort des VPN-Servers sehen, nicht euren tatsächlichen Aufenthaltsort.

Erweiterte VPN-Tests für 2026

Moderne VPNs können jedoch tückisch sein. Manchmal funktioniert die IP-Maskierung, aber einzelne Dienste oder DNS-Anfragen laufen trotzdem am VPN vorbei. Hier helfen spezialisierte Test-Tools:

DNS-Leak-Tests: Websites wie dnsleaktest.com oder ipleak.net prüfen, ob eure DNS-Anfragen wirklich über den VPN-Server laufen. Ein DNS-Leak verrät euren Standort und eure Surfgewohnheiten, auch wenn die IP-Adresse maskiert ist.

WebRTC-Leak-Tests: Der WebRTC-Standard in Browsern kann eure echte IP-Adresse preisgeben, selbst bei aktivem VPN. Tools wie browserleaks.com/webrtc decken solche Lecks auf. In Chrome und Firefox lässt sich WebRTC in den erweiterten Einstellungen deaktivieren.

IPv6-Lecks: Viele VPNs unterstützen nur IPv4, während moderne Internetverbindungen auch IPv6 nutzen. Läuft IPv6-Traffic am VPN vorbei, seid ihr identifizierbar. Test-Seiten wie test-ipv6.com zeigen, ob ihr über IPv6 erreichbar seid.

VPN-Performance richtig bewerten

Ein funktionierendes VPN ist eine Sache – ein schnelles eine andere. 2026 erwarten Nutzer auch bei VPN-Verbindungen hohe Geschwindigkeiten für Streaming, Gaming und Videokonferenzen.

Geschwindigkeitstests: Messt eure Internetgeschwindigkeit vor und nach der VPN-Aktivierung mit fast.com oder speedtest.net. Ein Verlust von 10-20% ist normal, darüber hinaus solltet ihr den Server wechseln oder einen anderen VPN-Anbieter testen.

Latenz-Tests: Für Gaming und Videokonferenzen ist die Ping-Zeit entscheidend. Tools wie ping.eu zeigen die Latenz zu verschiedenen Servern. Werte unter 50ms sind optimal, über 100ms wird es kritisch.

Automatisierte VPN-Überwachung

Viele moderne VPN-Clients bieten inzwischen eingebaute Leak-Protection und Kill-Switches. Diese Features trennen die Internetverbindung automatisch, falls das VPN ausfällt. In den Einstellungen eures VPN-Clients solltet ihr folgende Features aktivieren:

  • Kill Switch: Blockiert den gesamten Traffic bei VPN-Ausfall
  • DNS-Leak-Protection: Leitet alle DNS-Anfragen über den VPN-Tunnel
  • Auto-Connect: Aktiviert das VPN automatisch bei unsicheren Netzwerken
  • Split Tunneling: Erlaubt es, bestimmte Apps am VPN vorbeizuleiten (falls gewünscht)

Was VPNs nicht können

Vor Cookies und Tracking durch Web-Dienste wie Facebook, Google und Co. schützt übrigens auch ein VPN nicht. Da müssen weitere Techniken zum Einsatz kommen, etwa der private Modus, der in fast allen Browsern integriert ist.

Auch gegen Browser-Fingerprinting helfen VPNs nur bedingt. Websites können euch anhand eurer Browser-Konfiguration, installierten Fonts und Hardware-Eigenschaften identifizieren. Hier helfen spezialisierte Browser wie Tor oder Privacy-Extensions wie uBlock Origin und ClearURLs.

Fazit: Regelmäßig testen lohnt sich

VPN-Tests sollten nicht nur einmalig nach der Einrichtung erfolgen. Führt die Überprüfungen regelmäßig durch, besonders nach Software-Updates oder beim Wechsel zwischen verschiedenen Netzwerken. Nur so stellt ihr sicher, dass euer digitaler Schutzschild wirklich funktioniert.

Zuletzt aktualisiert am 10.03.2026