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Der Datenskandal um Cambidge Analytica und Facebook hat zweifellos die Sensibilität erhöht. Plötzlich hören wir genauer hin, wo wir vor einigen Wochen nur lässig mit den Achseln gezuckt hätten. Wie jetzt durch die Bild am Sonntag (BAMS) bekannt wurde, hat eine Tochterfirma der Post CDU und FDP mit Daten versorgt, die im Wahlkampf genutzt wurden. Dafür seien „fünfstellige Beträge“ geflossen.

Nein, das ist von Dimension und Umfang natürlich nicht mal ansatzweise mit dem Cambridge Analytica Fall vergleichbar. Denn im Fall des Post-Deals wurden keine persönlichen Daten ermittelt und weitergegeben, sondern anonymisierte Daten. Die Post hat den Auftraggebern verraten, mit einem Wahrscheinlichkeitswert zwischen 1 und 100, wie die persönliche Gesinnung in einem Haushalt ist.

Aber nicht von einem konkreten Haushalt, sondern immer nur von mehrere Haushalten gleichzeitig – in der Regel voin 6,6 Haushalten. Doch dafür wurden viele Daten verarbeitet, unter anderem auch Daten, die vom Kraftfahrtbundesamt kommen. Angaben übrer Familiensituaion, Kaufkraft, Alter, Bildung, Wohnsituatuation und mehr.

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Daten. anonymisiert

Das sind schon eine Menge Informationen. Und auch, wenn sie anonymisiert wurden, ist das schon ziemlich konkret. Besonders neu ist das allerdings auch nicht, denn schon lange werden nach dem Konzept Bonitöt und Kaufkraft ermittelt – und auch bewertet, wenn jemand einen Antrag auf einen Mobilfunkvertrag stellt oder etwas kaufen möchte. Das Haus, in dem man wohnt, entscheidet (unter anderem), ob man ein gern gesehener Kunde ist oder nicht.

Das vergleichsweise milde Vergehen der Post macht aber deutlich, was heute nicht nur möglich, sondern selbstverständlich ist. Es wird aller höchste Zeit, sich darüber im Klaren zu werden, was man da OK findet und wo die Grenzen gezogen werden sollen. Politik gehört nicht hier her. Ganz sicher dürfen solche Daten aber nicht an Parteien gehen, denn die manipulieren die Menschen dann nur, anstatt sie zu informieren und aufzuklären.

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