LibreOffice Writer: Formeln einfügen und professionell formatieren

von | 28.05.2018 | Office

Wer an wissenschaftlichen, mathematischen oder technischen Dokumenten arbeitet, kommt um Formeln nicht herum. Wenn ihr versucht, eine komplexe mathematische Formel direkt in LibreOffice Writer zu tippen, merkt ihr schnell: Das wird nichts mit Brüchen, Wurzeln oder Integralen. Zum Glück hat LibreOffice dafür eine elegante Lösung parat.

Der eingebaute Formel-Editor macht’s möglich

LibreOffice Writer bringt von Haus aus einen mächtigen Formel-Editor mit – LibreOffice Math. Dieses Tool ist speziell dafür entwickelt, auch komplexeste mathematische Ausdrücke professionell darzustellen. Und so nutzt ihr es:

  1. Öffnet euer Dokument in LibreOffice Writer und klickt an die Stelle, wo die Formel erscheinen soll.
  2. Geht im Menü auf Einfügen → Objekt → Formel.
  3. Am unteren Rand des Writer-Fensters öffnet sich der Formel-Editor mit einem Eingabefeld für den Formel-Code.
  4. Gleichzeitig erscheint die Element-Palette mit mathematischen Symbolen und Strukturen. Falls sie fehlt, blendet sie über Ansicht → Elemente ein.
  5. Ist die Formel fertig, schließt den Editor mit [ESC] oder klickt ins Dokument. Per Doppelklick auf die Formel könnt ihr sie später wieder bearbeiten.

Formeln per Code oder Klick erstellen

Der Formel-Editor arbeitet mit einer eigenen Markup-Sprache. Für einen einfachen Bruch tippt ihr etwa „a over b“ – schon erscheint a/b als ordentlicher Bruch. Für eine Quadratwurzel schreibt ihr „sqrt{x}“. Das klingt erst mal gewöhnungsbedürftig, ist aber sehr mächtig.

Alternativ klickt ihr euch durch die Symbol-Palette. Dort findet ihr:
– Grundrechenarten und Vergleichsoperatoren
– Brüche und Wurzeln
– Hoch- und Tiefstellungen
– Integrale und Summenzeichen
– Griechische Buchstaben
– Klammern verschiedener Größen
– Matrizen und Vektoren

Profi-Tipps für bessere Formeln

Mit ein paar Kniffen werden eure Formeln noch professioneller:

Automatische Formatierung: LibreOffice Math passt Klammergröße und Schriftarten automatisch an. Variablen erscheinen kursiv, Funktionsnamen aufrecht.

Ausrichtung und Größe: Über das Kontextmenü der Formel könnt ihr Ausrichtung (linksbündig, zentriert, rechtsbündig) und Grundschriftgröße anpassen.

Nummerierung: Für nummerierte Formeln fügt eine Tabelle mit zwei Spalten ein – Formel links, Nummer rechts.

Komplexe Strukturen: Verschachtelte Brüche, mehrzeilige Gleichungen oder chemische Formeln – alles möglich. Die Syntax wirkt anfangs komplex, folgt aber klaren Regeln.

Import aus anderen Quellen

Seit den neuesten Versionen unterstützt LibreOffice auch den Import von MathML und LaTeX-Formeln. Wenn ihr bereits LaTeX-Code habt, kopiert ihn einfach in den Formel-Editor – LibreOffice konvertiert automatisch.

Auch aus Microsoft Word eingefügte Formeln werden meist korrekt übernommen. Bei komplexeren Formeln lohnt sich aber eine Kontrolle.

Alternative: LaTeX für Profis

Wer regelmäßig mit vielen Formeln arbeitet, sollte über LaTeX nachdenken. Diese Textsatz-Sprache ist der Standard in Wissenschaft und Technik. LibreOffice kann LaTeX-Dokumente öffnen und LaTeX-Code in Writer-Dokumente einbetten.

Für gelegentliche Nutzung ist der eingebaute Formel-Editor aber völlig ausreichend. Er produziert saubere, druckfertige Ergebnisse ohne zusätzliche Software.

Fehlerbehebung

Falls der Formel-Editor nicht startet, prüft in den LibreOffice-Einstellungen unter „LibreOffice → Erweitert“, ob Java aktiviert ist. Math benötigt Java für einige Funktionen.

Bei Problemen mit der Darstellung hilft oft ein Neustart von LibreOffice. Formeln werden als Objekte gespeichert und manchmal nicht sofort korrekt gerendert.

Fazit

LibreOffice Writer mit Math-Editor ist eine vollwertige Alternative zu teuren Speziallösungen. Die Einarbeitungszeit lohnt sich – besonders wenn ihr regelmäßig wissenschaftliche oder technische Texte verfasst. Die Formeln sehen professionell aus und lassen sich problemlos in PDF exportieren oder drucken.

Zuletzt aktualisiert am 09.03.2026