Viele denken es – ob zu Recht oder nicht -, jetzt bekommen sie von Google quasi eine Bestätigung: Der Suchbegriff „Idiot“ spuckt Bilder von Donald Trump aus. Grund dafpr sind offensichtlich verschiedene Online-Kampagnen: Durch geschicktes „Beackern“ lassen sich die Algorithmen irritieren.

Wer derzeit „Idiot“ in den Suchschlitz von Google eintippt und auf die Bildersuche wechselt, der bekommt an den vordersten Plätzen einige Bilder des amtierenden US-Präsidenten zu sehen. Das ist natürlich ein wunderbarer Schenkelklopfer: Trump, der Idiot. Der amtierende US-Präsident erfährt nicht sonderlich viel Respekt in der Öffentlichkeit, und nun meint auch noch Google, Trump sei ein Idiot.

Google lässt sich an dr Nase herumführen

Wie kann das kommen? Google selbst weiß herzlich wenig von der Welt und versteht auch nicht, was gerade abläuft. Google analysiert jedoch, was im Web los ist. Unzählige Algorithmen bewerten Texte, Fotos, Videos und vor allem Verlinkungen im Netz.

So entsteht für Google ein Bild davon, was relevant ist und was nicht. Die Formeln werden zwar immer komplexer, aber das ist letztlich die Magie hinter der Suchmaschine. Sie beurteilt nüchtern, was sie sieht.

Falsche Informationen können Algorithmen beeindrucken

Wenn nun besonders viele Fotos und Texte den US-Präsidenten zeigen und das Stichwort (Keyword) „Idiot“ dabei eine Rolle spiel, zieht Google trocken den Schluss, dass es einen Zusammenhang geben muss.

Google „denkt“ nicht mit und bestätigt es schon gar nicht, dass es so sei, stellt aber fest, dass es im Web derzeit so gesehen wird. Dieser Artikel hier fördert das Phänomen, da die Begriffe Trump und Idiot gemeinsam verwendet werden.

Algorithmen sind „dumm“: Sie entscheiden strikt nach Regeln

Keine Manipulation, auch kein Missbrauch – sondern Gebrauch

Viele Medien behaupten nun, Googles Such-Algorithmen seien manipuliert worden, etwa der Guardian. Aber das stimmt nicht. Der Google-Algorithmus arbeitet wie immer.

Die Aktivisten, die das Stichwort „Idiot“ mit dem Bild von Donald Trump verbinden wollen, haben lediglich (in der Praxis ist das sehr aufwändig) das nötige „Futter“ bereitgestellt, damit Google zu dem Ergebnis kommt: Trump ist ein Idiot. Dazu mussten sehr viele Artikel generiert werden, die diese Wortkombination enthalten – mit entsprechenden Verlinkungen.

Das ist keine Manipulation, auch kein Missbrauch, sondern ein Gebrauch der Mechanismen – ein Ausnutzen der vorhandenen „Spielregeln“, die Google in seinen Algorithmen versteckt. Heerscharen von Experten betreiben SEO (Search Engine Optimization). Sie versuchen, und lassen sich das teuer bezahlen, die Webseiten oder Onlineshops ihrer Kunden unter bestimmten Keywords gut auffindbar zu machen. Alltagsgeschäft.

Merke: Hier wurde nichts manipuliert. Hier wurde gezeigt, wie leichtfertig Algorithmen sind – und wie sehr wir Nutzer von diesen dummen Algorithmen abhängig sind.