Mega-Malls, Flughäfen und große Universitäten sind regelrechte Labyrinthe. Wer schon mal im Terminal 5 von Heathrow nach dem richtigen Gate gesucht oder im Westfield Shopping Centre den Überblick verloren hat, weiß: Da braucht man Hilfe. Google Maps bietet diese Hilfe – und zwar nicht nur für draußen, sondern auch für drinnen.
Die Indoor-Navigation von Google Maps hat sich seit ihrer Einführung kontinuierlich weiterentwickelt. Mittlerweile sind weltweit über 100.000 Gebäude erfasst – von Einkaufszentren über Flughäfen bis hin zu Bahnhöfen, Krankenhäusern und sogar großen Supermärkten.
So findet ihr Indoor-Karten
Wer wissen will, ob Google Maps eine Innenansicht eines bestimmten Gebäudes parat hat, zoomt einfach in der App oder im Browser an die entsprechende Stelle. Dann noch weiter reinzoomen – bei ausreichender Vergrößerung erscheinen plötzlich einzelne Geschäfte, Restaurants und detaillierte Beschriftungen. Ein kleines Wunder der digitalen Kartografie.
Navigation zwischen den Etagen
Die meisten großen Gebäude haben mehrere Stockwerke – und hier wird es richtig interessant. Am Rand der Kartenansicht erscheint eine Etagen-Auswahl, die aussieht wie die Knöpfe in einem Aufzug. Ein Tipp darauf, und schon wechselt die Ansicht zum gewählten Stockwerk. Praktisch, wenn ihr wissen wollt, ob der Apple Store im Erdgeschoss oder im ersten Stock liegt.
Live View macht den Unterschied
Besonders clever wird es mit der „Live View“-Funktion in der Google Maps App. Diese Augmented Reality-Features nutzt die Smartphone-Kamera und legt digitale Wegweiser über das reale Bild. Das funktioniert mittlerweile auch in vielen Indoor-Bereichen. Einfach das Handy hochhalten, und Google zeigt euch mit Pfeilen und Hinweisen den Weg zum Ziel.
Wie kommen die Daten zu Google?
Google sammelt Indoor-Daten auf verschiedene Weise: Zum einen arbeitet das Unternehmen direkt mit Betreibern großer Gebäude zusammen, die ihre Grundrisse zur Verfügung stellen. Zum anderen nutzt Google die anonymisierten Bewegungsdaten von Android-Nutzern, um Wege und Points of Interest zu identifizieren.
Betreiber können ihre Gebäudedaten auch selbst hochladen – über das „Google My Business“-Portal oder spezielle Tools für größere Immobilien. Das erklärt, warum manche Shopping-Center perfekt kartografiert sind, während andere noch weiße Flecken aufweisen.
Wo funktioniert es am besten?
Besonders gut funktioniert die Indoor-Navigation in:
– Großen Flughäfen (Frankfurt, München, Düsseldorf haben alle detaillierte Karten)
– Shopping-Centern wie CentrO Oberhausen oder Mall of Berlin
– Bahnhöfen (Hauptbahnhöfe in deutschen Großstädten sind meist erfasst)
– Universitäten und Krankenhäusern
– Großen Supermärkten und Möbelhäusern
Grenzen der Technologie
Trotz aller Fortschritte hat die Indoor-Navigation noch Grenzen. GPS funktioniert in Gebäuden schlecht oder gar nicht. Stattdessen nutzt Google eine Kombination aus WLAN-Signalen, Bluetooth-Beacons und Bewegungssensoren des Smartphones. Das kann manchmal ungenau werden, besonders in Gebäuden mit vielen Stahlträgern oder dicken Betonwänden.
Tipps für die Praxis
Damit die Indoor-Navigation optimal funktioniert, solltet ihr:
– WLAN und Bluetooth aktiviert lassen
– Der App Zugriff auf euren Standort gewähren
– Die neueste Version von Google Maps verwenden
– Bei Problemen die App einmal komplett schließen und neu starten
Datenschutz im Blick behalten
Wie bei allen Google-Diensten solltet ihr auch hier die Datenschutz-Einstellungen im Blick behalten. Wer nicht möchte, dass Google die Bewegungsdaten speichert, kann die Standort-Historie deaktivieren. Dann funktioniert die Navigation zwar weiterhin, aber Google sammelt keine langfristigen Daten über eure Wege.
Die Indoor-Navigation von Google Maps ist ein praktisches Feature, das gerade in unbekannten, großen Gebäuden richtig hilfreich sein kann. Auch wenn es noch nicht überall verfügbar ist – wo es funktioniert, spart es Zeit und Nerven.
Zuletzt aktualisiert am 08.03.2026

