Mac aus der Ferne steuern

von | 11.09.2018 | macOS

Wer an mehreren Geräten arbeitet, muss nicht immer zwischen ihnen hin und her laufen. Im Netzwerk gelingt der Zugriff auch aus der Ferne. Bei Macs kommt hierfür die entfernte Verwaltung zum Einsatz – eine praktische Funktion, die Apple deutlich verbessert hat.

Mac für Remote-Zugriff vorbereiten

Wer aus der Ferne auf seinen Mac zugreifen möchte, sollte diesen erst darauf vorbereiten. Unter macOS Sequoia und neueren Versionen haben sich die Schritte etwas geändert:

  1. Als Erstes oben links auf das Apfel-Symbol klicken, um dort die System-Einstellungen aufzurufen.
  2. Hierin zur Rubrik Allgemein wechseln und dann Freigaben auswählen.
  3. In der Liste den Schalter bei Bildschirmfreigabe aktivieren (früher „Entfernte Verwaltung“).
  4. Rechts folgt anschließend ein Klick auf das Info-Symbol für weitere Optionen.
  5. Neben dem Haken bei Beobachten auch die Option Steuern aktivieren.
  6. Nach Belieben noch weitere Funktionen mit einem Haken versehen, die aus der Ferne zugänglich sein sollen.
  7. Wichtig: Ein sicheres Passwort für VNC-Betrachter festlegen oder bestehende Benutzer auswählen.

Verbindung herstellen

Die Verbindung von anderen Macs aus funktioniert weiterhin über den Finder. Im Finder-Menü auf Gehe zu, Mit Server verbinden klicken und dann die Adresse vnc://IP-des-Macs eingeben. Alternativ könnt ihr auch die Tastenkombination Cmd+K verwenden.

Universal Control als moderne Alternative

Seit macOS Monterey gibt es mit Universal Control eine elegantere Lösung für viele Anwendungsfälle. Damit könnt ihr Maus und Tastatur nahtlos zwischen mehreren Macs und iPads bewegen, ohne separate Verbindungen aufzubauen. Die Funktion aktiviert ihr unter System-Einstellungen > Displays > Erweiterte Einstellungen.

Voraussetzungen für Universal Control:
– Alle Geräte mit derselben Apple-ID angemeldet
– Bluetooth und WLAN aktiviert
– Geräte maximal 10 Meter voneinander entfernt
– macOS Monterey 12.3 oder neuer bzw. iPadOS 15.4 oder neuer

Sicherheit nicht vergessen

Bei der Remote-Steuerung solltet ihr einige Sicherheitsaspekte beachten:

Netzwerksicherheit: Die Bildschirmfreigabe funktioniert standardmäßig nur im lokalen Netzwerk. Für Zugriffe über das Internet müsst ihr Portweiterleitung am Router einrichten – das birgt aber Sicherheitsrisiken.

VPN nutzen: Sicherer ist eine VPN-Verbindung ins heimische Netzwerk. Moderne Router bieten oft integrierte VPN-Server, alternativ könnt ihr Lösungen wie Tailscale oder ZeroTier nutzen.

Firewall konfigurieren: In den System-Einstellungen unter Netzwerk & Internet > Firewall solltet ihr die Firewall aktivieren und nur notwendige Verbindungen zulassen.

Professionelle Alternativen

Für erweiterte Funktionen gibt es spezialisierte Tools:

TeamViewer: Der Klassiker für plattformübergreifende Remote-Verbindungen funktioniert auch zwischen verschiedenen Betriebssystemen und über das Internet.

Chrome Remote Desktop: Googles kostenlose Lösung läuft im Browser und ist besonders einfach einzurichten.

Screens for Organizations: Eine professionelle Mac-Lösung mit erweiterten Sicherheitsfunktionen für Unternehmen.

Apple Remote Desktop: Apples Profi-Tool für IT-Administratoren bietet umfangreiche Verwaltungsfunktionen für Mac-Flotten.

Troubleshooting häufiger Probleme

Falls die Verbindung nicht klappt, prüft diese Punkte:

  • Sind beide Macs im selben Netzwerk?
  • Ist die Firewall richtig konfiguriert?
  • Stimmt die IP-Adresse? (Unter System-Einstellungen > Netzwerk einsehbar)
  • Wurde der Bildschirmfreigabe-Dienst wirklich aktiviert?
  • Bei drahtlosen Verbindungen: Ist das WLAN stabil?

Performance optimieren

Für flüssigere Remote-Sessions könnt ihr:
– Die Bildqualität in den VNC-Einstellungen reduzieren
– Animationen und Transparenzen am entfernten Mac deaktivieren
– Eine kabelgebundene Netzwerkverbindung verwenden
– Andere netzwerkintensive Programme schließen

Die Mac-eigene Bildschirmfreigabe hat sich über die Jahre deutlich verbessert und bietet für die meisten Heimanwender ausreichende Funktionen. Für gelegentliche Remote-Zugriffe im lokalen Netzwerk ist sie die perfekte Lösung – kostenlos und direkt ins System integriert.

Zuletzt aktualisiert am 07.03.2026