Beim Anlegen eines Google-Kontos und zur Nutzung von Google Mail, Maps, Docs und sogar der Suche selbst erklärt ihr euch damit einverstanden, dass eure persönlichen Daten erhoben werden. Dabei wird auch erfasst, wo ihr seid und wart. Mit nur wenigen Schritten lässt sich dieses Standort-Tracking gezielt unterbinden – und das ist 2026 wichtiger denn je.
Google hat seine Datensammlung in den letzten Jahren massiv ausgebaut. Neben dem klassischen Standort-Tracking erfasst der Konzern mittlerweile auch biometrische Daten über Google Fit, analysiert eure Stimme über Google Assistant noch detaillierter und verknüpft diese Informationen mit KI-gestützten Profiling-Algorithmen. Besonders brisant: Seit 2025 fließen diese Daten auch in Googles neue Gemini Ultra AI ein, die daraus noch präzisere Persönlichkeitsprofile erstellt.
Um das Tracking von Google wirklich zu stoppen, müsst ihr mehrere Hebel gleichzeitig umlegen. Den wichtigsten Schritt stellt nach wie vor die Deaktivierung des Standort-Verlaufs dar, aber auch die Web- und App-Aktivitäten für euer Google-Konto müssen abgeschaltet werden. Zusätzlich solltet ihr seit 2024 auch die neuen „KI-Trainings-Aktivitäten“ deaktivieren.
Um dies auf Android zu tun, geht ihr zu Einstellungen > Google > Google-Konto verwalten > Daten und Datenschutz und schaltet dort den Schalter Web- und App-Aktivität aus. Es erscheint ein Warnhinweis, der euch darüber informiert, dass viele eurer Apps weniger personalisiert funktionieren werden – prüft daher genau, ob ihr die Aktivität wirklich pausieren möchtet.
Wichtiger Hinweis: Google hat die Menüstruktur mehrfach geändert. Falls ihr die Option nicht sofort findet, sucht in den Einstellungen nach „Aktivitätseinstellungen“ oder „Meine Aktivitäten“.
Am PC und anderen Geräten ändern
Ihr könnt die Verfolgung auch über einen Browser auf eurem Computer, iPhone oder iPad beenden. Öffnet euren Browser, loggt euch in die Einstellungen für die Konto-Aktivität ein und schaltet dort die Web- und App-Aktivität aus.
Stellt außerdem sicher, dass der Standortverlauf deaktiviert wird, falls dies noch nicht der Fall ist. Scrollt einfach nach unten zum nächsten Satz von Bedienelementen und schaltet den entsprechenden Schalter aus.
Neu seit 2024: Achtet auch auf die Bereiche „YouTube-Verlauf“, „Anzeigenpersonalisierung“ und den wichtigen Punkt „KI und maschinelles Lernen“. Letzterer kontrolliert, ob eure Daten zum Training von Googles KI-Modellen verwendet werden dürfen. Diese Option ist standardmäßig aktiviert und sollte dringend deaktiviert werden, wenn ihr eure Privatsphäre schützen wollt.
Zusätzliche Maßnahmen für 2026
Google sammelt mittlerweile Daten über weit mehr Kanäle als früher. Checkt deshalb auch diese Bereiche:
Google Assistant und Sprachaufzeichnungen: Geht zu „Sprach- und Audioaktivitäten“ und deaktiviert die Aufzeichnung. Google speichert sonst alle eure Sprachbefehle und analysiert sie mittlerweile auch auf emotionale Muster.
Automotive-Tracking: Falls ihr Android Auto oder ein Google-kompatibles Fahrzeug nutzt, prüft die „Fahrzeugdaten“-Einstellungen. Google erfasst seit 2025 auch Fahrverhalten, bevorzugte Routen und sogar biometrische Daten über moderne Lenkräder.
Wearable-Daten: Besitzer einer Pixel Watch oder anderer Google-kompatibler Wearables sollten in den „Gesundheit und Fitness“-Einstellungen nachschauen. Hier werden oft sehr intime Daten wie Herzfrequenz-Variabilität, Schlafmuster und sogar Stress-Level erfasst.
Die Grenzen des Opt-Outs
Seid euch bewusst: Diese Einstellungen stoppen nur die offizielle, „einvernehmliche“ Datensammlung. Google erfasst trotzdem weiterhin technisch notwendige Daten wie IP-Adressen, Gerätekennungen und grundlegende Nutzungsstatistiken. Für wirklich anonyme Suchen müsst ihr auf Alternativen wie DuckDuckGo, Startpage oder die neue, europäische Suchmaschine Searx setzen.
Ihr müsst diese Änderungen nur einmal vornehmen, um die Web- und App-Aktivität sowie das Standort-Tracking auf allen Geräten abzuschalten, auf denen ihr mit diesem Konto angemeldet seid. Wichtig: Das Ändern der Einstellungen stoppt die Erfassung nur ab diesem Zeitpunkt. Bereits gesammelte Daten bleiben gespeichert und müssen separat gelöscht werden.
Tipp: Nutzt Googles „Meine Aktivitäten“-Dashboard, um bereits gesammelte Daten einzusehen und gezielt zu löschen. Seit 2025 könnt ihr dort auch automatische Löschintervalle einstellen – etwa alle 3, 18 oder 36 Monate.
Zuletzt aktualisiert am 07.03.2026