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Wer in eine Glaskugel schaut, sieht auch in Zukunft verstopfte Straßen. Denn autonome Autos fahren vielleicht komplett eigenständig – aber sie fahren immer mehr. Die Technische Universität Wien warnt vor Verkehrschaos, da selbstfahrende Autos zu einer Zunahme von Autoverkehr führen werden.

Ob es uns gefällt oder nicht: Wir werden uns wohl auf selbstfahrende Autos einstellen müssen. Die Frage ist nicht mehr, ob sie kommen, sondern lediglich, wann sie kommen – und wie viele von ihnen.

Während sich die Ingenieure Gedanken darüber machen, wie das alles technisch funktionieren kann, wie sich Unfälle vermeiden lassen und wie der Verkehr optimal fließen könnte, lassen sie diese wichtige Frage bislang außen vor: Wie wird sich die Welt verändern, sollten die selbstfahrenden Autos tatsächlich im Alltag ankommen.

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„Revolution mit Nebenwirkungen“

Die Technische Universität Wien hat sich verdientermaßen Gedanken gemacht – und jetzt eine Studie präsentiert, die „Revolution mit Nebenwirkungen“ überschrieben ist. Der zentrale Punkt der Studie: Sollten wir tatsächlich selbstfahrende Autos bekommen, werden wir eher mehr als weniger Autoverkehr haben.

Die Gründe liegen auf der Hand: Selbst Kinder könnten sich von selbstfahrenden Autos zur Schule kutschieren lassen. Pendler könnten während der Fahrt lesen, arbeiten, spielen – ohne den Stress, sich einen freien Platz im Zug ergattern zu müssen.

 

Die Verkehrsdichte wird also enorm zunehmen. Klar, durch zunehmende Vernetzung könnten sich die Fahrzeuge miteinander unterhalten und abstimmen. Der Verkehr wird vermutlich flüssiger fließen. Doch es würde eben mehr Individualverkehr bedeuten.

Da kommen schwere Zeiten auf den Öffentlichen Nahverkehr zu – und auf die Umwelt. Denn bis solche Fahrzeuge komplett CO2-neutral fahren, wird noch viel Zeit vergehen. Und CO2-neutral hergestellt werden die Fahrzeuge deshalb noch lange nicht.

Computer im Auto und selbstfahrende Autos in „Angeklickt“ in der Aktuellen Stunde.

Wir fahren – autonom! – ins Verderben

Mehr Verkehr: Ein Problem, das auch Carsharing mit sich bringt. Die Folgen für die Umwelt, für uns alle werden allerdings kaum gesehen. Deswegen ist es der Technischen Universität Wien zu danken, dass sie die Entwicklung mal weiterdenkt – und vor den unausweichlichen Folgen warnt. Die Zahl der pro Person im Auto zurückgelegten Kilometer könnte um 30 bis 40 Prozent steigen. Wollen wir das?

Die Studie warnt lautstark: Wir werden weniger Fahrrad fahren, weniger zu Fuß gehen, weniger öffentiche Verkehrsmittel nutzen. Darauf müsste sich die Politik vorbereiten. Nicht erst, wenn es so weit ist -. dann ist es zu spät. Jetzt wären Konzepte nötig, um auch die Entwicklung der Fahrzeuge zu steuern. Von der Industrie, ob Auto oder IT, darf man wohl keine Lösungen erwarten. Denn sie profitiert von der Entwicklung, die sie selbst initiiert – und marketingtechnisch geschickt ausschlachtet.