schieb.de > Tipps > Mobility > Wie es mit 5G weiter geht: Zu vorsichtig

Wie es mit 5G weiter geht: Zu vorsichtig

08.11.2018 | Von Jörg Schieb

Mobility

Die Bundesnetzagentur ist dafür verantwortlich, die Spielregeln für das neue Mobilfunknetz 5G zu definieren. Ob 98% oder 99% der Haushalte mt 5G versorgt sein müssen, ob Bahnstrecken mit 5G vrersorgt werden und vieles andere mehr.. Weil die Politik zu zaghaft gestaltet, zeichnet sich eine unzureichende Versorgung mit 5G in Deutschland ab. Vor allem auf dem Land.

Wie sieht die ideale Welt aus? Die Antwort auf diese Frage fällt unterschiedlich aus – und hängt von den jeweiligen Bedürfnissen und Interessen ab.

Beispiel: 5G. Das neue Mobilfunknetz kommt. Die meisten sagen, wir brauchen es unbedingt. Ob das stimmt, ist eine eigene Frage. Aber wenn man davon ausgeht, lautet die entscheidende Frage natürlich: Wie sollte das Netz aussehen? Wir Nutzer wollen natürlich ein 5G-Netz mit top Geschwindigkeit, optimaler Netzabdeckung und zu möglichst geringen Kosten.

mohamed_hassan / Pixabay

 

Möglichst wenig Geld für viel Tempo – oder umgekehrt?

Die Netzbetreiber hingegen wollen meiner Meinung nach das genaue Gegenteil: Möglichst geringe Netzabdeckung, denn das verursacht nur Kosten. Ein Datentempo, gerade schnell genug, dass die Kunden zufriedengestellt sind. Mehr nicht.

Und natürlich maximale Gebühren/Erträge. Zum Glück können die Netzbetreiber argumentieren, der Netzausbau sei so teuer gewesen. Deswegen ist Jammern und Wehklagen ihre oberste Pflicht. Sie jammern, lange bevor die Funkfrequenzen für 5G überhaupt versteigert werden.

Hmm…. Wer könnte das Dilemma auflösen? Die Politik vielleicht? Schwierig, wenn sich Wirtschafts- und Verkehrsminister die Aufgabe des Netzausbaus teilen und auch noch eine „Staatsministerin für Digitalisierung“ existiert, aber ohne Befugnisse. Deshalb wird hier mal was gesagt, da mal was veröffentlicht. Aber einen konkreten Plan, eine Vision, ein konkretes Ziel, wie ein 5G-Netzwerk aussehen soll – daran mangelt es völlig.

Endlich mal durchgreifen

Andreas Scheuer meldet nun stolz „Fortschritte im Streit um die Vergaberegeln“. Es wird hinter den Kulissen verhandelt. Die Bundesnetzagentur verlangt aus Sicht der Mobilfunkprovider zu viel, aus Sicht der Verbraucher zu wenig. Immerhin hat Scheuer nun durchgesetzt, dass auch Landstraßen und nicht nur ICE-Strecken, sondern auch andere Bahnstrecken mit 5G versorgt werden sollen. Eigentlich selbstverständlich? Ja, eigentlich schon, wenn man ein Land wie Deutschland zum Vorreiter machen will. Aber es wird ernsthaft diskutiert.

Armselig. Was so erschreckend ist: Da wird in der Politik immer von „Digitalisierung“ gesprochen. Aber wenn es drauf ankommt, kommt aus der Politik nur Achselzucken, begleitet von einigen Wort-Nebelkerzen. Niemand, der entschlossen und entschieden durchgreift. Niemand, der die Sache mal bis zum Ende durchdenkt, durchrechnet und durchzieht. Keine Ansagen. Es ist zum Verzweifeln.

 

 




Jetzt schieb.de Pro Mitglied werden - und PDFs, eBooks und Extras sichern


Mitglieder von schieb.de Pro bekommen jede Woche einen umfangreichen, hochwertigen Report im PDF-Format zugeschickt. Außerdem können Mitglieder kostenlos hochwertige eBooks laden. Und weitere Extras.

Jetzt Mitglied werden. Nur 5 EUR/Monat.

Stichwörter: , , ,

Kommentarfunktion gesperrt.