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Datenpanne bei Amazon: Kaum Infos für die Kunden

22.11.2018 | Von Jörg Schieb

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Kann passieren: Durch eine technische Panne landen Namen und Mail.Adressen vieler Kunden auf dem Bildschirm. Da sollen sie nicht hin, aber Technik ohne Fehler gibt es nicht. Entscheidend ist nun die Frage: Wie gehen wir mit einer solchen Datenpanne um? Amazon hat sich für den denkbar schlechtesten Weg entschieden.

Für Amazon sind es die umsatzstärksten Tage und Wochen: Black Friday, Cybermonday… Da bestellen die Leute wie verrückt. Längst nicht mehr nur in den USA. Da stört es natürlich, wenn beim weltgrößten Onlineshop die Daten der Kunden nicht sicher sind. Genau das ist aber der Fall: Es ist zu einem peinlichen Sicherheitsleck gekommen: Die E-Mail-Adressen und Klarnamen zahlloser Kunden (auch deutscher) sind auf der Webseite aufgetaucht.

Eisernes Schweigen statt Aufklärung

Wer davon betroffen ist, hat mittlerweile von Amazon eine völlig unpersönliche und vor allem auch extrem unkonkrete Mitteilung erhalten. Das war’s. Ansonsten hält sich Amazon konsequent zurück: Keine Information über die Zahl der betroffenen Kunden, keine Erläuterungen zur genauen Ursache, keine Hinweise zu den Umständen. Völlige Funkstille in dieser Sache.

Guten Tag,

wir kontaktieren Sie, um Sie darüber zu informieren, dass aufgrund eines technischen Fehlers versehentlich Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Name auf unserer Website angezeigt wurden. Der Fehler wurde behoben. Dies ist nicht auf irgendeine Handlung Ihrerseits zurückzuführen und Sie müssen Ihr Passwort nicht ändern oder sonst etwas veranlassen.

Meiner Ansicht nach ist das ein Unding. Zugegeben: Es gibt schlimmere Datenpannen als diese. Denn angeblich gab es keinen Hackerangriff. Da sich Amazon ausschweigt, müssen wir jedoch annehmen, dass so ziemlich alles möglich ist. Meiner Ansicht nach dürfte es schlichtweg nicht gestattet sein, dass Unternehmen im großen Stil unsere Daten absaugen – und im Fall einer Veruntreuung (genau darum handelt es sich im vorliegenden Fall) einfach in meditatives Schweigen verfallen.

Unverantwortlich und kundenverachtend

Betroffene haben ein Recht darauf, alles über die Umstände zu erfahren. Aber auch wir anderen haben ein Recht, alles über die Umstände zu erfahren. Wer bei Amazon Kunde ist, will doch wissen, wie das passieren konnte – und ob ein Risiko besteht und wie groß es ist, dass sich das wiederholt. In völliger Arroganz jede Information zu verweigern, ist unverschämt, unverfroren und unverantwortlich. Es ist vor allem eins: kundenverachtend.

Unverantwortlich ist allerdings auch, dass der Gesetzgeber ein solches Verhalten gestattet. Wie wir alle wissen, sind Daten der Treibstoff im Internet. Wir bezahlen damit. Wenn Unternehmen dann unsere Daten veruntreuen – was nicht passieren sollte, aber passieren kann -, dann sollten Unternehmen zur lückenlosen Information verpflichtet sein.

Wir sollten es Amazon nicht so einfach machen – und erwägen, lieber woanders einzukaufen. Einfach mal Black Friday und Cybermonday ausfallen lassen. Das wäre doch eine schöne Quittung.




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