Oft ist nicht die Internetverbindung an sich das Problem, sondern die WLAN-Verbindung. Diese ist stark abhängig davon, wo der Router steht und wo ihr euch aufhaltet. Je mehr Mauern zwischen euch und dem Router sind, desto schlechter das WLAN. Mit den richtigen Tools und etwas Technik könnt ihr das Problem aber in den Griff bekommen.
WLAN-Empfang messen und analysieren
Um einen Überblick zu bekommen, ladet euch das kostenlose Tool Wireless Network View herunter. Das nimmt die WLAN-Hardware eures Gerätes und durchsucht damit die Umgebung nach empfangbaren WLANs. Die gefundenen Netzwerke werden in einer übersichtlichen Liste dargestellt. Last Signal und Average Signal zeigen die Qualität des WLAN-Empfangs an. Je näher der Wert bei 100% liegt, desto besser.

Alternativ bietet sich für Windows 11-Nutzer das integrierte „WiFi Analyzer“ aus dem Microsoft Store an, das eine grafische Darstellung der Signalstärke liefert. Für Android-Geräte ist „WiFi Analyzer“ von VREM eine gute Wahl, während iOS-Nutzer auf „WiFi Explorer Lite“ zurückgreifen können.
Die optimale Router-Position
Wenn ihr die Möglichkeit habt, stellt den Router so auf, dass ihr an den wichtigsten Stellen möglichst guten Empfang habt. Ideal ist eine zentrale, erhöhte Position ohne Hindernisse. Metallgegenstände, Mikrowellen und andere elektronische Geräte sollten nicht in unmittelbarer Nähe stehen.
Achtung bei der Frequenzwahl: Moderne Router senden auf 2,4 GHz und 5 GHz gleichzeitig. Das 5-GHz-Band ist weniger überlastet, hat aber eine geringere Reichweite. Viele Router bieten inzwischen auch WiFi 6E mit 6-GHz-Unterstützung für noch weniger Interferenzen.
WLAN-Repeater als Lösung
Die Router-Position hängt meist von den vorhandenen Kabeln und Steckdosen ab. Hier kommen WLAN-Repeater ins Spiel. Diese werden in die Steckdose gesteckt, empfangen das Router-Signal und verstärken es weiter. Moderne Repeater unterstützen WiFi 6 und bieten Geschwindigkeiten bis zu 3.000 Mbit/s.
Wichtig beim Repeater-Einsatz: Platziert sie etwa auf halber Strecke zwischen Router und dem Bereich mit schlechtem Empfang. Zu weit entfernt bringen sie nichts, zu nah verschenkt ihr Reichweite.
Mesh-Systeme als moderne Alternative
Noch eleganter sind Mesh-Systeme von Herstellern wie Eero, Netgear Orbi oder ASUS AiMesh. Diese bestehen aus mehreren identischen Geräten, die ein nahtloses Netzwerk bilden. Euer Smartphone oder Laptop wechselt automatisch zum stärksten Signal, ohne dass ihr es merkt.
Mesh-Systeme kosten mehr als einzelne Repeater, bieten aber deutlich bessere Performance und einfachere Verwaltung über Apps.
Powerline als Kabel-Alternative
Wo WLAN-Verstärkung nicht ausreicht, helfen Powerline-Adapter. Diese nutzen das Stromnetz eurer Wohnung zur Datenübertragung. Ein Adapter kommt an den Router, ein zweiter an die gewünschte Stelle. Moderne Powerline-Geräte schaffen über 1.000 Mbit/s und haben oft integrierte WLAN-Access-Points.
Powerline funktioniert am besten in neueren Gebäuden mit homogener Elektroinstallation. In Altbauten oder bei verschiedenen Sicherungskästen kann die Performance schwanken.
Profitipps für besseres WLAN
Überprüft regelmäßig die Firmware eures Routers – Updates bringen oft Leistungsverbesserungen. Wechselt den WLAN-Kanal, wenn die Nachbarschaft überfüllt ist. Die Kanäle 1, 6 und 11 sind bei 2,4 GHz am wenigsten überlappend.
Für Gaming und Streaming empfiehlt sich Quality of Service (QoS) in den Router-Einstellungen. Damit priorisiert ihr wichtigen Datenverkehr gegenüber Downloads oder Updates.
Bei hartnäckigen Problemen hilft ein WLAN-Heatmap-Tool wie „Ekahau HeatMapper“ (kostenlos), das die Signalstärke grafisch in eurem Grundriss darstellt.
Zuletzt aktualisiert am 04.03.2026