Google Maps kennt jeder – Apple Maps ist nicht ganz so populär. Dabei ist Apples Kartendienst auf jedem Apple-Mobilgerät installiert – und mittlerweile richtig gut geworden. Apple Maps hat sich in den letzten Jahren erheblich gemausert, dank massiver Investitionen in die Kartenqualität und ein Feature namens „Look Around“.
Seit 2019 schickt Apple seine Spezialfahrzeuge durch deutsche Städte. Diese rollenden Hightech-Labore sind nicht nur mit Kameras bestückt, sondern vermessen umliegende Häuser auch mit Lasern und LiDAR-Sensoren. Auf diese Weise entstehen detaillierte 3D-Abbildungen von Gebäuden und Straßenzügen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – vor allem in den großen deutschen Städten.
Look Around ist endlich in Deutschland verfügbar
Was 2019 als Test begann, ist inzwischen Realität geworden: Apple Maps bietet „Look Around“ – Apples Antwort auf Google Street View – mittlerweile für viele deutsche Städte an. München, Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt sind komplett erfasst, weitere Städte folgen kontinuierlich. Die Bildqualität ist beeindruckend: Gestochen scharf, mit natürlichen Farben und deutlich aktueller als die verstaubten Google Street View-Bilder von 2008.
Ihr findet Look Around direkt in Apple Maps: Einfach auf einen Ort tippen und nach dem Fernglas-Symbol suchen. Die Navigation durch die 3D-Umgebung funktioniert butterweich – Apple hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Besonders praktisch: Look Around zeigt automatisch relevante Geschäfte, Restaurants und Sehenswürdigkeiten an.
Welche Städte bereits erfasst sind, könnt ihr in Apples offizieller Liste nachschauen. Die wird regelmäßig erweitert.
3D-Karten und AR-Integration
Apple geht aber noch weiter als nur Street View nachzubauen. Die gesammelten Daten fließen in detaillierte 3D-Stadtmodelle ein. In Apple Maps könnt ihr inzwischen durch fotorealistische 3D-Ansichten deutscher Innenstädte „fliegen“. Wahrzeichen wie der Kölner Dom oder das Brandenburger Tor sind bis ins kleinste Detail modelliert.
Besonders spannend wird es in Verbindung mit Augmented Reality. Mit dem iPhone könnt ihr euch in unterstützten Städten per AR-Navigation durch die Straßen lotsen lassen – das iPhone zeigt dann Richtungspfeile direkt im Kamerabild an. Diese AR-Walking-Directions funktionieren deutlich zuverlässiger als die GPS-Navigation zu Fuß.
Die Integration mit anderen Apple-Diensten ist nahtlos: Siri kann Look Around-Bilder zeigen, ihr könnt Standorte per AirDrop teilen und mit der Apple Watch am Handgelenk navigieren, während das iPhone in der Tasche bleibt.
Datenschutz bleibt kompliziert
Natürlich ist auch bei Apple das Verpixeln möglich – und wird leider rege genutzt. Deutsche Nutzer können weiterhin beantragen, dass ihre Hausfassade unkenntlich gemacht wird. Das macht auch Apples Look Around-Dienst teilweise löchrig, auch wenn nicht ganz so dramatisch wie bei Google Street View.
Immerhin: Apple verpixelt automatisch Gesichter und Kennzeichen und löscht nach eigenen Angaben alle Rohdaten nach der Verarbeitung. Die Aufnahmen werden außerdem regelmäßig aktualisiert – ein klarer Vorteil gegenüber den uralten Google-Bildern.
Wer trotzdem Einspruch einlegen möchte, kann das über Apples Datenschutz-Portal tun. Allerdings solltet ihr euch fragen: Bringt das wirklich was? Die Hausfassade ist von der Straße aus sichtbar – warum nicht auch digital?
Apple Maps holt auf
Warum investiert Apple Millionen in die Kartenerstellung? Ganz einfach: Karten sind das Fundament für unzählige Services. Von der Navigation über lokale Suche bis hin zu autonomem Fahren – wer gute Karten hat, kontrolliert wichtige Datenströme.
Für iOS-Nutzer zahlt sich das aus: Apple Maps ist inzwischen eine echte Alternative zu Google Maps geworden. Die Routenplanung funktioniert zuverlässig, die Verkehrslage wird präzise erfasst und die Integration ins Apple-Ökosystem ist unschlagbar.
Besonders praktisch: Apple respektiert eure Privatsphäre deutlich mehr als Google. Suchanfragen werden nicht mit eurem Account verknüpft, Routen werden verschlüsselt übertragen und Standortdaten bleiben auf dem Gerät.
Die Datensammlung geht übrigens weiter: Apples Kamera-Autos sind regelmäßig auf deutschen Straßen unterwegs, um die Karten aktuell zu halten. Auch Millionen von iPhones tragen anonymisiert zur Datenqualität bei – etwa bei Verkehrsinformationen oder neuen Geschäften.
Fazit: Deutschland digital entdecken
Apple Maps mit Look Around hat Deutschland endlich digital erschlossen – und das deutlich zeitgemäßer als die Konkurrenz. Wer ein iPhone nutzt, sollte dem integrierten Kartendienst definitiv eine Chance geben. Die Zeiten, in denen Apple Maps als schlechter Scherz galt, sind lange vorbei.
Bleibt zu hoffen, dass mehr Deutsche die Vorteile digitaler Karten schätzen lernen und weniger Häuser verpixelt werden. Denn nur mit vollständigen Daten können Services wie AR-Navigation oder autonomes Fahren ihr volles Potenzial entfalten.
Zuletzt aktualisiert am 04.03.2026