Ein Netzwerkspeicher (Network Attached Storage, NAS) ist eine Sicherung für die Daten. Diese liegen im Netzwerk, meist über RAID-Formate geschützt und damit auch bei Ausfall einer oder zweier Festplatten immer noch verfügbar. Das nützt aber nicht, wenn das NAS gestohlen wird oder bei einem Brand oder Wasserschaden komplett ausfällt. Sinnvoll also, die wichtigsten Daten vom NAS auf USB-Festplatten oder Cloud-Speicher zu sichern. Wir zeigen euch, wie ihr automatische Synchronisationsjobs einrichtet.
Die meisten NAS-Hersteller haben ihre Sicherungssoftware in den letzten Jahren deutlich verbessert und bieten heute umfassende Backup-Lösungen. Besonders hervorzuheben sind die aktuellen Systeme von QNAP, Synology, ASUSTOR und TerraMaster, die alle leistungsstarke Synchronisationstools mitbringen.
QNAP: Hybrid Backup Sync 3 (HBS 3)
QNAP setzt auf Hybrid Backup Sync 3, das mittlerweile deutlich mehr Features bietet als frühere Versionen. Die Software unterstützt nicht nur lokale USB-Laufwerke, sondern auch Cloud-Dienste wie Google Drive, OneDrive, Dropbox und AWS S3.
Um einen neuen Synchronisationsjob anzulegen, startet ihr die HBS 3 App auf dem NAS. Die USB-Festplatte solltet ihr bereits angeschlossen haben.
Klickt auf Synchronisierung > Erstellen, dann entscheidet ihr euch für den Sync-Typ:
– Zwei-Wege-Synchronisierung: Abgleich der Daten zwischen Quelle und Ziel
– Ein-Wege-Synchronisierung: reine Datensicherung von Quelle zu Ziel
– ActiveSync: Echtzeitüberwachung mit sofortiger Synchronisation bei Änderungen

Als nächstes müsst ihr das Ziellaufwerk festlegen. Lasst euch nicht verwirren: Die externe Festplatte erscheint hier nicht als separater Eintrag. Sie findet sich unter Lokales NAS, dort könnt ihr dann das Laufwerk und das gewünschte Verzeichnis auswählen.
Besonders praktisch: HBS 3 bietet jetzt auch Verschlüsselung der Backups, Deduplizierung zur Speicherplatzersparnis und detaillierte Versionierung. Ihr könnt festlegen, wie viele Versionen einer Datei aufbewahrt werden sollen.
Synology: Hyper Backup und Cloud Sync
Synology hat seine Backup-Suite ebenfalls stark erweitert. Hyper Backup kümmert sich um lokale und Cloud-Backups, während Cloud Sync speziell für die Synchronisation mit Cloud-Diensten optimiert ist.
Die neue Version unterstützt über 20 verschiedene Cloud-Anbieter und bietet clientseitige Verschlüsselung. Besonders interessant: Die Multi-Version-Backup-Funktion, die mehrere Backup-Versionen intelligent verwaltet.
Moderne Backup-Strategien: 3-2-1-Regel
Experten empfehlen heute die 3-2-1-Backup-Regel:
– 3 Kopien eurer Daten (Original + 2 Backups)
– 2 verschiedene Speichermedien (z.B. NAS + externe Festplatte)
– 1 Backup offsite (Cloud oder externe Lagerung)
Moderne NAS-Systeme können diese Regel automatisch umsetzen. Ihr könnt beispielsweise täglich auf eine USB-Platte sichern und wöchentlich in die Cloud.
Neue Features und Trends 2026
Die aktuellen NAS-Systeme bieten mehrere innovative Features:
KI-gestützte Backup-Optimierung: Systeme lernen eure Nutzungsmuster und optimieren Backup-Zeiten automatisch.
Immutable Backups: Schutz vor Ransomware durch unveränderliche Backup-Kopien.
Edge-Computing-Integration: Backup-Jobs können auf Basis von Sensordaten oder IoT-Triggern gestartet werden.
Praktische Tipps für den Alltag
Bei der Einrichtung solltet ihr folgende Punkte beachten:
- Zeitplanung intelligent wählen: Führt Backups außerhalb der Hauptnutzungszeiten durch. Moderne NAS-Systeme bieten adaptive Zeitpläne, die sich an eure Gewohnheiten anpassen.
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Bandbreitenbegrenzung: Besonders bei Cloud-Backups solltet ihr die Upload-Geschwindigkeit begrenzen, damit das normale Arbeiten nicht beeinträchtigt wird.
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Monitoring einrichten: Lasst euch per E-Mail oder Push-Benachrichtigung über erfolgreiche oder fehlgeschlagene Backups informieren.
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Testrestores durchführen: Prüft regelmäßig, ob eure Backups auch wirklich funktionieren. Ein Backup ist nur so gut wie seine Wiederherstellbarkeit.
Unter Zeitplan legt ihr fest, ob der Job einmalig, nach einem anderen Job oder regelmäßig ausgeführt werden soll. Moderne Systeme bieten auch ereignisbasierte Trigger – beispielsweise startet das Backup automatisch, wenn ihr eine USB-Platte anschließt.
Der Rest läuft vollautomatisch ab, ohne euren Eingriff. Die aktuellen NAS-Systeme sind deutlich intelligenter geworden und können auch bei Problemen selbstständig Lösungsansätze versuchen.
Zuletzt aktualisiert am 02.03.2026