Microsoft stellt den offiziellen Support für Windows 7 ein. Keine Sicherheits-Updates mehr. Zehn Jahre sind natürlich eine lange Zeit. Aber müsste es angesichts der immer noch starken Verbreitung von Windows 7 nicht sogar eine Pflicht des Support geben?

Wer sagt eigentlich, dass wir wirklich immer alle den „neuesten Scheiß“ haben wollen? Bei Smartphones mag das stimmen – zumindest bei einigen Leuten. Auch bei Apps erkenne ich ein gewisses „Must have“. Sobald neue Social-Media-Apps am Horizont erscheinen, probieren sie viele unverzüglich aus.

Doch bei Betriebssystemen sind die Menschen eher träge und treu. Zumindest bei Windows ist das so.

Knapp 1/3 der Windows-Nutzer scheuen Upgrade

Tatsache ist: Auf rund 27% aller Windows-PCs ist noch Windows 7 installiert, das nun auch schon etwas über 10 Jahre alt ist. Um so beachtlicher, wenn man bedenkt, dass Microsoft sein Windows 10 im Jahr 2016 nicht nur mit viel Tamtam in den Markt eingeführt, sondern sogar als kostenloses Upgrade angeboten hat.

Zu hohe Kosten sind also kein Argument, ein Upgrade zu verweigern. Eher Trägheit – die aber jedem zusteht. Schließlich ist so ein Upgrade mit Aufwand  und auch vielen Risiken verbunden. Was, wenn es nicht klappt? Es droht Datenverlust. Deshalb sind Backups (Sicherheitskopien) beinahe Pflicht.

Apple-Nutzer sind da anders. Sobald es neue Versionen für iOS, tvOS, WatchOS oder MacOS gibt, lädt die Mehrheit die Version auch. Wenige Minuten, nachdem Apple den Zugriff auf die neue Version freigegeben hat, knirschen die Server unter der Last.

Erhebliches Sicherheitsrisiko

Doch nun (14.01.2020) gibt es für Windows 7 keinen Support mehr. Microsoft stellt die Unterstützung ein. Der Konzern stellt keine neuen Treiber mehr bereit – und stopft auch keine Sicherheitslücken mehr. Das ist der Knackpunkt: Sollten weitere Sicherheitslecks entdeckt werden, stopft Microsoft sie nicht – sie bleiben also eine ständige Gefahr.

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Mit einem Windows-7-Rechner online zu gehen, wird also zunehmend riskant, je länger der Support zu Ende ist. Wobei, so ganz stimmt das nicht: Wer 70 € im Jahr ausgibt, kann den „erweiterten Support“ kaufen. Für zwei, drei Jahre gibt es dann noch Unterstützung. Aber nur für Unternehmen.

Es wird Zeit, dass die EU Softwareunternehmen vorschreibt, wie lange sie Updates bereitstellen müssen – ohne Wenn und Aber. Ab einer gewissen Verbreitung sollten sie meiner Ansicht nach sogar verpflichtet sein, dauerhaft Updates anzubieten. Zumindest Sicherheits-Updates. Denn wenn derart viele Systeme angreifbar werden, ist das ein Risiko für alle. Das gilt natürlich nicht nur für Windows 7, sondern auch für Software, die in vernetzten Geräten steckt – und für uns unsichtbar bleibt.