Derzeit arbeiten mehr Menschen im Home Office und vernetzt als jemals zuvor. Eine Hochzeit für Betrüger und Cyberkriminelle, denen so mehr potenzielle Opfer zur Verfügung stehen. Sie versuchen mit allen Tricks, die Menschen in Fallen zu locken.

Pishing-Mails, Identitätsdiebstahl, Datenmissbrauch, Cyberattacken: Die Liste möglicher Online-Verbrechen und Betrügereien wird immer länger. Mit der zunehmenden Nutzung von Computern nehmen die Sicherheitsbedrohungen sprunghaft zu. Das stellt nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatnutzer vor neue Herausforderungen.
Auch wenn Sie sich mit der Frage Ihrer Online-Sicherheit ausführlich beschäftigt haben, ändern sich die Zeiten schnell: Online-Kriminelle werden immer geschickter und wenden bei ihren Betrugsversuchen die neuesten Techniken ein.

Wer glaubt, durch regelmäßige Windows-Updates allein gut geschützt zu bleiben, der täuscht sich: Erst vor kurzem hat Microsoft einen Sicherheitshinweis veröffentlicht, der über eine ungepatschte Schwachstelle im SMB-Protokoll informiert. Eine große Gefahr, da dieses Leck beispielsweise zur Verbreitung wurmartiger Viren führen kann. Diese Sicherheitsanfälligkeit wurde als „Eternal Darkness“ und „GMBGhost“ bezeichnet.

Ein Sicherheits-Update zum Schließen dieser Schwachstelle ist erst einige Zeit später gekommen. Was zeigt: Man kann sich nicht darauf verlassen, dass die Patches immer rechtzeitig ausgeführt werden.

Daher: Nur wer seine Schutzmaßnahmen regelmäßig auf den neuesten Stand bringt, bleibt auf der sicheren Seite.

Deshalb hier einige Tipps, wie Sie Ihren Computer als Windows-Benutzer schützen und die Risiken im Netz minimieren.

1. Sichere Kennwörter verwenden

Ein sicheres Kennwort schafft ein grundlegendes Sicherheitsniveau und kann somit den Diebstahl persönlicher Daten verhindern. Ihr Kennwort muss mindestens aus 8 Zeichen bestehen und eine Kombination aus Groß- und Kleinschreibung enthalten. Viele Benutzer schreiben Ihre Kennwörter auf, einige verwenden dafür sogar Aufkleber, die neben dem Monitor angebracht werden.

Das ist allerdings nicht empfehlenswert, da die Kennwörter leicht ausspioniert werden können.
Außerdem sollten Sie beim Erstellen eines Kennworts nicht Ihren Namen, Spitznamen, Familienmitglieder oder Haustiere angeben, da solch ein Kennwort leicht zu erraten ist.

2. Browser-Verkehr verschlüsseln

Datenverschlüsselung spielt eine wichtige Rolle und macht Ihre Messaging, Speicher- und File-Sharing-Dienste sicher.

Die sogenannte E2E (End-to-End)-Verschlüsselung sorgt dafür, dass die versendeten Inhalte auf dem ganzen Weg vom Absender zum Empfänger verschlüsselt und somit geschützt bleiben. Nur der finale Empfänger hat das Recht die Inhalte zu entschlüsseln.

Dafür ist der Einsatz von VPN-Software notwendig. VPN steht für „virtuelles privates Netzwerk“ und macht eine „getunnelte“ und somit eine sichere und anonyme Datenübertragung möglich. Windows-Benutzer können so eine Lösung zum Beispiel zur Verschlüsselung des Browser-Verkehrs ein VPN für Windows PC verwenden.

3. Zwei-Faktor-Authentifizierung verwenden

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung, auch als MFA (Multi-Faktor Authentifizierung) bekannt, ist ein Vorgang, bei dem der Zugriff zu einem Account nur in zwei oder mehreren separaten Schritten möglich ist. Sie kennen es bestimmt von Ihrer Bank: um sich zum Online-Banking anzumelden, passieren Sie mehrere unterschiedliche Schritte, um Ihre Identifikation nachzuweisen.

Die einfachste und bekannteste Kombination ist „Benutzername und Kennwort“, aber es gibt inzwischen schon komplizierte und somit auch sicherere Authentifizierungsmethoden. Die Multi-Faktor-Authentifizierung ist eine wirksame Maßnahme zum Schutz Ihres Accounts und soll auf jeden Fall akzeptiert und verwendet werden.

4. Vor Phishing-Angriffen schützen

Über gefälschte Webseiten, E-Mail mit Links oder Anhängen versuchen die Internet-Betrüger mit verschieden Tricks an Ihre persönlichen Daten zu kommen. Diese illegale Datenbeschaffung wird im EDV-Jargon als Phishing bezeichnet.

Um sich vor Phishing zu schützen, sind einige Vorsichtsmaßnahmen gefragt. Öffnen Sie keine Links in unbekannten und unerwarteten E-Mails und laden Sie keine Anhänge herunter.

Auch beim Surfen ist Vorsicht geboten: oft begegnet man den gefälschten Links auch auf bekannten und auf den ersten Blick vertrauenswürdigen Seiten.
Das gleiche betrifft das Streaming oder Herunterladen von Inhalten aus unsicheren Quellen.

Auch hier können Sie über die Links auf unsichere Seiten weitergeleitet werden.

5. Regelmäßig aktuelle Patches und Updates installieren

Online-Kriminelle programmieren Viren, die Schwachstellen in Betriebssystemen, Webbrowsern und Softwareanwendungen leicht finden können. Wenn ein Benutzer eine bestimmte Website besucht oder eine Anwendung aufmacht, wird das Gerät infiziert. Deswegen ist es wichtig, die neuesten Patches und Updates von Microsoft zu installieren, um Ihren Computer vor solchen Bedrohungen zu schützen. Alternativ können Sie einfach automatische Updates aktivieren.

Die Aktualisierung der Online-Sicherheitssoftware in Echtzeit ist sehr wichtig, um die Sicherheit vor neuer und komplizierter Malware, Viren und Trojanern zu gewährleisten. Daher wird fast jede Online-Sicherheitssoftware automatisch aktualisiert, ohne dass Benutzer eingreifen müssen.

6. Führen Sie regelmäßige Scans durch

Windows verfügt über ein integriertes Online-Sicherheitssystem, in dem Sie die den Zeitraum für die Scans einstellen können. Das regelmäßige Scannen hilft beim, die Gefahren und unsichere Systemeinträge rechtzeitig zu erkennen und deren schädliche Wirkung zu verhindern.

Denken Sie daran, Ihre Schutzmaßnahmen regelmäßig zu aktualisieren und sich über die Neuigkeiten zu informieren. Es lohnt sich auf jeden Fall präventiv zu handeln um den Schaden und damit verbundene hohe Kosten zu vermeiden.