Smart Home in Deutschland – Wie die Hersteller auf die Zurückhaltung der Verbraucher reagieren.  Was sich in Zukunft ändert und welchen Nutzen hat der Endkunde hat.

Im Gegensatz zu den USA, Großbritannien oder China sind die Nutzer in Deutschland beim Umgang mit dem Smart-Home-Konzept immer noch recht zurückhaltend.

Das Smart Home (wörtlich: “intelligentes Zuhause”) bezeichnet die “intelligente” Automation eines Hauses oder einer Wohnung. Die Geräte sind untereinander vernetzt, können miteinander kommunizieren und sind teilweise auch ans Internet angebunden.

In den USA gehört Smart Home für viele zum ganz normalen Alltag. Für eine Studie im Jahr 2015 wurden in den USA rund 4.000 Menschen zu Smart Home befragt. Rund 1.100 Erwachsene gaben an, zumindest ein Produkt aus der Kategorie Smart Home zu besitzen.

Mittlerweile geht man davon aus, dass in den USA mindesten drei von zehn Haushalten Smart-Home-Systeme iim Haushalt nutzen und sich daher die Technologie schon als alltägliche Norm etabliert hat. So wundert es nicht, dass die USA 2018 weltweit führend im Smart-Home-Markt war: mit einem Umsatz von ca. 18 Milliarden Dollar.

In den Befragungen waren in den Altersgruppen der 18 bis 34-jährigen bereits mehr als die Hälfte aller Personen mit der Technologie ausgestattet. 81 Prozent aller Nutzer von Smart-Home-Systemen gaben an, dass diese tatsächlich dazu beitragen würden, das Leben zu vereinfachen.

Dabei liegt die tägliche Zeitersparnis nach Angabe der Studienteilnehmer bei 30 Minuten. Laut Ansicht der Nutzer würden sie durch ihre installierten Smart Home Systeme 1.100 Dollar jährlich sparen. Die Anwender von Sicherheitstechnologie fühlten sich deutlich beruhigter und Eltern mit Kindern unter 18 Jahren waren von der Technologie doppelt so begeistert wie der Durchschnitt.

smart speaker standing on coffee table – hands-free voice control virtual assistant for smart home

Smart Home setzt sich nur langsam in Deutschland durch

Die Deutschen hingegen sind noch skeptisch bis kritisch eingestellt. Die meisten bemängeln an der intelligenten Hausautomation die fehlende Datensicherheit für das „Internet der Dinge“ (IoT = Internet of Things).

Dabei scheinen die meisten Zweifel diesbezüglich kaum noch begründet, denn im Gegensatz zu den Anfängen des „intelligenten Zuhauses“ sind die modernen IoT-Systeme längst mit entsprechenden Sicherheitskomponenten ausgestattet.

Die fehlende Komplexität der angebotenen Smart-Home-Systeme und Plattformen wird als zweithäufigster Kritikpunkt angeführt. So müsste nach Meinung der Verbraucher, die Nutzerfreundlichkeit und leichtere Bedienbarkeit noch intensiver als bisher von den Big Playern in der IoT Branche berücksichtigt werden. Denn in Zukunft werden sich tatsächlich nur die Systeme durchsetzen können, die von den Verbrauchern unabhängig vom Alter und technischem Wissen verbaut und bedient werden können.

Smart Home Systeme – eine Kostenfrage?

Ein weiteres Argument für die geringe Nutzung von Smart-Home-Systemen ist immer die Annahme, dass eine Installation mit zu hohen Kosten verbunden sei köännte, die sich nicht amortisieren.

Dagegen will man in Zukunft seitens der Entwickler und Hersteller etwas tun, indem man die nötige „Intelligenz der Geräte“ in externe Clouds auslagert. Dies würde den gesamten Prozess im Gegensatz zu der jetzigen Methode, jedes Device mit einer komplexen und aufwendig entwickelten Elektronik auszustatten, deutlich günstiger gestalten. Von der rapiden Minimierung der Entwicklungskosten, werden auch die Verbraucher profitieren.

Von den großen Cloud Services Amazon Web oder Microsoft IoT-Software werden bereits heute sogenannte Bausteine in diesem Bereich angeboten.

Markenkooperationen führen zur Vereinfachung

Eine weitere Strategie, um Kosten zu senken und das IoT für den Endkunden zu vereinfachen, sind Markenkooperationen. Daher haben sich bereits Anbieter aus den unterschiedlichsten Bereichen zu sogenannten Allianzen zusammengeschlossen. Das macht es ihnen möglich, dem Kunden gemeinsam Komplettlösungen und Services für das intelligente Zuhause anbieten zu können.

So arbeiten zum Beispiel bereits Gerätehersteller wie Osram, Miele, Philips und Sonos zusammen. Dies bietet vor allem den kleinen IoT Anbietern die spannende Möglichkeit, sich in die Ökosysteme großer Big Player der IoT Branche zu integrieren und bietet dem Verbraucher große Vorteile.

Generation Alpha als Triebfeder von Smart Home Technologie

Letztendlich entscheidet immer der Verbraucher, welches System sich durchsetzen kann und welches nicht. Darum gehen Experten davon aus, dass sich mit der Generation Alpha letztendlich die intelligente Hausautomation durchsetzen wird. Spätestens wenn diese Generation ihr ersten Wohnungen und Häuser bezieht, wird sie nicht ohne Smart Home leben wollen, hält sie doch schon seit ihrer Geburt täglich ein Smartphone in den Händen.