Das Smartphone ist zum wichtigen Einkaufsinstrument geworden. Vor allem über den App-Store von Google und Apple werden gigantische Umsätze abgewickelt – ausschließlich für Apps und In-App-Käufe. Für Apple und Google ein gutes Geschäft, denn die kassieren in der Regel 30% des Umsatzes. Darüber beklagen sich immer mehr Anbieter und App-Entwickler und bilden nun eine Koalition der App-Fairness. Sie haben 10 Forderungen.

Niemand soll behaupten, analoge und digitale Welt seien dasselbe. Es ist ganz gewiss nicht so. In der digitalen Welt gelten ganz eigene Regeln – und allzu häufig machen diese Regeln die ganz Großen der Branche: Google, Apple, Amazon, Facebook Microsoft.

Warum? Weil sie es können! Alle anderen sind nur Fußvolk und haben nichts zu melden. Wir Kunden und User nicht – aber auch alle anderen nicht.

Unser Smartphone gehört uns nicht wirklich

Ein schönes Beispiel sind die oft sündhaft teuren Smartphones, die wir uns zulegen. Wir blättern Hunderte von Euro auf die Ladentheke und bekommen dafür Hightech vom Feinsten. Trotzdem gehören uns die Geräte nicht wirklich.

Apple und Google haben Monopole auf ihre mobilen Betriebssysteme iOS und Android. Sie legen fest, was unsere Geräte können dürfen und was nicht, welche Daten erhoben werden. Ja, selbst welche Apps wir installieren und benutzen dürfen. Diese Form der Bevormundung ist bei Apple noch ausgeprägter als bei Google.

Apple gibt die Regeln vor

Es kann also niemand auf die Idee kommen und eine schicke App für das iPhone entwickeln, wenn Apple das nicht gefällt. Apple gibt die Regeln vor, wie Apps auszusehen haben. Jede App wird geprüft, bevor sie im App-Store landet.

Wir Konsumenten sind komplett entmündigt. Selbst wenn wir bereit sind, das Risiko einzugehen, eine ungeprüfte App zu benutzen – es geht nicht. Weil Apple es verbietet.

Entrechtung der Konsumenten

Das wäre so, als ob mein Auto nicht nach Polen oder Dänemark fährt, weil es der Autohersteller nicht will. Obwohl: So weit sind wir davon auch nicht mehr entfernt. Denn Tesla nimmt sich auch das Recht, einfach Daten abzugreifen, die in meinem Fahrzeug anfallen. Ungefragt. Unkontrolliert. Und wer weiß, was sie als nächstes vorhaben… Auch hier also ein klarer Trend zu Entrechtung der Konsumenten.

Aber auch, wer Apps entwickelt, darf nicht machen was er will. Apple und Google legen klare Regeln fest, auf welche Weise zum Beispiel Geld zu berechnen ist.

Und eins ist klar: Jeder Einkauf – jetzt und in Zukunft! – muss über den App-Store von Apple und Google abgewickelt werden. Warum? Weil dann 30 Prozent Gebühr fällig werden. Wie eine Art Wegezoll an der Hängebrücke an der Stadtmauer.

Moderner Wegezoll spielt Unsummen ein

Und mit diesem Trick  lässt sich gut Geld verdienen. Apple hat im vergangenen Jahr rund 50 Milliarden Dollar in App-Store umgesetzt. Das sind mal eben 15 Milliarden Dollar Provision für Apple. Die sagen, sie brauchen das Geld für den Betrieb des App-Stores. Klar: 15 Milliarden Dollar.

Die neu gegründete Coalition for App-Fairness, der unter anderem Spotify, Epic Games und einige andere Größen angehören, gehen dagegen nun auf die Barrikaden. Zu Recht! Sie haben zehn Forderungen aufgestellt, die absolut nachvollziehbar sind.

So argumentiert zum Beispiel Spotify: Ein Drittel der monatlichen Gebühren gehen an Apple. Während Apple bei seinem eigenen Musikdienst Apple Music alles behalten kann. Fairer Wettbewerb ist das nicht.