Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass viele Kinder und Jugendliche verstärkt digitale Angebote nutzen. Nicht wenige von ihnen haben in den zurückliegenden Monaten zum ersten Mal einen eigenen Computer oder ein eigenes Tablet bekommen, um per Videochat am Home-Schooling teilnehmen und Aufgaben online bearbeiten zu können. Doch es lauern Gefahren – und vor denen müssen Eltern ihre Kinder schützen.

Auch die Kommunikation per E-Mail hat in diesem Zusammenhang stark an Bedeutung gewonnen. Die jüngeren Altersgruppen tauschen sich sonst oft eher per Chat oder Messenger aus, aber in Zeiten von Home-Schooling bekommt die E-Mail für viele erstmals Bedeutung.

Mit den neuen Möglichkeiten sind jedoch auch eine Reihe von Gefahren verbunden, vor allem, wenn Risiken durch Spammails, Viren und Trojaner oder Phishing-Mails unterschätzt werden.

Neugier macht mitunter leichtsinnig

Besonders für die Jüngsten E-Mail-Nutzer kann es ziemlich faszinierend sein, wenn sie plötzlich eine Nachricht von einem vermeintlich bekannten – oder auch von einem unbekannten, aber aus irgendeinem Grund interessant wirkenden – Absender erhalten. Wenn sie dann aus purer Neugier vielleicht auf Links oder Anhänge klicken, die zur Installation von Schadsoftware oder zum unbemerkten Diebstahl von Daten führen, dann sind sie sich dieses Risikos in der Regel nicht bewusst. T

eilweise findet zwar eine entsprechende Aufklärung in den Schulen statt, doch geschieht dies keineswegs einheitlich und auch nicht in jedem Fall mit der nötigen Sorgfalt. Gerade die letzten Wochen und Monat dürften deutlich gemacht haben, dass auf das staatliche Schulsystem in Deutschland in puncto Digitalisierung nicht unbedingt Verlass ist. Umso wichtiger ist es, dass Eltern oder auch ältere Geschwister den Jüngeren dazu ein paar Hintergrundinformationen und Praxistipps mit auf den Weg geben.

Kind am OC

Gesunder Menschenverstand und etwas Skepsis sind hilfreich

Um nicht auf scheinbar verführerische Angebote hereinzufallen, genügen oft schon der gesunde Menschenverstand und eine gewisse Skepsis. Denn dass ein Vorschlag für ein angeblich millionenschweres Geschäft, per E-Mail an einen Unbekannten übermittelt, kaum seriös sein kann, sollte jedem klar sein. Schwieriger wird es, wenn Phishing-Mails etwas raffinierter aufgebaut und layoutet sind.

Doch in der Regel lassen sich auch diese Nachrichten spätestens auf den zweiten Blick als nicht vertrauenswürdig entlarven, wenn beispielsweise sensible Daten wie Kontoinformationen oder Passwörter abgefragt werden oder ungewöhnliche Formulierungen auftauchen. Oft hilft es schon, vor dem Öffnen einer E-Mail mit dem Mauszeiger über den Namen des Absenders zu fahren, ohne die Nachricht anzuklicken.

Wird dann statt der bekannten oder zumindest plausiblen Absenderadresse nur ein kryptischer Buchstaben- oder Zahlenmix beziehungsweise irgendein Fantasiename erkennbar, dann handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um Spam. Da Spamming- oder Phishingaktivitäten meist in größerer Zahl erfolgen, ist ein regelmäßiger Austausch über dieses Thema mit Freunden oder Familienangehörigen sinnvoll.

Vielleicht haben diese ja gerade ganz ähnliche Nachrichten erhalten. Aktuelle Warnungen vor Phishing-Nachrichten werden regelmäßig im Phishingradar der Verbraucherzentrale veröffentlicht. Und wer sich detaillierter über typische Merkmale von Phishing-Mails informieren will, findet dazu reichlich Informationen beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Auf dessen Website stehen übrigens auch verschiedene Erklärvideos zu diesem und ähnlichen Themen zur Auswahl. Sie beschreiben die betreffenden Zusammenhänge in einer einfachen und anschaulichen Weise, die keine Vorkenntnisse voraussetzt und somit auch für Kinder und Jugendliche gut verständlich ist.