In Zeiten von WhatsApp, Telegram, Signal und anderen Messenger-Diensten scheint der Brief ein Relikt aus grauer Vorzeit. Trotzdem verschicken die Deutschen nach wie vor jährlich über 6 Milliarden Briefsendungen – die Zahl bleibt erstaunlich stabil. Wer kennt das Problem: Brief geschrieben, aber keine passende Briefmarke zur Hand. Der Gang zum Postamt kostet Zeit, die Automaten sind oft defekt oder zu weit weg. Dabei gibt es längst clevere digitale Lösungen!
Die einfachste Variante für Standardbriefe oder Postkarten: SMS-Porto der Deutschen Post. Schickt eine SMS mit dem Text Brief oder Postkarte an die Nummer 22122. Binnen weniger Sekunden erhaltet ihr einen 12-stelligen Code zurück. Diesen schreibt ihr in drei Zeilen mit jeweils 4 Ziffern lesbar auf euren Brief oder die Postkarte – fertig ist die Frankierung!

Der Standardbrief kostet per SMS aktuell 1,19 Euro (reguläres Porto: 85 Cent), eine Postkarte 89 Cent (regulär: 70 Cent). Der Aufschlag entspricht exakt der Mehrwertsteuer, die bei klassischen Briefmarken nicht anfällt. Die Abrechnung erfolgt über eure Mobilfunkrechnung.
Für alle anderen Portoarten gibt’s die Post & DHL App. Hier könnt ihr digitales Porto für Einschreiben, Pakete oder Großbriefe kaufen. Nach dem Kauf erhaltet ihr einen Code, den ihr mit #Porto davor auf die Sendung schreibt. Einwurf in den nächsten Briefkasten – erledigt!
Neu seit 2024: Die App bietet auch Briefmarken-Abos für Vielschreiber. Wer monatlich mindestens 10 Briefe verschickt, spart bis zu 15 Prozent. Praktisch für kleine Unternehmen oder alle, die noch regelmäßig analoge Post versenden.
Besonders clever: Die Handschrift-Erkennung in der App. Sie analysiert eure Schrift und warnt, falls Codes unleserlich sind. Das verhindert teure Nachforderungen. Außerdem könnt ihr Sendungen direkt in der App nachverfolgen – auch die mit handgeschriebenen Codes.
Ein weiterer Geheimtipp: Online-Briefmarken zum Ausdrucken. Über das Post-Portal erstellt ihr individuelle Briefmarken mit eigenem Foto. Kostet zwar 5 Euro Aufschlag, macht aber jeden Brief zum Unikat. Perfekt für besondere Anlässe oder als originelles Geschenk.
Für Geschäftskunden interessant: Seit 2025 akzeptiert die Post auch QR-Codes als Porto. Diese generiert ihr über die Business-App oder das Kundenportal. Der QR-Code enthält verschlüsselte Portoinformationen und lässt sich auch nachträglich mit Zusatzleistungen erweitern.
Übrigens: Das SMS-Porto funktioniert auch im Ausland, solange euer deutscher Mobilfunkanbieter Roaming unterstützt. Praktisch im Urlaub für Postkarten an die Daheimgebliebenen.
Wichtiger Hinweis: Achtet darauf, dass die Codes gut lesbar und vollständig sind. Die automatischen Scanner der Post sind mittlerweile sehr präzise, aber unleserliche Zahlen führen trotzdem zu Nachforderungen beim Empfänger. Im Zweifel lieber etwas größer schreiben.
Die Zukunft des Briefs ist also durchaus digital – zumindest was das Porto angeht. Während der Brief-Inhalt analog bleibt, wird die Frankierung immer smarter. Ein perfektes Beispiel dafür, wie sich traditionelle Services durch digitale Ergänzungen modernisieren lassen, ohne ihre Kernfunktion zu verlieren.
Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026