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p class=“SR-Flietext“>Ein Netzwerk setzt sich aus einer Vielzahl von Komponenten zusammen. Viele davon schafft ihr über die Jahre hinweg an, ihr habt also einen gewissen Einfluss darauf. Wir zeigen euch, welche Komponenten im Netzwerk wofür zuständig sind und worauf ihr achten solltet, wenn ihr Neuanschaffungen plant – gerade bei den rasanten Entwicklungen der letzten Jahre.
Der Router – das Herzstück eures Netzwerks
Für die meisten Heimanwender ist der Router die Hauptkomponente ihres Netzwerks. Den bekommt ihr geliefert, oft sogar von einem Techniker eingerichtet, ihr macht euch wenig Gedanken darüber.
Das ist solange in Ordnung, wie sich nichts an eurem Internet-Anschluss ändert. Allerdings entwickeln sich die Standards für die Internetanbindung und für WLAN kontinuierlich weiter. Auch wenn der Router regelmäßige Updates bekommt, irgendwann ist dieser technisch am Ende.
Ein aktuelles Beispiel: Die Telekom und andere Anbieter pushen ihre Leitungen mittlerweile auf Gigabit-Geschwindigkeiten und darüber hinaus. Mit Glasfaser sind heute schon 1000 Mbit/s für Endverbraucher Standard, teilweise sogar 2000 bis 10.000 Mbit/s verfügbar. Viele Router aus den Jahren vor 2022 schaffen diese Durchsätze schlichtweg nicht – ihr zahlt für Highspeed-Internet, bekommt aber nur einen Bruchteil der Leistung.
Besonders wichtig ist mittlerweile der WLAN-Standard: WiFi 7 (IEEE 802.11be) ist seit Ende 2024 der aktuelle Standard und bietet nicht nur deutlich höhere Geschwindigkeiten, sondern auch bessere Stabilität bei vielen gleichzeitigen Geräten. Wer noch einen Router mit WiFi 5 oder älter hat, verschenkt massiv Performance.
Wenn ihr also ein Angebot für schnelleres Internet annehmt, dann klärt gleich mit ab, ob euer Router noch geeignet ist. Viele Anbieter lassen euch ohne oder mit nur marginalen Mehrkosten alle zwei Jahre einen neuen Router zukommen. Nutzt dieses Angebot! Alternativ lohnt sich oft der Kauf eines eigenen, leistungsfähigeren Routers.
Switche – die Verkehrsverteiler
Wenn ihr Geräte verwendet, die ein Netzwerkkabel und kein WLAN-Modul haben, dann bleibt euch kaum eine andere Lösung als die Verlegung von Kabeln. Mit einem Netzwerkkabel geht ihr dann vom Router zu einem zentralen Punkt, wo sich viele Geräte finden. Ein Switch übernimmt dann die Verteilung des Netzwerkverkehrs auf die einzelnen Geräte. Quasi eine Mehrfachsteckdose für das Netzwerk.
Die Herausforderung liegt hier einmal mehr im Detail: Da die Switche Daten zwischen Geräten schleusen, beeinflussen sie natürlich auch die Geschwindigkeit des Netzwerks. Moderne Router geben die Daten heute standardmäßig mit Gigabit-Geschwindigkeit (1000 Mbit/s) ins Netzwerk, High-End-Geräte schaffen sogar 2,5 Gigabit oder 10 Gigabit pro Port.
Günstigere oder ältere Switche können Daten teilweise nur mit 100 Megabit übertragen – ein echter Flaschenhals. Solche Switche bremsen die Geschwindigkeit des Netzwerks spürbar aus: Alle Geräte, die an einen solchen Switch angeschlossen sind, leiden unter deutlich geringerem Datendurchsatz.
Achtet beim Kauf unbedingt auf „Managed“ vs. „Unmanaged“ Switche: Managed Switche lassen sich konfigurieren und bieten oft bessere Performance-Features wie Quality of Service (QoS) oder VLAN-Unterstützung. Für Heimnetzwerke reichen meist unmanaged Gigabit-Switche, aber bei vielen Geräten lohnt sich die Investition in managed Hardware.
Idealerweise kauft ihr immer die Switche, die den höchsten Datendurchsatz bieten. Ob ihr den schon direkt ausnutzt, ist dabei egal: Der Tausch von Komponenten kostet euch Zeit und Nerven, das könnt ihr dadurch vermeiden.
Kabel – die unterschätzte Komponente
Wenn ihr Geräte per Kabel an das Netzwerk anschließt, dann sind diese natürlich auch ein wichtiger Faktor. Vor allem die Kabellängen, die Kategorie der Kabel und die Art der Verlegung sind entscheidend.
Bei der Länge gilt nach wie vor: LAN-Kabel sollten nicht länger als 100 Meter sein, optimal sind unter 90 Meter. Aber viel wichtiger ist heute die Kabel-Kategorie: Cat5e ist mittlerweile veraltet und schafft nur Gigabit-Geschwindigkeiten. Cat6 und Cat6a sind der aktuelle Standard und unterstützen 10 Gigabit über kürzere Distanzen. Cat7 und Cat8 sind für die meisten Heimanwendungen überdimensioniert, aber zukunftssicher.
Bei der Verlegung solltet ihr darauf achten, dass die Kabel nicht frei im Raum hängen, sondern möglichst verdeckt verlaufen. Gleichzeitig kann der Versuch, Kabel im Verborgenen zu verlegen, schnell dazu führen, dass sie beschädigt werden. Ist auch nur eine der Adern im Netzwerkkabel gequetscht oder defekt, dann beeinträchtigt das die Datenübertragung massiv.
Ein Tipp: Plant bei Neubauten oder Renovierungen gleich mehrere Kabel pro Raum ein. Was heute ausreicht, kann in ein paar Jahren zu wenig sein.
Access Points – WLAN überall
In größeren Wohnungen oder Häusern reicht oft ein einzelner Router nicht aus, um überall stabiles WLAN zu gewährleisten. Hier kommen Access Points oder Mesh-Systeme ins Spiel. Mesh-Router wie die von AVM (Fritz!Box mit Repeatern), Netgear Orbi oder Asus AiMesh schaffen ein einheitliches WLAN-Netz, das sich automatisch um die beste Verbindung kümmert.
Wichtig: Achtet darauf, dass alle Komponenten den gleichen WLAN-Standard unterstützen. Ein WiFi-7-Router bringt wenig, wenn die Access Points nur WiFi 6 können.
Powerline – die Alternative
Wo Kabelverlegung unmöglich ist und WLAN schwächelt, können Powerline-Adapter eine Lösung sein. Die neuesten Geräte schaffen über die Stromleitung durchaus brauchbare Geschwindigkeiten, auch wenn sie nie an echte Netzwerkkabel heranreichen. Moderne Powerline-Standards wie HomePlug AV2 oder G.hn erreichen in der Praxis oft 200-400 Mbit/s – für die meisten Anwendungen ausreichend.
Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026
