Der Bundesrat will Hersteller verpflichten, mindestens fünf Jahre lang Akkus als Ersatzteile anzubieten. Außerdem sollen Verbraucher in der Lage sein, den Akku in ihren Geräten – vor allem in Smartphones – bei Bedarf selbst auszutauschen. Das soll den Lebenszyklus der Geräte verlängern und so die Umweltbelastung reduzieren.

Sind wir doch mal ehrlich: Wer macht sich schon Gedanken über all die Akkus, die wir heute wie selbstverständlich im Einsatz haben. Im Handy. In der Digitalkamera. Im Mikro. In der Action Cam. In der Power-Bank… Da kommen leicht und ohne Weiteres Dutzende, Hunderte Akkus in einem einzigen Haushalt zusammen.

Ein immenses Problem. Denn das Herstellen und vor allem auch das fachgerechte Entsorgen von Akkus ist ein immenses Umweltproblem, wie diese empfehlenswerte (und schockierende) ARTE-Dokumentation zeigt.

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Festverbaute Akkus besonders problematisch

Besonders problematisch sind aber jene Akkus, die fest im Gerät verbaut sind. In der Smartwatch zum Beispiel. Oder in vielen Smartphones und Tablets. Prominentes Beispiel: das iPhone. Problematisch deshalb, weil bei fest verbauten Akkus der Austausch schwer fällt. Oder besser: Der Austausch ist sehr kostspielig wird und kann nur beim Hersteller durchgeführt werden.

Am Ende tauschen viele Menschen ihre Geräte aus, nur weil der Akku nicht mehr richtig will.

Schädlich für die Umwelt – das liegt auf der Hand. Deshalb fordert der Bundesrat jetzt – nachdem Umweltverbände das schon seit Jahren anregen -, dass Verbraucher den Akku jederzeit selbst(!) ersetzen können sollen. Außerdem sollen die Hersteller verpflichtet werden, mindestens fünf Jahre entsprechende Ersatzteile – insbesondere Akkus – anzubieten.

Akku tauschen

Hands of repairman using pentalob screwdriver when removing smartphone battery

Festverbaute Akkus besonders problematisch

Das wäre schon eine Kehrtwende. Eine, die dringend nötig erscheint – und Hightech-Geräte nicht gleich “grün” macht, sondern lediglich den Umweltschaden etwas reduziert. Aber immerhin.

Das dürfte den Herstellern gar nicht gefallen. Sie müssen dann das Design ihrer Geräte ändern. Einige wären dann möglicherweise nicht mehr wasserdicht. Sie würden auch weniger verdienen, weil es definitiv viele Menschen gibt, die sich sagen: OK, der Akku gibt den Geist auf – dann wechsele sich zum aktuellen Modell.

Es ist noch deutlich mehr geplant. Etwa, dass die Hersteller Angaben über die Zusammensetzung des Akkus machen müssen (was ist drin?). Außerdem soll der Handel zur Rücknahme solcher Geräte verpflichtet werden. Eine höhere Rate an Wiederverwertung ist ein weiteres Ziel.

Alles richtig, alles gut. Hoffen wir, dass der Bundesrat sich damit durchsetzen kann.

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