Die Welt der Informatik – und warum sie immer wichtiger wird

von | 10.03.2021 | Tipps

Digitalisierung: Was ist das eigentlich? Warum ist das ein so wichtiges Thema? Wie wird sich unsere Welt verändern und in welchem Umfang ist das bereits geschehen? Wer sich mit dem Blick der Informatik die vielen Prozesse in unserer Gesellschaft anschaut, sieht überall Potential für Verbesserung, Zusammenführung, Automatisierung, Erweiterung und neue Funktionen. Wieso die Informatik für unsere Welt immer wichtiger wird und wie sich die entsprechenden Umbrüche nutzen lassen.

Die Informatik ist vielfältig, weil sie überall Anwendung finden kann

Die meisten denken bei Informatik sofort an das Internet. Dieses ist aber nur ein Teil der Welt der Informatik. Ganz ähnlich der Industrialisierung bzw. der industriellen Revolution, bei welcher die physische Arbeitskraft von Maschinen abgelöst wurde, folgt mit der Digitalisierung die aktuelle vierte Revolution (Stichwort Industrie 4.0) analog dazu mit der Ablösung der geistigen Arbeitskraft: Brandaktuell sind hier Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz, dank denen sich z.B. selbstfahrende Autos sicher durch den Verkehr bewegen oder Kliniken die Krebsvorsorge verbessern.

Es ist schlicht egal, welche Branche oder welchen Lebensbereich ihr euch anseht: Überall kann durch die Anwendung informationstechnischer Methoden und Werkzeuge etwas verbessert werden. Hier nur ein sehr kleiner Ausschnitt einer großen Menge beispielhafter Entwicklungen, die ohne Informatik nicht möglich gewesen wären:

  • Internet und das aufkommende Web3
  • Automatisierte und KI-gesteuerte Produktion
  • E-Mails, Messenger und Kollaborationstools
  • Smartphones und Foldables
  • Smart Home, IoT-Sensoren und Health-Wearables
  • Blockchain-Technologie und Kryptowährungen (Bitcoin, Ethereum, Solana)
  • Autonome Fahrzeuge Level 4, Lieferdrohnen und humanoide Roboter
  • Raumfahrt und Weltraumtourismus (SpaceX, Blue Origin)
  • Klimamodellierung und Erdbeobachtung via Satelliten
  • Erneuerbare Energien und Smart Grids
  • 3D-/4D-Druck und Bioprinting
  • AR/VR-Technologie und Mixed Reality
  • Biometrische Authentifizierung und DNA-Sequenzierung
  • Generative KI und Large Language Models
  • Quantencomputing und Post-Quantum-Kryptografie

Code Lines

Wie ihr vom Informatik-Boom profitieren könnt

Es wird offensichtlich, dass sich durch die vielen neuen Situationen auch sehr viele Chancen eröffnen. Wer heute als Informatiker auf der Suche nach einem Job ist, der muss sich über Beschäftigung keinerlei Sorgen machen. Software-Ingenieure sind gefragt wie nie, ebenso KI-Engineers, Cloud-Architekten, DevOps-Spezialisten und Cybersecurity-Experten. Der Einstieg in die IT muss dabei nicht über ein Studium oder eine Ausbildung erfolgen.

Oft reichen auch Informatik-Kurse aus, sich mit entsprechend relevanten Fähigkeiten weiterzubilden und dadurch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten. Das hat auch schon die Politik erkannt: IT-Weiterbildungen lassen sich über den Bildungsgutschein oft sogar bis zu 100% von der Arbeitsagentur finanzieren.

Besonders gefragt sind aktuell Skills in:
– Künstlicher Intelligenz und Machine Learning
– Cloud-Computing (AWS, Azure, Google Cloud)
– Cybersecurity und Ethical Hacking
– Data Science und Big Data Analytics
– Mobile App Development (Flutter, React Native)
– Low-Code/No-Code-Plattformen

Wie es vorher war – ein Blick in die Vergangenheit

Am besten lassen sich die Auswirkungen der IT auf die heutige Zeit am Beispiel des Internets erkennen: Wir drehen die Zeit zurück und führen euch ins Jahr 1989, ein Jahr vor der Erstellung der ersten Internetseite. Tim Berners-Lee reicht ein 20-seitiges Paper ein und erklärt darin seine Projektidee von einer Informationszusammenführung aller Inhalte der Computer des CERN, sodass sie für alle zentral verfügbar sind, abrufbar über ein geteiltes Netzwerk.

1990 war es dann soweit, die erste Internetseite war via URL verfügbar und wurde dank HTML interpretiert und angezeigt – und auch wenn es sich nur um eine einfache Linksammlung handelte, so wurde damit der Grundstein für das gelegt, was wir heute täglich nutzen: Das Internet.

Das Internet – Wegbereiter für KI und das Metaverse?

Das Internet ist ein weltumspannendes Netzwerk zum Austausch von Information. Ohne die Art der Information genauer zu bestimmen reicht alleine diese Charakterisierung schon aus, um zu erahnen, welche Auswirkungen sich daraus auf unsere Welt ergeben: Es sind die bisher größten unter allen IT-Technologien – wobei sich das mit der Etablierung der KI und des Metaverse bereits zu ändern beginnt.

Informationen wurden über große Distanzen früher via Rauchzeichen, Brieftaube, Post, Telegrafie schließlich Telefonie ausgetauscht. In eine Richtung ging das sogar kabellos, im ganz großen Stil und mit Bild, man denke nur an Radio und Fernsehen. Die Zeit der Übertragung, die Macht über das Senden und Empfangen von Information und deren Ausbreitung hatten großen Einfluss auf den Effekt, der dadurch erzielt wurde und waren bis zur Erfindung des Internets große Hürden.

Doch heute kann jeder Mensch und jede Maschine, mit minimaler Zeitverzögerung und weltweit Informationen von praktisch unbegrenzter Tiefe austauschen: Dabei sind wir über einfache Text- und Bildinhalte schon lange hinaus.

KI verändert den Informationsaustausch fundamental

Der moderne Informationsaustausch wird zunehmend von künstlicher Intelligenz geprägt. ChatGPT, Claude, Gemini und andere Large Language Models haben seit 2022 die Art revolutioniert, wie wir mit Computern interagieren. Statt starrer Befehle führen wir natürliche Gespräche mit KI-Assistenten, die komplexe Aufgaben verstehen und bearbeiten können.

Dabei geht es längst nicht mehr nur um Text: Multimodale KI-Systeme verarbeiten gleichzeitig Text, Bilder, Audio und Video. Tools wie DALL-E, Midjourney und Stable Diffusion erstellen aus Textbeschreibungen fotorealistische Bilder, während Sora und ähnliche Technologien ganze Videos generieren.

Das Metaverse: Der nächste Schritt ist immersiv

Betrachtet einmal die Art der Information, die in den letzten Dekaden über das Internet ausgetauscht wurden. Alles begann mit Text, danach folgten Bilder. Lange Zeit waren beide Elemente dominierend. Videos wurden zum weiteren Standard. Die Information wird immer dichter bei steigender Immersion – wir nähern uns immer mehr der Realität an und reduzieren dadurch die Distanz zwischen den Teilnehmern des Informationsaustauschs.

Im Rahmen der Realitätsannäherung ist der nächste logische Schritt ein dreidimensionales, immersives Medium über Mixed-Reality-Technologien. Apple Vision Pro, Meta Quest 3 und andere Head-Mounted Displays machen virtuelle Welten zugänglich, in denen sich Menschen natürlich bewegen und interagieren können. Plattformen wie Horizon Worlds, VRChat oder Mozilla Hubs ermöglichen bereits heute soziale Interaktionen in virtuellen Räumen.

Stand 2026: Digital Natives prägen die Arbeitswelt

Begriffe wie API, Cloud, KI-Prompt oder Blockchain sind heute schon Jugendlichen geläufig. Gen Z und Gen Alpha wachsen mit Sprachassistenten, AR-Filtern und KI-Tools auf. Sie nutzen intuitiv Complex-Software, die älteren Generationen Schwierigkeiten bereitet.

Das Besondere an dieser Entwicklung ist neben deren Tragweite auch die Geschwindigkeit, der viele Menschen nicht folgen können. Während Kinder selbstverständlich mit KI-Chatbots ihre Hausaufgaben besprechen oder in virtuellen Welten abhängen, müssen sich Erwachsene mühsam in diese neuen Realitäten einarbeiten.

Dabei spielt die Berufstätigkeit keine Rolle: Der große und schnelle Einfluss der Informatik auf jeden Lebensbereich macht es in jeder Lebenslage notwendig, die digitale Welt verstehen und aktiv mitgestalten zu lernen. Wer heute nicht digital fluent ist, wird morgen abgehängt.

Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026