Digitalisierung

Digitalisierung: Was ist das eigentlich? Warum ist das ein so wichtiges Thema? Wie wird sich unsere Welt verändern und in welchem Umfang ist das bereits geschehen? Wer sich mit dem Blick der Informatik die vielen Prozesse in unserer Gesellschaft anschaut, sieht überall Potential für Verbesserung, Zusammenführung, Automatisierung, Erweiterung und neue Funktionen. Wieso die Informatik für unsere Welt immer wichtiger wird und wie sich die entsprechenden Umbrüche nutzen lassen.

Die Informatik ist vielfältig, weil sie überall Anwendung finden kann

Die meisten denken bei Informatik sofort an das Internet. Dieses ist aber nur ein Teil der Welt der Informatik. Ganz ähnlich der Industrialisierung bzw. der industriellen Revolution, bei welcher die physische Arbeitskraft von Maschinen abgelöst wurde, folgt mit der Digitalisierung die aktuelle vierte Revolution (Stichwort Industrie 4.0) analog dazu mit der Ablösung der geistigen Arbeitskraft: Brandaktuell sind hier Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz, dank denen sich z.B. selbstfahrende Autos sicher durch den Verkehr bewegen oder Kliniken die Krebsvorsorge verbessern.

Es ist schlicht egal, welche Branche oder welchen Lebensbereich Sie sich ansehen: Überall kann durch die Anwendung informationstechnischer Methoden und Werkzeuge etwas verbessert werden. Hier nur ein sehr kleiner Ausschnitt einer großen Menge beispielhafter und historischer Entwicklungen, die ohne Informatik nicht möglich gewesen wären:

  • Internet
  • Automatisierte Produktion
  • E-Mails und Messenger
  • Smartphone
  • Smart Home und Wearables wie Fitness-Tracker
  • Blockchain-Technologie und Digitale Währungen (Bitcoin, Ethereum, …)
  • Autonome Fahrzeuge, Drohnen und Roboter
  • Raumfahrt (z.B. die Mondlandung)
  • Indizierung des Problems des Klimawandels
  • Erneuerbare Energien
  • 3D-Druck
  • VR-Technologie
  • Automatischer Fingerabruck-Abgleich, DNA-Analyse

Code Lines

Wie Sie vom Informatik-Boom profitieren können

Es wird offensichtlich, dass sich durch die vielen neuen Situationen auch sehr viele Chancen eröffnen. Wer heute als Informatiker auf der Suche nach einem Job ist, der muss sich über Beschäftigung keinerlei sorgen machen – auch nicht in Zeiten von Corona. Software-Ingenieure sind gefragt wie nie, ebenso Webentwickler und all die anderen Fachkräfte der IT. Der Einstieg in die IT muss dabei nicht über ein Studium oder eine Ausbildung erfolgen.

Oft reichen auch Informatik Kurse aus, sich mit entsprechend relevanten Fähigkeiten weiterzubilden und dadurch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten. Das hat auch schon die Politik erkannt: IT-Weiterbildungen lassen sich über den Bildungsgutschein oft sogar bis zu 100% von der Arbeitsagentur finanzieren.

Wie es vorher war – ein Blick in die Vergangenheit

Am besteh lassen sich die Auswirkungen der IT auf die heutige Zeit am Beispiel des Internets erkennen: Wir drehen die Zeit zurück und führen Sie ins Jahr 1989, ein Jahr vor der Erstellung der ersten Internetseite. Tim Berners-Lee reicht ein 20-seitiges Paper ein und erklärt darin seine Projektidee von einer Informationszusammenführung aller Inhalte der Computer des CERN, sodass sie für alle zentral verfügbar sind, abrufbar über ein geteiltes Netzwerk.

1990 war es dann soweit, die erste Internetseite war via URL verfügbar und wurde dank HTML interpretiert und angezeigt – und auch wenn es sich nur um eine einfache Linksammlung handelte, so wurde damit der Grundstein für das gelegt, was wir heute täglich nutzen: Das Internet.

Das Internet – eines der größten Werke der Informatik?

Das Internet ist ein weltumspannendes Netzwerk zum Austausch von Information. Ohne die Art der Information genauer zu bestimmen reicht alleine diese Charakterisierung schon aus, um zu erahnen, welche Auswirkungen sich daraus auf unsere Welt ergeben: Es sind die bisher größten unter allen IT-Technologien (wobei sich das mit der Etablierung der KI eventuell ändern wird).

Informationen wurden über große Distanzen früher via Rauchzeichen, Brieftaube, Post, Telegrafie schließlich Telefonie ausgetauscht. In eine Richtung ging das sogar kabellos, im ganz großen Stil und mit Bild, man denke nur an Radio und Fernsehen. Die Zeit der Übertragung, die Macht über das Senden und Empfangen von Information und deren Ausbreitung hatten großen Einfluss auf den Effekt, der dadurch erzielt wurde und waren bis zur Erfindung des Internets große Hürden.

Doch heute kann jeder Mensch und jede Maschine, mit minimaler Zeitverzögerung und weltweit Informationen von praktisch unbegrenzter Tiefe austauschen: Dabei sind wir über einfache Text- und Bildinhalte schon lange hinaus.

Informationen austauschen ist Selbstverständlichkeit

Das moderne Web ist interaktiv und der Standard des Informationsaustauschs geht hin zum Video, einfach weil die Technologie dies inzwischen problemlos erlaubt: Die Bandbreiten steigen, die Hürden zur Erstellung von Videos sinken. Deutlich wird das z.B. am Aufstreben von YouTube oder TikTok, soziale Netzwerke, in welchen Videos im Fokus stehen.

Informatik sehen: Der nächste Schritt ist virtuell

Betrachten Sie einmal die Art der Information, die in den letzten Dekaden über das Internet ausgetauscht wurden. Alles begann mit Text, danach folgten Bilder. Lange Zeit waren beide Elemente dominierend. Heute beginnen Videos zu einem weiteren Standard zu werden. Die Information wird immer tiefer bei steigender Informationsdichte – wir nähern uns immer mehr der Realität an und reduzieren dadurch die Distanz zwischen den Teilnehmern des Informationsaustauschs.

Im Rahmen der Realitätsannäherung wäre der nächste logische Schritt ein dreidimensionales Medium, z.B. über VR-Technologien wie A-Frame, soziale Netzwerke wie VRChat oder Facebook Horizon, in welchen man sich in der virtuellen Realität treffen kann. Hinweise auf eine solche zukünftige Form der Kommunikation gibt auch die Kunstwelt: Ein Beispiel sind Filme wie Ready Player One oder Werke und Installationen von jungen VR-Künstlern wie Julia Federspiel – wobei hier je sowohl Potential als auch Problem dieser Weltenverschmelzung angesprochen wird.

Stand heute: Kinder wachsen mit dem Internet auf: Computer sind Alltag

Begriffe wie URL, Link, HTML sind heute schon Kindern geläufig und über die Jahre sind unzählige weitere Web-Technologien wie Javascript, PHP, A-Frame usw. hinzugekommen. Sie alle dienen dazu, Informationen über das Internet zugänglicher zu machen, zu transformieren, intuitiver darzustellen und kooperativ nutzbar zu machen.

Das Besondere an dieser Entwicklung ist neben deren Tragweite auch die Geschwindigkeit, der viele Menschen nicht folgen können und welche z.B. dazu führt, dass Enkel der Oma beibringen, wie sie eine Internetseite besuchen oder sich im sozialen Netzwerk bewegen kann – Fähigkeiten, die Kindern heute im übertriebenen Sinne in die Wiege gelegt werden und mit der sich auch Erwachsene ausstatten müssen, um in der heutigen und insbesondere der zukünftigen digitalen Welt zu bestehen.

Dabei spielt die Berufstätigkeit keine Rolle: Der große und schnelle Einfluss der Welt der Informatik auf jeden Lebensbereich macht es in jeder Lebenslage notwendig, die digitale Welt verstehen und erleben zu lernen.

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