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Text aus Bildern extrahieren: OCR-Tools 2026

von | 10.09.2021 | Office

Die analoge und die digitale Welt verschmelzen immer mehr miteinander. Oft ergänzen sie sich perfekt, manchmal aber habt ihr das Gefühl, sie schließen sich aus. Beispielsweise, wenn ihr ein Bild als Datei vorliegen habt und den Text daraus bearbeitbar haben wollt. Falls ihr jetzt versucht seid, das Bild zu drucken und dann über euren Scanner die Texterkennung zu starten: Es geht viel einfacher!

OCR mit Microsoft Office – Die klassische Methode

Eine bewährte Lösung ist die Nutzung von Microsoft Office. Startet PowerPoint und zieht das Bild mit dem zu erkennenden Text in die Folie. Dann klickt ihr auf Datei > Exportieren und achtet darauf, dass als Dateiformat PDF angewählt ist.

Auf die so erzeugte PDF-Datei klickt ihr jetzt mit der rechten Maustaste und wählt dann Öffnen mit > Word. Beim ersten Mal fragt Word euch noch, ob ihr die Onlinekonvertierung nutzen wollt. Bestätigt dies.

Nach ein paar Sekunden hat Word aus der PDF-Datei einen bearbeitbaren Text gemacht. Diese Methode funktioniert auch 2026 noch zuverlässig, ist aber längst nicht mehr die schnellste Option.

KI-Power für bessere Texterkennung

Moderne KI-Tools haben die Texterkennung revolutioniert. ChatGPT, Claude oder andere Large Language Models können direkt Bilder analysieren und den Text extrahieren – oft mit deutlich besserer Qualität als klassische OCR-Software. Einfach das Bild hochladen und nach der Texterkennung fragen. Besonders praktisch: Die KI kann den erkannten Text direkt korrigieren, formatieren oder zusammenfassen.

Google Drive bietet ebenfalls eine starke OCR-Funktion: Ladet euer Bild hoch, klickt mit rechts darauf und wählt „Öffnen mit“ > „Google Docs“. Das Tool erkennt Text in über 200 Sprachen und erstellt automatisch ein bearbeitbares Dokument.

Spezialisierte OCR-Tools im Jahr 2026

Für regelmäßige Texterkennung lohnen sich spezialisierte Tools. Adobe Acrobat Pro DC hat seine OCR-Engine massiv verbessert und erkennt selbst handschriftliche Notizen zuverlässig. Die neue Version nutzt KI für bessere Layouterkennung und behält Formatierungen bei.

ABBYY FineReader bleibt der Goldstandard für professionelle OCR. Version 16 unterstützt über 200 Sprachen und kann komplexe Dokumente mit Tabellen, Grafiken und verschiedenen Schriftarten perfekt rekonstruieren.

Kostenlose Alternativen

Wer nicht in teure Software investieren möchte, findet starke kostenlose Alternativen. Tesseract, die Open-Source-OCR-Engine von Google, läuft mittlerweile auch lokal und bietet erstklassige Ergebnisse. Online-Tools wie OnlineOCR.net oder i2OCR verarbeiten Bilder direkt im Browser.

Apples „Live Text“-Feature in iOS und macOS erkennt Text in Fotos automatisch und macht ihn kopierbar. Google Lens funktioniert ähnlich auf Android-Geräten und kann sogar Text in Echtzeit übersetzen.

Smartphone-Apps für unterwegs

Microsoft Lens (früher Office Lens) bleibt eine solide Wahl für mobile OCR. Die App scannt Dokumente, Whiteboards und Visitenkarten und speichert sie direkt in OneDrive oder OneNote. Besonders praktisch: Der „Immersive Reader“ kann erkannten Text vorlesen.

CamScanner und Adobe Scan haben ihre KI-Features ausgebaut. Beide Apps erkennen automatisch Dokumentgrenzen, korrigieren Perspektive und Beleuchtung und extrahieren Text in hoher Qualität.

Tipps für bessere Ergebnisse

Für optimale OCR-Ergebnisse solltet ihr auf gute Bildqualität achten. Ausreichend Licht, scharfe Aufnahmen und hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund verbessern die Erkennung drastisch. Bei schiefen Aufnahmen helfen die meisten Tools mit automatischer Perspektivkorrektur.

Handschriften bleiben eine Herausforderung, aber KI-basierte Tools werden hier immer besser. Microsoft OneNote erkennt handschriftliche Notizen und macht sie durchsuchbar – perfekt für digitale Notizbücher.

Fazit

Texterkennung ist 2026 so einfach wie nie. Während klassische OCR-Software weiter funktioniert, bieten KI-Tools und spezialisierte Apps deutlich bessere Ergebnisse bei weniger Aufwand. Die Erkennung ist natürlich nur so gut wie die Vorlage: Ist der Text im Original schon nicht lesbar, müsst ihr trotz aller Technik noch nacharbeiten. Aber bei guten Vorlagen liefern moderne Tools praktisch perfekte Ergebnisse.

 

Zuletzt aktualisiert am 24.02.2026

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