Tim Cook stellt neue iPhones vor

Seit über zehn Jahren stellt Apple im Herbst seine neuen iPhone-Modelle vor. Auch dieses Jahr – coronabedingt – nicht auf der Bühne und mit Publikum, sondern schon zum zweiten Mal als Stream. Doch alle gucken hin: Journalisten, Experten, Insider… Denn wer weiß: Vielleicht stellt der Apfel-Konzern ja was vor, neue Funktionen, neue Ideen, die den Markt umkrempeln und verändern könnten. Manchmal gelingt das – aber nicht immer.

Apple hat in der Tat das neue Iphone 13 vorgestellt. Gleich mehrere Modelle: Mini, Standard, Pro und Pro Max. Mit kleinen, großen und ganz großen Displays – und mit unterschiedlich viel Speicher. Es gibt einen schnelleren Prozessor, eine noch bessere Kamera, die insbesondere bei Dunkelheit besser Aufnahmen machen soll – aber vor allem deutlich längere Akkulaufzeiten.

Bis zu 2,5 Stunden mehr – das ist schon was. Dafür sind die Akkus aber auch etwas größer. Das Design bleibt gleich. Die Aussparung für Kameras und Sensoren zur Gesichtserkennung auf der Vorderseite am oberen Bildschirmrand – „Notch“ genannt – hat Apple um 20 Prozent verkleinert. Das sieht schon schicker aus, aber ein Kracher ist das nun nicht. Das Display ist noch besser geworden: Heller, knackiger – das kann man im Sonnenlicht besser lesen. Ein Schnapper ist das iPhone nach wie vor nicht. Kostenpunkt: Es geht beim Mini bei 800 EUR los. Das Pro Max kostet ab 1249 EUR, wer viel Speicher einbauen lässt, zahlt noch mehr.

Super Retina XDR Display: Heller und höhere Bildwiederholfrequenz

Super Retina XDR Display: Heller und höhere Bildwiederholfrequenz

Kameras in Front und Back erheblich verbessert

Mit neuen Sensoren und Objektiven für alle drei Rückkameras, die für ein reibungsloses Zusammenspiel mit iOS 15 optimiert sind, und der Power des neuen Bildsignalprozessors (ISP) im A15 Bionic für eine bessere Rausch­­unter­­drückung und verbessertes Tone Mapping haben die iPhone 13 Pro Modelle das beste Kamerasystem aller Zeiten auf einem iPhone.

Die neue Weitwinkelkamera hat mit 1,9 µm Pixeln einen größeren Sensor. Der bisher größte Sensor auf einem iPhone reduziert das Bildrauschen, verkürzt die Belichtungszeiten bei allen Lichtverhältnissen und liefert noch detailliertere Fotos. Zusammen mit der größeren ƒ/1.5 Blende sorgt die Weitwinkelkamera auf iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max für eine deutlich bessere Leistung bei wenig Licht – bis zu 2,2-mal im Vergleich zum iPhone 12 Pro und fast 1,5-mal im Vergleich zum iPhone 12 Pro Max. Beide Modelle haben optische Bild­stabilisierung (OIS) mit Sensorverschiebung – ein Feature, das es nur auf dem iPhone gibt. Dieses stabilisiert den Sensor anstelle des Objektivs und sorgt so auch bei unruhiger Kameraführung für scharfe Bilder und ruckelfreie Videoaufnahmen.

Die neue Ultraweitwinkelkamera hat eine deutlich größere ƒ/1.8 Blende und ein neues Autofokussystem für eine um 92 Prozent verbesserte Leistung in Umgebungen mit wenig Licht, dass lässt Bilder noch heller und schärfer werden. Das neue Objektivdesign, die Autofokusfunktion, die es zum ersten Mal in der Ultraweitwinkelkamera auf dem iPhone gibt, und fortschrittliche Software machen etwas möglich, das es noch nie auf dem iPhone gab: Makrofotos.

Nutzer können gestochen scharfe, beeindruckende Bilder aufnehmen, auf denen Objekte dank einem Mindestfokusabstand von nur 2 cm riesig erscheinen. Die Makrofunktion gibt es auch bei Videoaufnahmen, einschließlich Zeitlupe und Zeitraffer. iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max haben zudem ein neues 77 mm Teleobjektiv mit dem Nutzer:innen bei Videoaufnahmen noch näher an ihr Motiv herankommen oder noch bessere Porträtaufnahmen machen können, dank 3x optischem Zoom für einen insgesamt 6x optischen Zoombereich des Kamerasystems.

Die Power für alle neuen Kamerafeatures auf iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max kommt von der schnelleren Neural Engine im A15 Bionic, dem neuen ISP und Verbesserungen bei der rechenbasierten Fotografie. Mit „Fotografische Stile“ können Nutzer:innen ihre persönlichen Fotoeinstellungen auf jedes Bild anwenden und dabei weiterhin die Multiframe-Bildverarbeitung von Apple nutzen. Voreingestellte und angepasste Einstellungen funktionieren für verschiedene Szenen und Motive und setzen im Gegensatz zu einem einfachen Filter die richtigen Anpassungen für verschiedene Bereiche eines Fotos intelligent um.

So bleiben wichtige Elemente, wie Hauttöne, erhalten. Erstmals gibt es den Nachtmodus auf iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max jetzt für alle Kameras, auch für das Teleobjektiv. Smart HDR 4 verbessert Farben, Kontrast und Beleuchtung der Motive, sogar bei Gruppenfotos oder schwierigen Lichtverhältnissen, so wirken Bilder noch lebensechter. iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max kommen zudem mit beliebten Features wie Deep Fusion, Apple ProRAW und dem Porträtmodus mit Porträtlicht.

Ein riesiger Sprung bei Smartphone-Videos

Der Kinomodus auf dem iPhone basiert auf umfangreichen Studien zur Filmkunst und Schärfenverlagerung – für Videoaufnahmen von Menschen, Tieren und Gegenständen mit einem wunderschönen Tiefeneffekt und automatischen Fokusänderungen. So gelingen auch unerfahrenen Filmemacher:innen kinoreife Aufnahmen. Für mehr kreative Kontrolle kann der Fokus während und nach der Aufnahme geändert werden.

Schärfe lässt sich nachträglich verändern

Cinema-Modus: Schärfe lässt sich nachträglich verändern

Nutzer können auch das Bokeh-Level in der Fotos App und in iMovie für iOS anpassen, und bald auch in iMovie für macOS und Final Cut Pro4. Die Modelle sind somit die einzigen Geräte, mit denen sich der Tiefenschärfe-Effekt in einem Video auch nach der Aufnahme bearbeiten lässt. Der Kinomodus nutzt die Power des A15 Bionic Chips sowie fortschrittliche Algorithmen für maschinelles Lernen und nimmt in Dolby Vision HDR auf.

iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max kommen zudem mit ProRes, einem fortschrittlichen Videocodec, der sich als finales Ausgabeformat für Werbespots, Spielfilme und TV-Sendungen bewährt hat und eine höhere Farbtreue und geringere Kompression bietet.3 Ermöglicht wird dieser leistungsstarke neue Pro-Workflow durch die neue Kamerahardware, fortschrittliche Video-Encoder und -Decoder im A15 Bionic Chip sowie die neue Flash-Speicher Pipeline. Das iPhone ist das einzige Smartphone der Welt, das einen durchgängigen Workflow bietet – Aufnehmen, Bearbeiten und Teilen in Dolby Vision oder ProRes.

Apple Watch 7

Neue Apple Watch Series 7

Apple hat aber auch die Smartwatch Watch neu aufgelegt, jetzt „Watch Series 7“ genannt.

Auch nicht soooo viel. Das Design ist weitgehend gleich geblieben – da war in der Gerüchteküche mehr erwartet worden. Die neue Apple Watch ist nur minimal größer, aber flacher als der Vorgänger. Doch der Rand der Smartwatch ist kleiner geworden und damit die Anzeigefläche deutlich größer; 20% mehr, sagt Apple. Dadurch lassen sich mehr Infos auf einmal auf dem Watch-Display zeigen.

Und sogar ein Mini-Keyboard: In der Nachrichten-App sollen Watch-Nutzer tatsächlich über die Minitastatur Texte eingeben können. Also möchte mir das für mich nicht vorstellen, mit meinen Wurstfingern… Aber vielleicht kommen andere Menschen gut damit klar. Das müssen wir wohl abwarten.

Apple Watch mit Mini.Tastatur

Apple Watch mit Mini.Tastatur

Auch Klimawandel und Umweltschutz zunehmend ein Thema

Die Veranstaltung im September ist traditionsgemäß eine reine Produkt-Show: Hier werden neue Produkte vorgestellt, die für das Weihnachtsgeschäft eine Rolle spielen sollen. Neue iPhone-Modelle, neue Watch-Modelle, übrigens auch ein neues iPad Mini – aber dass Apple vor Gericht eine Schlappe einstecken musste und seinen App-Store vermutlich umbauen und öffnen muss, damit App-Entwickler mehr Möglichkeiten haben (etwa: andere Zahlungsmöglichkeiten vorsehen), darauf ist Apple nicht eingegangen. Obwohl es die Menschen zweifellos interessieren würde.

Und natürlich könnte man sich fragen: Ist es in Zeiten von Klimawandel und Einsparzielen noch zeitgemäß, jedes Jahr neue Modelle vorzustellen, was zwar den Umsatz ankurbelt – aber natürlich zweifellos auch die Umwelt belastet.

iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max wurden für eine möglichst geringe Umweltbelastung entwickelt. Für Magnete wie die in MagSafe werden zu 100 Prozent recycelte Seltene Erden-Metalle verwendet. Auch das Zinn im Lötmittel der Hauptplatine und erstmals im Lötmittel der Batteriemanagementeinheit ist zu 100 Prozent recycelt. Bei beiden Modellen wird für die Plattierung der Hauptplatine und die Verdrahtung der Vorder- und Rückkamera ebenfalls zu 100 Prozent recyceltes Gold verwendet. Durch die neu designte Verpackung ist keine Umverpackung aus Kunststoff mehr nötig. Dadurch werden 600 Tonnen Kunststoff eingespart und Apple kommt seinem Ziel näher, bis 2025 vollständig auf Kunststoff in seinen Verpackungen zu verzichten.

Apple ist bereits heute bei allen weltweiten Unternehmensaktivitäten klimaneutral und plant bis 2030 über alle Tätigkeitsbereiche des Unternehmens, die Zuliefererkette und den Produktlebenszyklus hinweg klimaneutral zu werden. Das bedeutet, dass jedes verkaufte Apple Gerät von der Komponentenherstellung, Montage, dem Transport, der Nutzung durch die Kund:innen, dem Aufladen bis hin zum Recycling und zur Materialrückgewinnung keinerlei Auswirkungen auf das Klima haben wird.