Viel Kommunikation läuft über Facebook. Für viele Anwender findet ein guter Teil ihres Lebens auf der Plattform statt. Informationen, die ihr nicht verlieren wollt, auch wenn ihr euch mal eine digitale Auszeit gönnt oder den Anbieter wechselt. Ladet eure Daten doch einfach herunter!
Facebook ist nicht sehr freigiebig mit Informationen. Zumindest, wenn es an die Benutzer geht. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat hier allerdings eine rechtliche Verpflichtung geschaffen, die dem Meta-Konzern keine Wahl lässt. Das „Recht auf Datenübertragbarkeit“ (Artikel 20 DSGVO) verpflichtet Facebook dazu, personenbezogene Daten vom Benutzer herunterladbar zu machen. Das ist eure Chance, an eure Daten zu kommen!
So kommt ihr an eure Facebook-Daten
Der Prozess hat sich in den letzten Jahren etwas vereinfacht. Klickt auf der Facebook-Webseite oder in der App auf das Menü-Symbol (drei Striche bei mobilen Apps oder das Dreieck bei der Desktop-Version), dann auf Einstellungen und Privatsphäre > Einstellungen > Deine Facebook-Informationen. Alternativ erreicht ihr das Ganze auch direkt über facebook.com/dyi.
Neben Deine Informationen herunterladen könnt ihr durch einen Klick auf Ansehen den Auswahlbildschirm der Kategorien von Daten öffnen, die Facebook über euch speichert. Und das ist eine ganze Menge.
Diese Daten könnt ihr herunterladen
Facebook sammelt deutlich mehr Daten, als den meisten bewusst ist. Ihr bekommt Zugriff auf:
- Posts und Kommentare: Alle eure Beiträge, Kommentare und Reaktionen
- Fotos und Videos: Sämtliche hochgeladenen Medien, auch die bereits gelöschten
- Nachrichten: Komplette Messenger-Verläufe inklusive Gruppenchats
- Freundeslisten: Wer mit wem befreundet war und wann
- Aktivitätenverlauf: Was ihr wann geklickt, gesucht oder angeschaut habt
- Werbepräferenzen: Welche Interessen Facebook euch zuordnet
- Standortdaten: Wo ihr wart, wenn Ortungsdienste aktiviert waren
- Apps und Webseiten: Welche Dienste ihr mit Facebook verknüpft habt
- Suchverlauf: Nach wem oder was ihr auf Facebook gesucht habt
Wählt den Datumsbereich aus, die Medienqualität und das Format. Bei der Qualität könnt ihr zwischen niedrig, mittel und hoch wählen – bedenkt aber, dass hohe Qualität auch große Dateien bedeutet. Beim Format stehen euch JSON und HTML zur Verfügung. HTML ist nutzerfreundlicher, JSON eignet sich besser für die Weiterverarbeitung durch andere Tools.
Solltet ihr nicht alle Kategorien herunterladen wollen, dann entfernt neben der nicht gewünschten Kategorie den Haken. Das kann sinnvoll sein, da manche Kategorien sehr groß werden können.
Der Download-Prozess
Klickt auf Datei erstellen, um den Vorgang zu starten. Abhängig vom gewählten Zeitraum und der Menge der Inhalte kann dieser einige Minuten bis mehrere Stunden dauern. Bei langjährigen, aktiven Nutzern können durchaus mehrere Gigabyte zusammenkommen.
Ihr müsst nicht auf der Facebook-Seite bleiben – Facebook schickt euch nach erfolgreicher Erstellung eine E-Mail mit einem Download-Link. Dieser Link ist aus Sicherheitsgründen nur begrenzt gültig.
So nutzt ihr eure heruntergeladenen Daten
Ladet die Datei herunter und entpackt sie. Bei HTML-Format findet ihr darin eine Datei index.html. Doppelklickt darauf und ihr seht im Browser eine übersichtliche Darstellung eurer Daten als Webseite. Ihr könnt darin navigieren wie auf einer normalen Website.
Bei JSON-Format erhaltet ihr maschinenlesbare Dateien, die sich gut für Backup-Zwecke oder zur Analyse mit speziellen Tools eignen.
Warum ihr das machen solltet
Es gibt mehrere gute Gründe für den Daten-Download:
- Backup: Sicherung wichtiger Erinnerungen und Gespräche
- Transparenz: Verstehen, was Facebook über euch weiß
- Plattformwechsel: Daten mitnehmen beim Wechsel zu anderen Diensten
- Digitales Erbe: Wichtige Inhalte für die Familie bewahren
- Kontrolle: Bewusstsein für die eigene Datensammlung schaffen
Häufige Probleme und Lösungen
Manchmal dauert die Erstellung sehr lange oder bricht ab. Das passiert oft bei sehr großen Datenmengen. Versucht dann, kleinere Zeiträume zu wählen oder bestimmte Kategorien auszuschließen.
Die E-Mail mit dem Download-Link landet gelegentlich im Spam-Ordner – schaut dort nach, wenn sie nicht ankommt.
Bedenkt auch: Die Daten zeigen euch Facebook aus der Sicht von Facebook. Manche Interpretationen oder Zuordnungen können überraschen oder falsch wirken.
Fazit: Eure Daten gehören euch
Der Download eurer Facebook-Daten ist nicht nur euer Recht, sondern auch eine Chance zur digitalen Selbstreflexion. Oft ist man überrascht, wie viel die Plattform über einen weiß. Nutzt diese Transparenz für bewusstere Entscheidungen im Umgang mit sozialen Netzwerken.
Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026






