Die Apple AirTags sind vor allem wegen ihrer verlässlichen Positionsübermittlung beliebt. Dumm nur, wenn eine leere Batterie dazwischen kommt. Apple macht es den Nutzern dabei nicht gerade leicht – und hat sogar hilfreiche Features wieder entfernt.
Wenn ihr einen Gegenstand mit einem AirTag ausgestattet habt, verlasst ihr euch darauf, dass ihr den auch orten könnt. Die Voraussetzung: Die Batterie hat noch genug Saft. Früher half dabei die Batteriestatus-Anzeige in der Wo Ist-App, die für jedes AirTag den aktuellen Ladestand anzeigte.
Apple entfernt nützliche Batterieanzeige
Mit iOS 15.6 hat Apple diese praktische Anzeige ersatzlos gestrichen – und auch in den aktuellen iOS 18-Versionen ist sie nicht zurückgekehrt. Ein AirTag warnt zwar immer noch, wenn die Batterie schwach wird, aber nur über Push-Benachrichtigungen. Habt ihr das AirTag gerade nicht griffbereit – etwa am Fahrrad im Ferienhaus oder im Koffer auf Reisen – könnt ihr nicht mehr proaktiv prüfen, ob ein Batteriewechsel ansteht.
Diese Entscheidung sorgt bis heute für Unmut bei Nutzern. Besonders ärgerlich: Die Warnung kommt oft erst, wenn die Batterie schon fast leer ist. Dann bleibt wenig Zeit zum Handeln, bevor das AirTag seinen Dienst komplett einstellt.
Batteriewechsel: Einfach, aber tückisch
Der Batteriewechsel selbst ist technisch simpel: Ihr drückt auf die Metallrückseite des AirTags und dreht sie gegen den Uhrzeigersinn ab. Darunter liegt eine CR2032-Knopfzelle – eine Standardbatterie, die in jedem Supermarkt oder Elektronikgeschäft erhältlich ist. Theoretisch tauscht ihr sie einfach gegen eine identische aus und fertig.
Praktisch verweigert das AirTag aber oft den Betrieb nach dem Batteriewechsel. Statt mit dem charakteristischen Piepton seine Bereitschaft zu signalisieren, bleibt es stumm. Das Problem: beschichtete Batterien.
Das Beschichtungs-Problem
Viele Hersteller überziehen ihre CR2032-Zellen mit Bitterstoffen wie Bitrex. Diese Beschichtung soll verhindern, dass Kleinkinder die Batterien verschlucken – ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Für AirTags ist sie aber Gift: Die Beschichtung stört den elektrischen Kontakt.
Besonders betroffen sind viele Duracell- und Varta-Modelle. Aber auch andere Marken nutzen solche Beschichtungen. Das Tückische: Die Hersteller ändern ihre Produktionsprozesse regelmäßig. Eine Batterie, die heute funktioniert, kann morgen beschichtet sein.
Lösungsansätze für das Batterie-Dilemma
Es gibt mehrere Wege, das Problem zu umgehen:
- Unbeschichtete Batterien kaufen: Einige Online-Händler verkaufen explizit unbeschichtete CR2032-Zellen für AirTags. Diese sind oft teurer, funktionieren aber zuverlässig.
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Beschichtung entfernen: Mit einem weichen Tuch oder Wattestäbchen lässt sich die Beschichtung vorsichtig abrubbeln. Das funktioniert nicht immer und kann die Batterie beschädigen.
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Ausprobieren: Kauft mehrere Batterien verschiedener Hersteller und testet sie. Was heute nicht funktioniert, kann beim nächsten Mal klappen.
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Apple Store: In Apple Stores wechseln Mitarbeiter oft kostenlos die Batterie – allerdings nur, wenn ihr das AirTag dabei habt und Glück mit dem Personal.
Aktueller Stand 2026: Keine Besserung in Sicht
Apple hat das Batterie-Problem auch in den neuesten AirTag-Generationen nicht gelöst. Die 2024 erschienene zweite Generation bringt zwar Verbesserungen beim Tracking und der Sicherheit, nutzt aber weiterhin CR2032-Batterien. Das Beschichtungsproblem besteht fort.
Immerhin: Mit iOS 18.3 kam eine kleine Verbesserung. Die App zeigt jetzt wenigstens wieder an, wann die letzte Batteriewarnung kam – ein schwacher Trost für das entfernte Batteriestatus-Feature.
Tipps für den Alltag
Um böse Überraschungen zu vermeiden, solltet ihr:
- Regelmäßig prüfen: Schaut alle paar Wochen in der Wo Ist-App nach Batteriewarnungen
- Ersatzbatterien bevorraten: Kauft funktionierende Batterien gleich in größerer Menge
- Wechsel-Rhythmus etablieren: Tauscht Batterien präventiv alle 8-12 Monate
- Datum notieren: Klebt einen Aufkleber mit dem Wechseldatum auf das AirTag
Fazit: Apple könnte es besser machen
Die AirTags sind geniale Tracker, aber Apple macht es Nutzern beim Batteriemanagement unnötig schwer. Die Entfernung der Batterieanzeige war ein Rückschritt, das Beschichtungsproblem hätte längst gelöst werden müssen. Bis Apple nachbessert, bleibt nur: ausprobieren, bevorraten und hoffen.
Zuletzt aktualisiert am 21.02.2026