50 Megapixel-Fotos beim Samsung Galaxy Fold4 aktivieren

von | 05.09.2022 | Hardware

Höher, schneller, weiter: Smartphones wenden das vor allem bei der Kamera an. So wirbt Samsung beim Fold4 mit 50 Megapixeln bei der Hauptkamera. Die sucht ihr aber in den Bildern vergeblich!

Wenn Ihr Eure Kamera einrichtet, dann meist so, dass das gebräuchlich 16:9-Format oder das bildschirmfüllende Format eingestellt ist. Ihr macht Eure ersten Bilder, schaut sie Euch an… und stellt fest, dass die Auflösung deutlich geringer ist: 2252*4000, also knapp 9 Megapixel beispielsweise beim 16:9 Seitenverhältnis.

Das lässt sich alleine nicht mehr dadurch erklären, dass die Kamera diese Auflösung nur im 4:3-Verhältnis bietet und bei allen anderen Seitenverhältnissen das 4:3-Bild einfach auf das gewünschte Seitenverhältnis beschneidet (und damit die Auflösung verringert). Trotzdem ist genau dort die Lösung:

  • Öffnet die Kamera-App des Fold4.
  • Tippt auf das vierte Symbol von links am oberen Bildschirmrand. Das zeigt das aktuelle Seitenverhältnis an.
  • Aktiviert 4:3 (oder 3:4, wenn das Telefon im Hochformat ist) als Seitenverhältnis.
  • Dort seht Ihr auch den Hinweis 50MP, nur in diesem Seitenverhältnis könnt Ihr mit der Hauptkamera die hohe Auflösung verwenden.

Nach Aktivierung haben die Bilder eine Auflösung von 8160*6120, also 49,9 Megapixeln.

Warum versteckt Samsung die maximale Auflösung?

Das Verhalten von Samsung ist kein Bug, sondern durchaus durchdacht. In den meisten Alltagssituationen ist die volle 50-Megapixel-Auflösung gar nicht nötig und bringt sogar Nachteile mit sich. Die Dateien werden erheblich größer (oft 15-20 MB pro Bild statt 3-5 MB), brauchen länger zum Speichern und verschlingen mehr Speicherplatz.

Außerdem nutzt Samsung bei geringeren Auflösungen Pixel-Binning: Dabei werden mehrere Sensoren-Pixel zu einem Bildpixel zusammengefasst. Das Resultat sind hellere, rauschärmere Bilder mit besserer Detailtreue bei schwierigen Lichtverhältnissen. Für Social Media, WhatsApp und die meisten anderen Verwendungszwecke reichen 9-12 Megapixel vollkommen aus.

Wann lohnt sich die volle Auflösung?

Die 50 Megapixel spielen ihre Stärken vor allem in diesen Situationen aus:

  • Große Ausdrucke: Wenn ihr Poster oder professionelle Prints plant
  • Nachträgliches Zuschneiden: Bei der hohen Auflösung könnt ihr Details herausholen, ohne dass das Bild pixelig wird
  • Archivierung: Für wichtige Erinnerungsfotos, die auch in Jahren noch scharf aussehen sollen
  • Professionelle Bearbeitung: Mehr Bildinformationen bedeuten mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung

Galaxy Fold4 im Jahr 2026: Immer noch relevant?

Obwohl das Galaxy Fold4 bereits etwas älter ist, bleiben die Kamera-Grundlagen aktuell. Samsung hat dieses Verhalten auch bei neueren Foldable-Modellen beibehalten. Die Kamera des Fold4 hält sich nach wie vor gut gegen aktuelle Mittelklasse-Smartphones, besonders bei gutem Licht.

Ein kleiner Tipp für Fold4-Nutzer: Über die Kamera-Einstellungen könnt ihr auch festlegen, dass die Kamera automatisch ins 4:3-Format wechselt, wenn besonders viel Licht vorhanden ist. So bekommt ihr automatisch die beste Qualität, ohne jedes Mal manuell umschalten zu müssen.

Alternative Kameras nicht vergessen

Das Galaxy Fold4 hat mehrere Kameras verbaut. Die 50-Megapixel-Funktion gilt nur für die Hauptkamera auf der Rückseite. Die Ultraweitwinkel-Kamera löst mit 12 Megapixeln auf, die Telefoto-Kamera ebenfalls mit 12 Megapixeln. Bei den Frontkameras (das Fold4 hat zwei davon – eine außen, eine innen) sind es 10 bzw. 4 Megapixel.

Für die meisten Nutzer ist die Hauptkamera ohnehin die wichtigste. Aber es lohnt sich zu wissen, dass die anderen Kameras ihre eigenen Stärken haben und für bestimmte Aufnahmen besser geeignet sein können.

Fazit: Volle Power nur bei Bedarf

Samsungs Ansatz ist pragmatisch: Die volle Auflösung steht zur Verfügung, wenn ihr sie braucht, aber sie drängt sich nicht auf. Für 95% eurer Fotos werdet ihr mit den Standard-Einstellungen glücklicher. Aber wenn ihr mal ein besonders wichtiges Foto macht oder wisst, dass ihr es später stark beschneiden wollt, dann schaltet bewusst auf 4:3 und 50 Megapixel um.

So holt ihr das Maximum aus eurer Fold4-Kamera heraus – ohne dass der Speicher überläuft oder die Performance leidet.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026