Facebook: Eigenes Benutzer-Konto löschen

von | 12.06.2012 | Social Networks

Meta hat es in den letzten Jahren nicht leichter gemacht: Datenschutzskandale, der Verkauf an Werbenetzwerke, fragwürdige Algorithmen und nicht zuletzt der Wandel zur Metaverse-Fokussierung. Viele Nutzer haben genug und wollen ihr Facebook-Konto endgültig schließen. Das geht – aber Meta macht es euch nicht gerade einfach. Die Lösch-Option ist weiterhin tief in den Menüs versteckt, und das mit gutem Grund: Jeder verlorene Nutzer bedeutet weniger Werbeeinnahmen.

Tatsächlich bietet Meta auch 2026 noch zwei verschiedene Wege an, um euch von Facebook zu verabschieden. Beide haben ihre Vor- und Nachteile:

  • Konto deaktivieren: Euer Profil wird unsichtbar, als würdet ihr nicht existieren. Freunde können euch nicht mehr finden, eure Posts verschwinden aus deren Timeline. Ihr könnt auch alle E-Mails von Facebook abstellen. Das Praktische: Alle Daten bleiben gespeichert, und ihr könnt jederzeit zurückkehren, indem ihr euch einfach wieder einloggt. Diese Option findet ihr unter https://www.facebook.com/deactivate.php.
  • Konto permanent löschen: Das ist der Vollzug ohne Rückfahrkarte. Nach einer 30-tägigen Wartezeit werden alle eure Daten unwiderruflich gelöscht – zumindest theoretisch. Posts, Fotos, Nachrichten, alles weg. Den Löschantrag stellt ihr unter https://www.facebook.com/help/delete_account.

Was ihr vor dem Löschen wissen solltet

Bevor ihr den roten Knopf drückt, solltet ihr ein paar Dinge bedenken. Erstens: Wenn ihr euch während der 30-tägigen Löschfrist wieder einloggt, wird der Löschvorgang abgebrochen. Meta hofft darauf, dass ihr es euch anders überlegt.

Zweitens: Eure Daten sind möglicherweise nicht so gelöscht, wie ihr denkt. Nachrichten, die ihr an andere gesendet habt, bleiben in deren Postfächern. Kommentare unter fremden Posts können ebenfalls bestehen bleiben, allerdings ohne euren Namen. Und Meta behält sich vor, bestimmte Daten aus „rechtlichen Gründen“ länger zu speichern.

Drittens: Bedenkt die Konsequenzen für andere Dienste. Wenn ihr euer Facebook-Konto zum Login bei anderen Apps oder Websites nutzt, funktioniert das nach der Löschung nicht mehr. Gleiches gilt für Facebook Pay (jetzt Meta Pay) und andere verknüpfte Dienste.

Daten vor dem Löschen sichern

Smart ist es, vorher eure Daten herunterzuladen. Facebook bietet dafür ein Tool namens „Deine Facebook-Informationen“ an. Dort könnt ihr ein komplettes Archiv eurer Aktivitäten anfordern – von Posts über Fotos bis hin zu Werbepräferenzen, die das Unternehmen über euch gesammelt hat.

Geht dafür in die Einstellungen, dann auf „Deine Facebook-Informationen“ und wählt „Informationen herunterladen“. Ihr könnt auswählen, welche Daten ihr haben wollt und in welchem Format. Das Archiv wird als ZIP-Datei bereitgestellt und kann je nach eurer Aktivität mehrere Gigabyte groß werden.

Alternative: Instagram und WhatsApp nicht vergessen

Wer konsequent sein will, muss auch an die anderen Meta-Dienste denken. Instagram und WhatsApp gehören ebenfalls zum Konzern und sammeln fleißig Daten. Beide lassen sich separat löschen, aber auch hier macht es Meta nicht gerade einfach.

Für Instagram geht ihr in die App-Einstellungen, dann auf „Konto“ und „Konto löschen“. Bei WhatsApp findet ihr die Option unter „Einstellungen“ > „Konto“ > „Konto löschen“. Auch hier gibt es Wartezeiten und Bedenkpausen.

Was passiert mit euren Daten wirklich?

Meta behauptet, gelöschte Konten nach 90 Tagen vollständig aus den Systemen zu entfernen. Doch Datenschutzexperten sind skeptisch. Metadaten, Werbeprofile und anonymisierte Nutzungsdaten könnten länger gespeichert bleiben. Zudem arbeitet Meta mit Hunderten von Datenpartnern zusammen – was mit den dort gespeicherten Informationen passiert, ist unklar.

Der einfachere Weg: Datenschutz verschärfen

Wer nicht komplett aussteigen, aber seine Privatsphäre besser schützen will, kann auch die Datenschutzeinstellungen verschärfen. Deaktiviert Gesichtserkennung, schränkt Werbepersonalisierung ein und macht euer Profil für Suchmaschinen unsichtbar. Das ist zwar nur ein Kompromiss, aber immerhin ein Anfang.

Unterm Strich: Facebook zu verlassen ist möglich, aber Meta macht es euch bewusst schwer. Wer den Schritt trotzdem gehen will, sollte gut vorbereitet sein und alle Konsequenzen bedenken.

Zuletzt aktualisiert am 25.04.2026