Erste Hilfe bei Problemen mit dem Drucker

von | 20.06.2012 | Hardware

Wer kennt das nicht: Ihr müsst ein wichtiges Dokument ausdrucken, und just im entscheidenden Augenblick streikt der Drucker. Entweder es wird nur wirres Zeug gedruckt – oder aber es passiert gar nichts. Ihr müsst aber nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Denn mit diesen Erste-Hilfe-Tipps bringt ihr euren Drucker meist wieder zum Laufen.

Der Drucker gibt keinen Mucks von sich

Prüft, ob das Stromkabel hinten am Drucker fest sitzt. Ist die Steckdosenleiste eingeschaltet? Auch sollte der Drucker natürlich eingeschaltet sein – bei vielen Modellen ist der Power-Button nicht immer sofort ersichtlich.

Ist das USB-Kabel korrekt eingesteckt? Dies bleibt eine häufige Fehlerquelle. Bei WLAN-Druckern solltet ihr checken, ob die Verbindung zum Router noch besteht. Das kleine WLAN-Symbol am Display zeigt euch den Status. Falls die Verbindung weg ist, startet den Router neu und verbindet den Drucker erneut mit dem Netzwerk.

Moderne Drucker haben oft einen Sleep-Modus. Drückt eine beliebige Taste am Drucker oder sendet einen Druckauftrag – manchmal braucht das Gerät einfach einen Moment zum „Aufwachen“.

Tinte oder Toner sind leer

Meist lassen sich noch einige Seiten drucken. Denn der Drucker meldet sich bereits, bevor die Tinte wirklich leer ist. Lest in eurem Handbuch oder in der Fehlermeldung nach. Oft könnt ihr eine bestimmte Taste drücken und noch wenige Seiten weiterdrucken.

Ist die schwarze Tinte wirklich leer, könnt ihr bei einer eiligen Drucksache auch die Schriftfarbe auf dunkelblau stellen. Denn gewöhnlich ist die Farbpatrone nicht gleichzeitig mit der schwarzen Tinte leer.

Bei Laserdruckern mit leerem Toner hilft ein alter Trick: Nehmt die Tonerkartusche heraus und schüttelt sie vorsichtig hin und her. Dadurch verteilt sich das restliche Tonerpulver und ihr bekommt meist noch 10-20 Seiten gedruckt.

Der Drucker druckt Zeichensalat oder verschobene Seiten

Schaltet den Drucker aus und löscht dann im Druckpuffer den Auftrag. Unter Windows findet ihr das über Einstellungen > Drucker & Scanner > euer Drucker > Warteschlange öffnen. Schaltet den Drucker dann wieder ein und druckt das Dokument erneut, aber Seite für Seite einzeln.

Seht auf der Website des Herstellers nach, ob ein Treiber-Update für euer Gerät verfügbar ist. Auch ein Blick in die verfügbaren Windows-Updates kann manchmal helfen. Bei macOS funktionieren die meisten Drucker über AirPrint ohne zusätzliche Treiber.

Papierstau und Druckqualität

Papierstau ist ein Klassiker. Zieht das Papier nie mit Gewalt heraus, sondern folgt den Pfeilen am Drucker. Meist müsst ihr mehrere Klappen öffnen. Kontrolliert auch, ob kleine Papierfetzen im Drucker hängen geblieben sind.

Bei schlechter Druckqualität – Streifen, blasse Stellen oder Flecken – solltet ihr die automatische Druckkopfreinigung starten. Diese Funktion findet ihr in den Druckereinstellungen oder direkt am Gerät. Bei Tintenstrahldruckern kann eine Düsenreinigung wahre Wunder bewirken.

Moderne Lösungsansätze

2026 haben die meisten Drucker deutlich bessere Diagnosefunktionen als früher. Viele Hersteller wie HP, Canon und Epson bieten inzwischen Smartphone-Apps, die Fehler automatisch erkennen und Lösungsvorschläge machen. Diese Apps können sogar Remote-Diagnosen durchführen.

Cloud-Printing über Google Cloud Print wurde zwar eingestellt, aber die Hersteller haben eigene Cloud-Dienste entwickelt. HP Smart, Canon PRINT und Epson Connect sind hier die wichtigsten Player.

Wenn gar nichts mehr geht

Manchmal hilft nur noch ein kompletter Reset. Die meisten Drucker haben eine Reset-Funktion – entweder über das Menü oder durch gleichzeitiges Drücken bestimmter Tasten beim Einschalten. Schaut ins Handbuch oder googelt nach eurem Druckermodell plus „Factory Reset“.

Ein oft übersehener Punkt: Druckertreiber können durch Windows-Updates beschädigt werden. Deinstalliert den Drucker komplett über die Systemsteuerung und installiert ihn neu. Windows erkennt die meisten Geräte automatisch.

Falls euer Drucker älter als fünf Jahre ist und regelmäßig Probleme macht, lohnt sich oft der Neukauf. Moderne Geräte sind nicht nur zuverlässiger, sondern auch sparsamer beim Tintenverbrauch. Plus: Viele neue Modelle haben Instant-Ink-Abos, bei denen automatisch neue Patronen geliefert werden, bevor die alten leer sind.

Zuletzt aktualisiert am 24.04.2026