Facebook: Werbung mit eurem Namen und Gesicht verhindern

von | 19.10.2013 | Social Networks

Soziale Netzwerke nutzen eure persönlichen Daten längst nicht mehr nur für die Timeline. Facebook, Instagram, TikTok und Co. verwenden euer Profilbild, euren Namen und eure Aktivitäten auch für Werbeanzeigen – oft ohne dass ihr es merkt. Wenn ein Freund plötzlich Werbung sieht, in der steht „Max Mustermann gefällt das“, dann habt ihr vermutlich nicht bewusst zugestimmt.

Diese personalisierte Werbung ist bei Meta (Facebook/Instagram) seit über einem Jahrzehnt Standard. Aber auch andere Plattformen ziehen nach. Das Problem: Euer digitaler Fußabdruck wird zur kostenlosen Marketingmaschine für Unternehmen. Zeit, dem einen Riegel vorzuschieben.

So stoppt ihr Werbung mit eurem Namen bei Facebook

Facebook macht es euch nicht leicht, aber die Einstellung ist noch möglich. Die Menüstruktur hat sich über die Jahre mehrfach geändert, der Weg führt heute über die Werbeeinstellungen:

  1. Loggt euch bei www.facebook.com ein und klickt oben rechts auf euer Profilbild.
  2. Wählt „Einstellungen & Privatsphäre“ und dann „Einstellungen“.
  3. Links in der Seitenleiste findet ihr „Werbepräferenzen“ oder sucht nach „Werbung“.
  4. Unter „Werbedaten“ seht ihr die Option „Werbung mit euren sozialen Handlungen“. Hier klickt auf „Bearbeiten“.
  5. Ändert die Einstellung von „Alle“ auf „Nur ich“ oder „Niemand“.
  6. Speichert die Änderung ab.

Alternativ könnt ihr direkt zu facebook.com/ads/preferences/edit/ gehen – falls Facebook den Link noch aktiv hält.

facebook-werbeanzeigen-soziale-empfehlungen

Instagram und der Meta-Kosmos

Da Instagram zu Meta gehört, gelten ähnliche Regeln. In der Instagram-App geht ihr zu Einstellungen > Konto > Werbung > Werbedaten. Auch hier könnt ihr die Nutzung eurer Daten für „soziale Werbung“ einschränken.

Besonders perfide: Meta synchronisiert diese Einstellungen nicht automatisch zwischen Facebook und Instagram. Ihr müsst beide Plattformen separat konfigurieren.

Die EU macht Druck – aber Schlupflöcher bleiben

Seit der DSGVO 2018 und dem Digital Services Act 2024 müssen Plattformen transparenter werden. Meta hat reagiert und bietet inzwischen mehr Kontrollmöglichkeiten. Trotzdem ist die Standard-Einstellung weiterhin „Daten für Werbung verwenden“.

2023 führte Meta sogar ein werbefreies Abo-Modell ein – für stolze 12,99 Euro monatlich. Die Botschaft ist klar: Entweder ihr bezahlt oder ihr seid das Produkt.

TikTok, X und andere Plattformen

TikTok versteckt die entsprechenden Einstellungen unter „Einstellungen und Datenschutz“ > „Werbung“ > „Personalisierung“. Bei X (ehemals Twitter) findet ihr sie unter „Einstellungen“ > „Datenschutz und Sicherheit“ > „Werbung“.

LinkedIn ist besonders aggressiv: Hier werden eure beruflichen Daten für B2B-Werbung genutzt. Unter „Einstellungen“ > „Datenschutz“ > „Werbung“ könnt ihr das einschränken.

Warum machen die Plattformen das?

Soziale Empfehlungen funktionieren. Werbung mit dem Gesicht eines Bekannten erzielt 300% höhere Klickraten als anonyme Anzeigen. Für Meta und Co. sind eure Gesichter und Namen Gold wert – deshalb machen sie es euch so schwer, die Funktion abzuschalten.

Was bringt 2026 und darüber hinaus?

Die EU arbeitet am AI Act und verschärft die Regeln für algorithmische Werbung. Ab 2027 sollen explizite Einwilligungen für jede Form der Datennutzung Pflicht werden. Bis dahin müsst ihr selbst aktiv werden.

Ein Tipp: Überprüft eure Werbeeinstellungen alle paar Monate. Die Plattformen ändern gern die Menüstruktur oder führen neue „Features“ ein, die standardmäßig aktiviert sind.

httpv://youtube.com/watch?v=CC4CSBftzSI

Das Fazit: Kontrolle zurückgewinnen

Eure digitale Identität gehört euch – nicht den Tech-Konzernen. Mit ein paar Klicks könnt ihr verhindern, dass euer Gesicht für Werbung missbraucht wird. Der Aufwand lohnt sich, auch wenn die Plattformen es euch nicht leicht machen.

Denkt daran: Datenschutz ist kein einmaliger Akt, sondern ein fortlaufender Prozess. Bleibt wachsam und überprüft regelmäßig eure Einstellungen. Nur so behaltet ihr die Kontrolle über eure digitale Identität.

Zuletzt aktualisiert am 21.04.2026