Die Geschichte wiederholt sich: Viele Funktionen, die Apple heute als Innovation bewirbt, gibt es bei Android bereits seit Jahren. Ein Blick auf aktuelle iOS-Features zeigt, wie oft der iPhone-Konzern bei Google abschaut – und das meist später und mit weniger Features.
Cloud-Speicher für Fotos: Google war Jahre voraus
Apples iCloud-Fotomediathek bietet heute 5 GB kostenlosen Speicher für eure Bilder. Google Fotos dagegen gewährt seit 2015 unbegrenzten Speicherplatz für hochwertige Fotos und Videos – und das völlig kostenlos. Während Apple-Nutzer schnell zusätzlichen Speicher kaufen müssen, sichern Android-User ihre komplette Fotosammlung ohne Limits.
Noch krasser: Google Fotos erkennt automatisch Gesichter, Objekte und Orte in euren Bildern. Die Suchfunktion findet Fotos von „Hunden am Strand“ oder „Geburtstagskuchen“ – ohne dass ihr sie vorher taggen müsst. Apples Fotos-App hat diese KI-Features erst Jahre später nachgezogen.
Datei-Management: Android schon immer offener
iCloud Drive ermöglicht es iPhone-Nutzern endlich, beliebige Dateien in der Cloud zu speichern. Android-User schmunzeln darüber – sie haben seit Tag eins Zugriff auf das komplette Dateisystem. Google Drive, Dropbox, OneDrive: Alle Cloud-Dienste lassen sich nahtlos ins System integrieren.
Während iOS-Nutzer lange in App-Silos gefangen waren, teilen Android-Nutzer Dateien zwischen beliebigen Apps. Ein PDF aus der E-Mail direkt in die Notizen-App? Bei Android seit jeher Standard, bei iOS lange unmöglich.
Tastaturen: Die Android-Revolution
Apples QuickType-Tastatur mit Wortvorhersage? SwiftKey macht das seit 2010 – und zwar deutlich besser. Die Android-Tastatur lernt euren Schreibstil, merkt sich häufig genutzte Phrasen und unterstützt mehrere Sprachen gleichzeitig.
Noch wichtiger: Android erlaubt von Anfang an alternative Tastaturen. Swype revolutionierte das Tippen bereits 2010 mit Wischgesten. Gboard integriert Google-Suche direkt in die Tastatur. iOS-Nutzer mussten bis 2014 warten, um überhaupt andere Keyboards installieren zu können.
Sprachsteuerung: „OK Google“ war zuerst da
„Hey Siri“ klingt verdächtig nach „OK Google“? Ist auch so. Googles Sprachassistent war 2012 der erste, der sich per Sprachbefehl aktivieren ließ. Siri folgte Jahre später – und funktioniert bis heute schlechter bei komplexen Anfragen.
Google Assistant versteht Kontext, beantwortet Follow-up-Fragen und steuert Smart-Home-Geräte aller Hersteller. Siri bleibt weitgehend auf Apples Ökosystem beschränkt.
Widgets und Live-Informationen
Der iPhone-Sperrbildschirm zeigt seit iOS 16 endlich Widgets an. Android-Nutzer haben Live-Informationen auf dem Homescreen seit 2008 – ein ganzes Jahrzehnt früher. Wetter, Kalendertermine, News-Updates: Alles direkt sichtbar, ohne Apps zu öffnen.
Android-Widgets sind zudem interaktiv. Ihr könnt Musik steuern, To-dos abhaken oder Smart-Home-Geräte bedienen, ohne die entsprechende App zu starten.
Multitasking: Split-Screen und Picture-in-Picture
Apples Split-View auf dem iPad? Android bietet echtes Multitasking seit 2016. Zwei Apps gleichzeitig nutzen, Videos in einem schwebenden Fenster schauen, während ihr andere Apps bedient – das ging bei Android lange vor iOS.
Selbst auf Smartphones unterstützt Android seit Jahren Split-Screen-Modi. iOS beschränkt sich weiterhin auf rudimentäres App-Switching.
Warum Android oft innovativer ist
Googles offenes System ermöglicht schnellere Innovation. Während Apple jedes Feature penibel poliert und kontrolliert, experimentieren Android-Hersteller mit neuen Konzepten. Foldable-Displays, Stift-Eingabe, Wireless Charging: Meist kommt es zuerst bei Android.
Dafür punktet Apple mit besserer Integration und längerer Update-Unterstützung. iPhone-Features funktionieren oft nahtloser, auch wenn sie später kommen.
Fazit: Innovation vs. Perfektion
Apple ist selten der Innovator, sondern der Perfektionierer. Viele „neue“ iOS-Features existieren bei Android schon Jahre früher – oft mit mehr Funktionen und Flexibilität. Dafür poliert Apple sie zur Perfektion und integriert sie nahtlos ins Ökosystem.
Die Frage ist: Wollt ihr die neuesten Features sofort ausprobieren oder lieber warten, bis sie perfekt funktionieren? Android bietet das eine, iOS das andere.
Zuletzt aktualisiert am 19.04.2026

