Chrome: Sichere Passwörter automatisch generieren lassen

von | 13.02.2015 | Internet

Ihr kennt das Problem: Bei jeder neuen Website-Registrierung braucht ihr wieder ein neues, sicheres Passwort. Zum Glück hat sich die Passwort-Situation in den letzten Jahren dramatisch verbessert – und Chrome spielt dabei eine zentrale Rolle.

Chrome generiert automatisch sichere Passwörter

Die gute Nachricht: Die umständliche Aktivierung über chrome://flags ist längst Geschichte. Seit Chrome 69 (2018) ist die Passwort-Generierung standardmäßig aktiviert und funktioniert nahtlos im Hintergrund. Sobald ihr auf einer Website ein Registrierungsformular mit einem Passwort-Feld ausfüllt, schlägt Chrome automatisch ein starkes Passwort vor.

chrome-flags-passwortgenerierung

So funktioniert die moderne Passwort-Generierung

Wenn ihr in Chrome auf ein Passwort-Feld klickt, erscheint ein kleines Schlüssel-Symbol mit dem Hinweis „Starkes Passwort vorschlagen“. Ein Klick darauf generiert ein 15-stelliges Passwort mit Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Das Passwort wird automatisch in eurem Google-Konto gespeichert und über alle Geräte synchronisiert.

Google Passwort-Manager wird erwachsen

Chromes Passwort-Manager hat sich zu einem vollwertigen Sicherheitstool entwickelt. Unter passwords.google.com könnt ihr alle gespeicherten Passwörter verwalten, schwache oder kompromittierte Kennwörter identifizieren und sogar Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Die Sicherheitsüberprüfung warnt euch vor Datenlecks und schlägt vor, betroffene Passwörter zu ändern.

Neue Features für 2026

Google hat den Passwort-Manager kräftig aufgerüstet: Die KI-gestützte Passwort-Analyse erkennt jetzt auch kontextbezogene Schwächen wie zu ähnliche Passwörter für verwandte Services. Der „Smart Lock“-Nachfolger „Google Password Manager“ unterstützt jetzt auch Passkeys – die passwortlose Zukunft, die biometrische Daten oder Hardware-Schlüssel nutzt.

Passkeys: Die Revolution nach den Passwörtern

Passkeys sind der neue Standard für sichere Anmeldungen ohne traditionelle Passwörter. Chrome unterstützt seit 2023 vollumfänglich WebAuthn-Passkeys, die mit Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder PIN funktionieren. Viele große Services wie Google, Microsoft, Apple und PayPal haben bereits auf Passkeys umgestellt.

Alternativen und Konkurrenz

Trotz der Verbesserungen solltet ihr auch die Konkurrenz im Blick behalten. Spezialisierte Passwort-Manager wie Bitwarden, 1Password oder Keeper bieten oft erweiterte Features wie sichere Notizen, Kreditkarten-Verwaltung oder Team-Funktionen. Diese sind oft plattformübergreifender als Googles Lösung.

Datenschutz und Sicherheit

Ein wichtiger Punkt: Eure Passwörter werden verschlüsselt in eurem Google-Konto gespeichert. Google kann sie nicht einsehen, aber ihr seid an das Google-Ökosystem gebunden. Wer mehr Kontrolle möchte, sollte einen unabhängigen Passwort-Manager in Betracht ziehen.

Praktische Tipps für den Alltag

Aktiviert die Synchronisation in den Chrome-Einstellungen, damit eure Passwörter auf allen Geräten verfügbar sind. Nutzt die Sicherheitsüberprüfung regelmäßig und aktiviert wo möglich Zwei-Faktor-Authentifizierung. Für besonders sensible Accounts wie Banking solltet ihr zusätzlich einen Hardware-Sicherheitsschlüssel verwenden.

Fazit: Passwort-Sicherheit wird einfacher

Die Zeiten schwacher Passwörter sind vorbei – wenn ihr die verfügbaren Tools nutzt. Chromes integrierte Lösung ist für die meisten Nutzer völlig ausreichend und deutlich besser als selbst erdachte Passwörter oder gar das Wiederverwenden derselben Kennwörter. Die Zukunft gehört aber den Passkeys, die Passwörter komplett überflüssig machen werden.

Zuletzt aktualisiert am 16.04.2026