macOS führt Schwachstellen-Statistik an – Windows wird sicherer

von | 24.02.2015 | Linux

Windows unsicher wie Rio de Janeiro bei Nacht und macOS so sicher wie Fort Knox? Diese Zeiten sind längst vorbei – wenn es überhaupt jemals so war. Aktuelle Sicherheitsanalysen zeigen ein völlig anderes Bild: Apple-Systeme dominieren die Statistiken der Schwachstellen, während Microsoft seine Hausaufgaben gemacht hat.

Die Zeiten, in denen Mac-Nutzer entspannt auf Windows-User herabblickten, sind definitiv vorbei. Laut der National Vulnerability Database (NVD) und aktuellen Sicherheitsberichten von 2025 hat sich das Blatt komplett gewendet. Die neuesten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Apple-Betriebssysteme führen die Listen der entdeckten Schwachstellen an.

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Warum Apple jetzt im Fokus steht

Der Grund für diese Entwicklung liegt auf der Hand: Apple-Geräte sind längst Mainstream geworden. Mit einem Marktanteil von über 30% bei Desktop-Systemen in Deutschland und der weltweiten Dominanz bei Premium-Smartphones sind Macs und iPhones attraktive Ziele für Cyberkriminelle geworden. Wo früher das Motto „Security through Obscurity“ galt – also Sicherheit durch Bedeutungslosigkeit -, ist macOS heute ein lohnendes Angriffsziel.

Die aktuellen Zahlen sprechen Bände

Sicherheitsforscher registrierten 2025 insgesamt über 12.000 neue Schwachstellen – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Besonders brisant: Etwa 35% dieser Lücken wurden in Apple-Produkten entdeckt. macOS Sequoia und iOS 18 führten zeitweise die Statistiken an, gefolgt von verschiedenen Linux-Distributionen. Microsoft Windows fiel auf Platz vier zurück – eine bemerkenswerte Verbesserung.

Microsofts Sicherheits-Offensive trägt Früchte

Microsoft hat in den vergangenen Jahren massiv in Sicherheit investiert. Das „Secure by Design“-Prinzip zeigt Wirkung: Windows 11 mit seinen integrierten Sicherheitsfeatures wie Microsoft Defender, automatischen Updates und verbessertem Sandboxing macht es Angreifern deutlich schwerer. Die Einführung von Windows Hello, BitLocker als Standard und die konsequente Umsetzung des Zero-Trust-Modells zahlen sich aus.

Dazu kommt: Microsoft hat aus vergangenen Fehlern gelernt und reagiert heute schneller auf Bedrohungen. Patch-Zyklen sind verkürzt, und kritische Sicherheitsupdates werden binnen Stunden ausgerollt.

Apples Herausforderungen

Apple kämpft hingegen mit den Folgen des eigenen Erfolgs. Das geschlossene Ökosystem, einst als Sicherheitsvorteil gepriesen, wird zunehmend zur Achillesferse. Schwachstellen in zentralen Systemkomponenten wie dem Kernel oder Safari betreffen millionenfach genutzte Geräte gleichzeitig.

Besonders problematisch: Viele Mac-Nutzer wiegen sich noch immer in falscher Sicherheit und vernachlässigen grundlegende Schutzmaßnahmen. Während Windows-User längst gelernt haben, vorsichtig zu sein, öffnen Mac-Besitzer oft bedenkenlos verdächtige E-Mail-Anhänge oder installieren Software aus unbekannten Quellen.

Die Realität der Bedrohungslandschaft

Cyberkriminelle haben ihre Strategien angepasst. Ransomware-Gruppen entwickeln zunehmend Mac-spezifische Varianten ihrer Schädlinge. Banking-Trojaner für macOS nehmen zu, und Phishing-Angriffe zielen verstärkt auf iPhone-Nutzer ab.

Ein Beispiel: Die „Atomic Stealer“-Malware, die 2025 verstärkt Mac-Systeme ins Visier nahm, konnte Passwörter, Kryptowährungen und sensible Daten stehlen – und das oft unbemerkt über Wochen hinweg.

Linux: Der stille Dritte

Linux-Systeme stehen ebenfalls unter Druck. Als Rückgrat unzähliger Server und IoT-Geräte sind sie bevorzugte Angriffsziele für groß angelegte Botnet-Attacken. Besonders Ubuntu, Debian und Red Hat Enterprise Linux meldeten 2025 kritische Schwachstellen.

Was bedeutet das für euch?

Die Botschaft ist klar: Kein Betriebssystem ist von Haus aus sicher genug. Egal ob Windows, macOS oder Linux – ihr müsst aktiv werden:

  • Updates sofort installieren: Schiebt Sicherheitsupdates niemals auf
  • Zusätzlicher Schutz: Auch Mac-User brauchen mittlerweile Antivirus-Software
  • Gesunder Menschenverstand: Bleibt skeptisch bei Downloads und E-Mails
  • Backups: Regelmäßige Sicherungen sind euer Rettungsanker

Fazit: Das Ende der Apple-Immunität

Die Vorstellung vom unknackbaren Mac gehört endgültig der Vergangenheit an. Apple-Nutzer müssen sich von der Illusion verabschieden, automatisch sicherer unterwegs zu sein. Die Sicherheit eures Systems hängt nicht mehr vom Betriebssystem ab, sondern von eurem Verhalten und euren Schutzmaßnahmen.

Microsoft zeigt, dass sich Sicherheit verbessern lässt – mit Investitionen, dem richtigen Mindset und konsequenter Umsetzung. Apple ist gefordert, nachzuziehen. Bis dahin liegt es an euch, die Lücken zu schließen.

Zuletzt aktualisiert am 16.04.2026