Wer wirklich alle Laufwerke und Partitionen auf seinem Mac sehen will, muss einen versteckten Schalter im Festplattendienstprogramm aktivieren. Standardmäßig blendet macOS nämlich diverse System-Partitionen aus, die für den normalen Nutzer nicht relevant sind – oder potentiell gefährlich, falls man sie versehentlich verändert.
Versteckte Partitionen sind beispielsweise die Recovery-Partition von macOS, Windows-Wiederherstellungslaufwerke bei Boot Camp-Installationen, Linux-Swap-Partitionen oder auch die neuen SSV (Signed System Volume) Partitionen, die Apple mit macOS Big Sur eingeführt hat. Auch EFI-Partitionen und andere Low-Level-Bereiche bleiben normalerweise unsichtbar.
Debug-Modus aktivieren
Um diese versteckten Partitionen sichtbar zu machen, müsst ihr zunächst das Terminal öffnen (Programme > Dienstprogramme > Terminal) und dort folgenden Befehl eingeben:
defaults write com.apple.DiskUtility DUDebugMenuEnabled 1 [Eingabetaste]
Anschließend startet ihr das Festplattendienstprogramm neu – entweder komplett beenden und wieder öffnen, oder per Cmd+Q beenden und erneut starten. Jetzt seht ihr in der Menüleiste ein zusätzliches „Debug“-Menü, das normalerweise nur Apple-Entwicklern vorbehalten ist.
In diesem Debug-Menü aktiviert ihr die Option „Jede Partition einblenden“ oder „Show Every Partition“ (je nach Spracheinstellung). Sofort werden deutlich mehr Partitionen in der Seitenleiste des Festplattendienstprogramms angezeigt.
Was wird sichtbar?
Nach der Aktivierung tauchen verschiedene System-Partitionen auf, die Apple normalerweise versteckt:
- Recovery-Partitionen: Enthalten die macOS-Wiederherstellungstools
- Preboot-Volume: Speichert Boot-relevante Daten und Konfigurationen
- EFI System Partition: Enthält Firmware und Boot-Loader
- VM-Partition: Für virtuellen Speicher bei neueren Macs
- Hardware-spezifische Partitionen: Je nach Mac-Modell unterschiedliche System-Bereiche
- Boot Camp-Partitionen: Falls Windows parallel installiert ist
Bei Macs mit Apple Silicon (M1, M2, M3, M4-Chips) sind zusätzlich die neuen ARM-spezifischen Partitionen sichtbar, die für das Secure Boot-System notwendig sind.
Vorsicht bei Änderungen
Die meisten dieser Partitionen lassen sich per Rechtsklick mounten und dann im Finder durchstöbern. Allerdings solltet ihr dabei extrem vorsichtig sein – Änderungen an System-Partitionen können euren Mac unbootbar machen oder die Systemintegrität gefährden.
Besonders kritisch sind:
– Änderungen an der Preboot-Partition (kann Boot-Probleme verursachen)
– Manipulation der Recovery-Partition (Wiederherstellung funktioniert nicht mehr)
– Löschen von EFI-Daten (Mac startet nicht mehr)
Seit macOS Monterey ist außerdem die System Integrity Protection (SIP) noch restriktiver geworden. Selbst mit Admin-Rechten sind manche Änderungen an gemounteten System-Partitionen nicht möglich.
Praktische Anwendungsfälle
Wozu ist das Ganze nützlich? In erster Linie für:
- Forensische Analysen: IT-Security-Profis können verdächtige Aktivitäten aufspüren
- Dual-Boot-Setups: Bessere Kontrolle über Boot Camp oder Linux-Installationen
- Speicherplatz-Analyse: Verstehen, wie viel Platz System-Partitionen belegen
- Backup-Strategien: Gezieltes Sichern bestimmter System-Bereiche
- Entwicklung und Debugging: App-Entwickler können System-Verhalten analysieren
Debug-Modus wieder deaktivieren
Wenn ihr die versteckten Partitionen nicht mehr benötigt, könnt ihr den Debug-Modus wieder ausschalten:
defaults write com.apple.DiskUtility DUDebugMenuEnabled 0
Nach einem Neustart des Festplattendienstprogramms ist wieder alles beim Alten.
Alternative: Third-Party-Tools
Wer häufiger auf versteckte Partitionen zugreifen muss, kann auch spezialisierte Tools nutzen. Disk Utility Pro, DiskSight oder das kostenlose GParted (über Linux-Live-USB) bieten ähnliche Funktionen mit teilweise intuitiverer Bedienung.
Fazit: Das Debug-Menü im Festplattendienstprogramm ist ein mächtiges Werkzeug für fortgeschrittene Nutzer. Es gewährt Einblicke in die komplexe Partitionsstruktur moderner Macs – erfordert aber entsprechende Vorsicht beim Umgang mit den freigelegten System-Bereichen.
Zuletzt aktualisiert am 15.04.2026

