Windows: Microsoft-Konto in lokales Konto umwandeln

von | 14.10.2015 | Windows

Microsoft drängt immer stärker dazu, Windows mit einem Microsoft-Konto zu nutzen. Doch ihr habt die Wahl: Ein lokales Konto schützt eure Privatsphäre besser und reduziert die Datenübertragung an Microsoft erheblich. Selbst wenn ihr bereits mit einem Microsoft-Konto angemeldet seid, könnt ihr jederzeit zu einem lokalen Konto wechseln.

Warum ein lokales Konto sinnvoll ist

Ein Microsoft-Konto synchronisiert automatisch Einstellungen, Passwörter, Browserdaten und andere persönliche Informationen mit Microsofts Cloud-Servern. Das mag praktisch sein, bedeutet aber auch: Microsoft erhält umfangreiche Einblicke in euer Nutzungsverhalten. Mit einem lokalen Konto bleiben diese Daten auf eurem Rechner.

Zudem funktioniert Windows mit einem lokalen Konto genauso gut – ihr verliert lediglich Cloud-Features wie die automatische Synchronisation zwischen Geräten oder den direkten Zugriff auf OneDrive. Für viele Nutzer ist das ein fairer Tausch gegen mehr Privatsphäre.

So wandelt ihr euer Microsoft-Konto um

Der Wechsel ist in wenigen Schritten erledigt. Öffnet die Einstellungen über das Startmenü oder drückt Windows+I. Navigiert zu „Konten“ und wählt links „Ihre Infos“ aus. Auf der rechten Seite findet ihr den Link „Stattdessen mit einem lokalen Konto anmelden“ – klickt darauf.

Windows fragt zur Sicherheit das aktuelle Passwort eures Microsoft-Kontos ab. Gebt es ein und bestätigt mit „Weiter“. Im nächsten Schritt könnt ihr einen neuen Benutzernamen für das lokale Konto festlegen. Dieser muss nicht mit eurem bisherigen Namen übereinstimmen.

einstellungen-lokales-konto

Legt ein sicheres Passwort fest und gebt optional einen Passwort-Hinweis ein. Dieser Hinweis hilft euch später, falls ihr das Passwort vergessen solltet. Klickt auf „Weiter“ und anschließend auf „Abmelden und fertig stellen“.

Was passiert beim Wechsel?

Nach dem Abmelden müsst ihr euch mit den neuen lokalen Anmeldedaten einloggen. Eure persönlichen Dateien, installierte Programme und die meisten Einstellungen bleiben erhalten. Lediglich die Synchronisation mit anderen Geräten wird beendet.

Wichtig: Apps aus dem Microsoft Store, die mit eurem Microsoft-Konto verknüpft sind, funktionieren möglicherweise nicht mehr ordnungsgemäß. In den meisten Fällen könnt ihr euch bei Bedarf direkt in der jeweiligen App mit eurem Microsoft-Konto anmelden, ohne das gesamte System damit zu verknüpfen.

Einschränkungen bedenken

Ohne Microsoft-Konto verliert ihr einige Komfort-Features: Die automatische Sicherung in OneDrive stoppt, Passwörter werden nicht mehr zwischen Geräten synchronisiert, und Windows Hello für Business steht nicht zur Verfügung. Auch die Wiederherstellung des Systems über die Cloud ist nicht möglich.

Dafür gewinnt ihr Kontrolle über eure Daten. Windows sendet deutlich weniger Telemetrie-Daten an Microsoft, und eure Nutzungsgewohnheiten bleiben privat.

Bei Windows 11 schwieriger

Microsoft hat bei Windows 11 die Hürden für lokale Konten erhöht. Während der Installation versteckt Microsoft die Option für ein lokales Konto oder macht sie bei bestehender Internetverbindung ganz unsichtbar. Der nachträgliche Wechsel funktioniert aber weiterhin nach dem gleichen Prinzip.

Rückweg bleibt offen

Falls ihr später doch wieder zu einem Microsoft-Konto wechseln wollt, ist auch das möglich. In den Konten-Einstellungen findet ihr dann den Link „Stattdessen mit einem Microsoft-Konto anmelden“. Der Wechsel funktioniert in beide Richtungen.

Fazit

Ein lokales Konto ist die beste Wahl für alle, die Wert auf Privatsphäre legen und Microsofts Cloud-Services nicht benötigen. Der Wechsel ist unkompliziert und reversibel – ihr könnt also ohne Risiko ausprobieren, ob ein lokales Konto euren Bedürfnissen entspricht. In Zeiten zunehmender Datensammlung ist das eine wichtige Option für digitale Selbstbestimmung.

Zuletzt aktualisiert am 12.04.2026