Wenn der Drucker streikt und das Papier falsch einzieht, fehlen oft ein paar Zeilen am oberen oder unteren Rand. Das ist besonders ärgerlich bei wichtigen Dokumenten oder wenn ihr nur wenig Tinte habt. Die gute Nachricht: Ihr müsst die komplette Seite nicht neu drucken.
Der klassische Workaround: Nachdrucken mit Word
Der bewährte Trick funktioniert noch immer: Kopiert die fehlende Zeile in ein neues Word-Dokument und stellt kleine Seitenränder ein (etwa 1 cm). Verschiebt den Text dann an die Position, wo er auf dem bereits bedruckten Blatt stehen soll. Lasst dabei etwas Spielraum, damit sich nichts überlappt.
Legt das Papier richtig herum in den Drucker ein – hier passieren die meisten Fehler. Die bereits bedruckte Seite muss so liegen, dass die neue Zeile an der richtigen Stelle aufgedruckt wird. Bei den meisten Tintenstrahldruckern gehört die bedruckte Seite nach unten, bei Laserdruckern oft nach oben.
Moderne Lösungen: Präventiv handeln
Seit 2024 haben viele aktuelle Drucker eine „Partial Print“-Funktion, mit der ihr gezielt nur bestimmte Bereiche eines Dokuments nachdrucken könnt. Brother, Canon und HP bieten das in ihren neueren Modellen an. In den Druckeinstellungen findet ihr oft Optionen wie „Bereich drucken“ oder „Ausschnitt wählen“.
PDF-Tools als Rettung
Noch eleganter: Nutzt PDF-Editoren wie Adobe Acrobat, PDFtk oder die kostenlosen Alternativen PDF24 oder PDFescape. Hier könnt ihr:
- Den fehlenden Text direkt ins PDF einfügen
- Die Position pixelgenau bestimmen
- Schriftart und -größe exakt anpassen
- Das Ergebnis als neuen Druckauftrag senden
Browser-Trick für Webseiten
Bei Webseiten, die nicht vollständig gedruckt wurden, hilft der Browser weiter. Firefox und Chrome haben seit 2025 eine „Smart Print Resume“-Funktion. Klickt auf die drei Punkte im Druckdialog und wählt „Fehlende Bereiche nachdrucken“. Der Browser erkennt automatisch, welche Teile fehlen.
Smartphone als Scanner-Ersatz
Apps wie Microsoft Office Lens, Adobe Scan oder CamScanner können das gedruckte Dokument erfassen und fehlende Teile digital ergänzen. Besonders praktisch bei komplexen Layouts oder wenn mehrere Zeilen fehlen.
Druckereinstellungen optimieren
Um solche Probleme künftig zu vermeiden:
- Aktiviert „Borderless Printing“ in den Druckereinstellungen
- Stellt die Papierführung korrekt ein
- Reinigt regelmäßig die Papiereinzugsrollen
- Nutzt die „Fit to Page“-Option bei kritischen Dokumenten
- Prüft die Druckvorschau vor jedem wichtigen Ausdruck
Tinte sparen beim Nachdruck
Falls ihr doch neu drucken müsst: Stellt den Druckertreiber auf „Draft“ oder „Sparmodus“ um. Für interne Dokumente reicht die reduzierte Qualität meist aus. Bei Tintenstrahldruckern könnt ihr auch nur die schwarze Patrone verwenden, selbst wenn eine Farbpatrone leer ist.
Professionelle Alternative: Online-Druckdienste
Bei wichtigen Dokumenten wie Bewerbungen oder Verträgen lohnt sich manchmal der Gang zum Copy-Shop oder Online-Druckdienst. Services wie Cewe, dm-Fotoparadies oder lokale Druckereien bieten oft Same-Day-Printing an.
Fazit: Mehrere Wege führen zum Ziel
Der klassische Word-Workaround funktioniert noch immer zuverlässig. Moderne Drucker und Software bieten aber elegantere Lösungen. Investiert ein paar Minuten in die Druckereinstellungen – das spart langfristig Zeit und Nerven. Und denkt daran: Ein Testdruck mit einem unwichtigen Dokument zeigt euch, ob alles richtig eingestellt ist.
Zuletzt aktualisiert am 07.04.2026

