Windows-Benutzernamen ändern: So geht’s richtig

von | 12.10.2016 | Windows

Wenn ihr einen Computer aus der Hand gebt oder einfach nur zukünftig jemand anders ihn nutzen wird, sollte sich das auch im Namen des Benutzer-Profils widerspiegeln. In Windows lassen sich Benutzer-Ordner allerdings nicht so einfach umbenennen. Dazu müsst ihr anders vorgehen – und es gibt mittlerweile mehrere bewährte Methoden.

Die klassische Methode: Neues Konto erstellen

  1. Zuerst in den Einstellungen und im Bereich Konten einen neuen Benutzer mit Administrator-Rechten erstellen.
  2. Jetzt vom aktuell genutzten Benutzer-Konto abmelden.
  3. Dann mit dem soeben erstellten neuen Benutzer anmelden.
  4. Nun lässt sich das bisherige Benutzer-Konto restlos entfernen.

Achtung: Vor der Entfernung darauf achten, dass alle benötigten Daten gesichert wurden.

benutzer

Moderne Alternative: Microsoft-Konto verwenden

Seit Windows 11 ist es deutlich einfacher geworden, wenn ihr ein Microsoft-Konto verwendet. Hier könnt ihr den Anzeigenamen direkt über die Windows-Einstellungen oder online im Microsoft-Konto ändern:

  1. Öffnet die Windows-Einstellungen (Windows-Taste + I)
  2. Geht zu „Konten“ → „Ihre Infos“
  3. Klickt auf „Kontoeinstellungen verwalten“ – dies führt euch zur Microsoft-Website
  4. Dort könnt ihr unter „Persönliche Informationen“ den Namen ändern

Die Änderung wird beim nächsten Neustart übernommen. Der Ordnername unter C:Benutzer bleibt zwar bestehen, aber der Anzeigename im System wird aktualisiert.

Registry-Hack für Fortgeschrittene

Für lokale Konten gibt es einen Registry-Trick, der allerdings nur für erfahrene Nutzer empfohlen wird:

  1. Windows-Taste + R drücken, „regedit“ eingeben
  2. Navigiert zu: HKEY_LOCAL_MACHINESOFTWAREMicrosoftWindows NTCurrentVersionProfileList
  3. Sucht den Eintrag mit eurem Benutzerpfad
  4. Ändert den Wert „ProfileImagePath“ auf den gewünschten neuen Pfad
  5. Benennt gleichzeitig den physischen Ordner unter C:Benutzer um (im abgemeldeten Zustand)

Wichtiger Hinweis: Diese Methode kann das System beschädigen, wenn nicht korrekt ausgeführt. Erstellt vorher unbedingt einen Systemwiederherstellungspunkt!

PowerShell-Lösung für IT-Profis

Mit PowerShell-Befehlen lassen sich Benutzerkonten ebenfalls verwalten. Öffnet PowerShell als Administrator und nutzt Befehle wie:

Rename-LocalUser -Name "AlterName" -NewName "NeuerName"

Dies funktioniert allerdings nur für den Anzeigenamen, nicht für den Ordnerpfad.

Was passiert mit den Daten?

Bei der kompletten Neuanlage eines Kontos gehen zunächst alle persönlichen Einstellungen verloren. Deshalb solltet ihr vorher wichtige Daten sichern:

  • Desktop-Dateien
  • Dokumente-Ordner
  • Browser-Favoriten und gespeicherte Passwörter
  • Installierte Programme (müssen oft neu installiert werden)
  • Outlook-Profile und E-Mail-Konten
  • Gaming-Spielstände

Windows 11 Besonderheiten

Unter Windows 11 hat Microsoft die Benutzerverwaltung nochmals überarbeitet. Hier findet ihr zusätzlich die Option „Familien- und andere Benutzer“, über die sich Konten komfortabler verwalten lassen. Auch die Integration mit Microsoft 365 Konten funktioniert nahtloser.

Firmennetzwerke und Domänen

In Unternehmensnetzwerken mit Active Directory gelten andere Regeln. Hier kann meist nur der IT-Administrator Änderungen am Benutzerkonto vornehmen. Wendet euch in diesem Fall an eure IT-Abteilung.

Fazit

Die Umbenennung von Windows-Benutzerkonten ist nach wie vor nicht trivial, aber machbar. Für die meisten Nutzer ist die Methode über ein Microsoft-Konto der einfachste Weg. Wer lokale Konten bevorzugt, sollte gleich bei der Einrichtung den richtigen Namen wählen oder die aufwendigere Neuanlage in Kauf nehmen. Registry-Hacks sollten wirklich nur erfahrene Nutzer durchführen – das Risiko von Systemproblemen ist zu hoch.

Zuletzt aktualisiert am 06.04.2026